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Begrüßungsrunde: Inge Dürrenberger (r.) vom AELF heißt die Gäste willkommen. Vor Ort sind unter anderem Bezirks- und Kreisbäuerin Christine Singer (hinten, 2.v.r.) und Helga Gretschmann (h., 5.v.r.) vom Rechenmacherhof.

Tag der offenen Ferienhöfe in Schöffau

Urlaub im eigenen Land boomt

Schöffau - Es ist kein Geheimnis: In politisch turbulenten Zeiten machen die Deutschen verstärkt im eigenen Land Urlaub. Auch Ferienhöfe profitieren davon.

„Der Sicherheitsaspekt kommt uns entgegen“, betonte Gerda Walser, Landesvorsitzende von Bauernhof- und Landurlaub Bayern, anlässlich des Tags der offenen Ferienhöfe in Schöffau. Zwei innovative Betriebe aus dem Uffinger Ortsteil gewährten dabei Einblick in ihr touristisches Angebot.

Zum einen der Rechenmacherhof in Sallach: Die Familie Gretschmann verfügt über vier Ferienwohnungen mit fünf Sternen, eine hat vier Sterne. „Die Leute wollen immer hochwertigere Wohnungen“, sagte Helga Gretschmann (42). Der Preis spiele dabei eigentlich keine Rolle. An Nachfrage mangelt es bei den Gretschmanns nicht. „Wir sind gut ausgelastet.“ Die großen Fünf-Sterne-Wohnungen hat die Familie im Winter 2013/2014 realisiert, ein Jahr drauf wurden Räume im Nebenhaus grundsaniert. Die Gäste können vor grandioser Gebirgskulisse Landwirtschaft pur erleben: Kühe füttern, Kälber tränken, mit der Bäuerin Eier holen gehen, auf dem Traktor mitfahren, Pony reiten und einiges mehr. 35 Milchkühe plus Nachzucht sowie diverse andere Tiere sind auf dem Rechenmacherhof zuhause, der als Träger des „Goldenen Gockels“ zu den Top-Urlaubshöfen in Bayern gehört (wir berichteten). Seit 2009 ist er ein zertifizierter Bio-Betrieb.

Die Familie Schuster bewirtschaftet ihren Hof (Filzbauer) schon seit zwanzig Jahren nach Bioland-Richtlinien. 2011 wurde das Nebenhaus von Grund auf renoviert, und zwei Ferienwohnungen wurden geschaffen. Sie liegen im oberen Vier-Sterne-Bereich. Zu Pfingsten 2012 zogen die ersten Gäste ein. Betriebsleiterin Regina Schuster ging das Vorhaben professionell an. So absolvierte sie etwa ein Grundlagenseminar „Urlaub auf dem Bauernhof“. „Das hat mir sehr viel gebracht“, erzählte die 50-Jährige. 20 Milchkühe plus Nachzucht stehen im Stall. Ein Hühnerhaus, ein Bienenhaus sowie ein Fischweiher mit Angelmöglichkeit gehören ebenfalls zum Hof. Schusters bieten auch Führungen im Wald an, 23 Hektar davon bewirtschaften sie. „Es ist wirklich gut angelaufen“, fasste Schuster zusammen. „Für nächstes Jahr sind wir schon ziemlich ausgebucht.“ Tochter Petra (27) wird voraussichtlich später den Hof übernehmen. Die Verwaltungsfachwirtin arbeitet bei der Gemeinde Uffing. Schusters machen sich auch Gedanken über die Zukunft. Die Familie will das Thema Bewertungen auf Online-Portalen forcieren, durch Fortbildungen und Besichtigungen am Ball bleiben, jedes Jahr etwas Neues anbieten, die Werbung optimieren und zusätzliche Zielgruppen ansprechen. Langfristige Projekte sind die Realisierung einer Spielscheune und eventuell einer weiteren Ferienwohnung.

Schöffau ist, was Urlaub auf dem Bauernhof betrifft, übrigens gut dabei. Fast zehn Betriebe bieten ihn an. „Es hat sich etabliert“, sagt Schuster. Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) begrüßt das. Das Konzept passe gut zu Uffing. „Familien sind die Klientel, die wir haben wollen.“ Den Tag der offenen Ferienhöfe gibt es bayernweit seit 2015. Anbieter und Neueinsteiger können sich dabei nach dem Motto „Wie machen es die anderen?“ Ideen und Impulse für das eigene Angebot holen. Auch Touristiker, Kommunalpolitiker und künftige Gäste können sich informieren.

Roland Lory

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