Harlekin-Vorsorge: Mittenwalderin hilft Familien

Eine Stütze in schweren Zeiten

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Mittenwald - Helfen, wo Hilfe gebraucht wird: Sabine Wankmüller aus Mittenwald arbeitet seit September für die Harlekin-Nachsorge und betreut Familien mit Frühchen – mit Kompetenz, Herzblut und Feingefühl.

Neugeborene wirken zerbrechlich. Manche sind es wirklich. Babys, die an der Glasknochenkrankheit leiden. Ein Gendefekt. Unheilbar. Für viele Eltern ein Schock. Sie müssen lernen, mit der Diagnose und der Krankheit des Kindes umzugehen. Sabine Wankmüller kennt diese Situation. Sie wurde damit bei ihrem ersten Fall als Mitarbeiterin bei der Harlekin-Nachsorge konfrontiert. Das Baby musste mit vielen Medikamenten behandelt werden. Sie stand der Familie unterstützend zur Seite.

Normalerweise kümmert sich Harlekin hauptsächlich um Frühchen, betreut Eltern in der oft schwierigen Anfangsphase. In diesem Fall war alles anders – und trotzdem setzte sich die Initiative ein. „Wir helfen nicht nur Frühchen, sondern dort, wo Bedarf vorhanden ist“, betont die Mittenwalderin. Warum? Einfach, weil die Eltern oft unsicher sind.

Kompetente Beratung für Eltern

Diese Unsicherheit versucht Wankmüller – Kinderkrankenschwester im Klinikum Garmisch-Partenkirchen und selbst Mutter von drei Kindern – zu nehmen. Mit kompetenter Beratung bei Fragen zur Pflege, Entwicklung oder Ernährung. Dabei war sie bei ihrem ersten Einsatz selbst „total aufgeregt“, erzählt sie. Das Gefühl verflog schnell, eigentlich schon bei der Begrüßung. „Es war ein herzlicher Empfang.“ Und Wankmüller machte das, worin sie Profi ist: Kindern und Eltern helfen.

Sie liebt ihre Arbeit als Krankenschwester und die bei Harlekin-Nachsorge, die das Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt und die Bürgerstiftung Mehrwert mit der Weihnachtsaktion unterstützen, und zu der sie seit September dieses Jahres gehört. Mehrmals in den vergangenen Jahren wurde sie gebeten, ein Teil des Teams zu werden. „Ich hatte aber kein Auto“, sagt sie. Jetzt hat sich das geändert und schon schloss sie sich an. Nach reiflicher Überlegung, weil die ehrenamtliche Arbeit viel Zeit in Anspruch nimmt. Die opfert Wankmüller aber nur zu gerne. „Ich hätte ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn ich es nicht gemacht hätte.“

Ein Herz für die kleinen Kämpfer

Insgesamt hat Harlekin sich heuer um knapp 40 Frühchen gekümmert. Die Zahlen steigen, unter anderem bedingt durch die Intensiv-Station am Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Das Pensum für die freiwilligen Helfer, es ist kaum zu bewältigen. Wankmüller betreut momentan drei Familien, zwei in Penzberg und eine in Wessobrunn. „In den ersten Wochen ist der Kontakt intensiv“, sagt sie. Manchmal müssen aber auch nur Fragen geklärt werden. Zum Beispiel, ob man das Baby wecken soll, um es zu füttern. Sobald die erfahrende Isartalerin den Eindruck gewinnt, dass die Eltern sie nicht mehr brauchen, zieht sie sich langsam zurück.

Mit einem Notfall hatte es die 40-Jährige bei Harlekin noch nicht zu tun. Und selbst wenn, wüsste sie, was zu tun ist. Sie wird auch für die Intensiv-Station eingeteilt. Eine Arbeit, die nicht jedem auf den Leib geschneidert ist. Wankmüller schon. Harlekin hat einen guten Fang gemacht, weil sie in ihrer Aufgabe aufgeht. „Ich kenne das Kind oft von Anfang an und weiß, welche Marotten es hat.“ Das ist die berufliche, professionelle Sicht. Die persönliche, emotionale sieht anders aus. „Es ist einfach schön, wenn man sieht, dass es das Frühchen geschafft hat“, sagt sie. „Denn sie sind kleine Kämpfer.“

Wer helfen möchte,

die „Harl.e.kin“-Nachsorge im Landkreis Garmisch- Partenkirchen zu unterstützen und damit Familien mit Frühchen zu helfen, kann seine Spende – unter dem Stichwort Weihnachtsaktion 2016 – auf eines der Konten der landkreisweit aktiven Bürgerstiftung Mehrwert überweisen. Die Stiftung unterstützt das Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt wieder bei seiner Spendenaktion: IBAN DE64 7039 0000 0200 078190 bei der VR-Bank Werdenfels (BIC: GENODEF1GAP ) oder IBAN DE24 7035 0000 0011 1451 41 bei der Kreissparkasse Garmisch- Partenkirchen (BIC: BYLADEM1GAP). Alle Spenden sind zweckgebunden für unsere Aktion. Der Durchschlag des Überweisungsträgers wird bis zu 200 Euro vom Finanzamt als Zuwendungsbestätigung anerkannt. Für Spenden über 200 Euro stellt die Bürgerstiftung Mehrwert eine Spendenquittung aus. Geben Sie dazu unbedingt Ihre vollständige Adresse bei Ihrer Überweisung an. Die Spender sollen in unserer Zeitung genannt werden. Wer das nicht möchte, möge auf seiner Überweisung bitte „ kV “ für „keine Veröffentlichung“ vermerken.

Sie haben gespendet: Notar Klaus Ochs aus Garmisch.-Partenkirchen (1000 Euro), Isabel Jarosch aus Murnau (500 Euro), Sabine Wolfgram aus Murnau (300 Euro), Georg Fink (250 Euro), Hanneliese Rösel aus Farchant (200 Euro), Elisabeth und H. Ostler (200 Euro), Dr. Dieter Kropf (100 Euro), Martin Wohlketzetter (100 Euro), F. und K. Schaller (75 Euro), Magdalena Sailer (50 Euro), Thomas und Ilse Klein (50 Euro), Anneliese Albrecht (50 Euro), Konrad und Pauline Spies (50 Euro), Christine Schwaiger (50 Euro), Alfred und Johanna Soergel (30 Euro) sowie Georg und Renate Sailer (30 Euro). Von Spendern, die namentlich nicht genannt werden wollen, sind zudem 330 Euro eingegangen. Ihnen allen ein herzliches Vergelt’s Gott!

Rubriklistenbild: © dpa symbolbild

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