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Freuen sich über die Aktion: (v.l) Hans-Jörg Zahler (Gesundheitsregion Plus), Sven Hannawald und Petra Hilsenbeck.

Netzwerke für die Seele schaffen

Sven Hannawald eröffnet Aktionswoche zur psychischen Gesundheit

Sven Hannawald eröffnet Aktionswoche zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Garmisch-Partenkirchner Kongresshaus. Experten beraten Besucher an Informationsständen. 

Was machen Eltern, deren Kinder traurig sind? So traurig, dass sie nichts mehr aufheitern kann? Dass sie das Interesse am Spielen verlieren, sich zurückziehen, häufig krank sind, nicht mehr in die Schule gehen und sogar nicht mehr leben wollen? Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst- oder Essstörungen bringt man gewöhnlich nicht mit Kindern in Verbindung. Die Realität sieht jedoch anders aus. Immer mehr Kinder erkranken bereits in der Grundschule an psychischen Störungen. Auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist dies nicht anders. Bei der Eröffnung der Aktionswoche „Psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen“ in Garmisch-Partenkirchen, die bis zum 22. September im Kongresshaus stattfindet, wurde deutlich, wie viele Einrichtungen in der Region sich mit diesen Problemen täglich auseinandersetzen. Das Gesundheitsamt, die Suchtberatung Condrobs, die Caritas, die AOK, die psychiatrische Klinik Hochried und viele weitere Institutionen waren mit Fachpersonal im Olympiasaal vertreten. Der ehemalige Skispringer Sven Hannawald, der die Aktionswoche eröffnete, und selbst an Depressionen und Essstörungen litt, zeigte sich von dem Angebot beeindruckt. Er findet es „enorm wichtig“, dass Aufklärung zu diesem Thema stattfindet.

Beraten lassen konnten sich die Besucher an vielen Informationsständen. Fachärztin Dr. Ursula Baldus vom Sozialpädiatrischen Zentrum der Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch-Partenkirchen erklärte, dass zum Beispiel auch körperliches Leid psychische Erkrankungen hervorrufen kann. „Schmerzen oder Einschränkungen, die mit Diabetes oder Rheuma einhergehen, schlagen auf die Psyche“, sagte die Expertin.

Hoher Leistungsdruck in der Schule kann bei Heranwachsenden ebenfalls schwer auf der Seele lasten. Die Lehrerin und Lern-Beraterin Bianca Kolb kennt das. Als Coach berät sie Schüler und Eltern und versucht, mit spielerischen Übungen Prüfungsängste zu beheben. „Viele Kinder entwickeln psychosomatische Schmerzen, weil sie den Druck nicht aushalten.“

Dieses Phänomen hat auch der stellvertretende Landrat und Gymnasiallehrer Dr. Michael Rapp (CSU) in seiner pädagogischen Laufbahn oft beobachten müssen. Bei seiner Eröffnungs-Ansprache lobte er die Aktionswoche ausdrücklich. Es sei unerlässlich, dass sich um die Gesundheit von Schülern gekümmert wird. Auch die Garmisch-Partenkirchner Bürgermeisterin und promovierte Medizinerin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) forderte, dass das psychische Wohl von Heranwachsenden einen hohen Stellenwert haben sollte. Vor allem in Zeiten, in denen immer mehr Leistung abverlangt wird. „Kinder müssen auch mal chillen“, betonte sie.

Gesundheitsmanagerin Petra Hilsenbeck von der Gesundheitsregion plus zeigte sich bei der Eröffnung sichtlich stolz über das von ihr erarbeitete Programm. „Es gibt so viele Institutionen, die Hilfe für Betroffene anbieten. Wir wollen mit den Veranstaltungen Netzwerke schaffen.

Magdalena Kratzer

Die Aktionswoche: 

Bis zum 22. September finden in Garmisch-Partenkirchen, Krün und Oberammergau täglich Ausstellungen und Vorträge zum Thema „Psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen“ statt. Weitere Infos gibts auf www.ge sundheitsregion-zugspitze.de

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