Blumen zu Ehren von Momo bescheren (v. l.) Alessia Palmieri, Bruno Romagnoli, Bürgermeister Flavio Gabbarini, Arianna Salustri mit ihren Kindern Leonardo und Donitillia sowie Francesca Lenti dem Kultursommer. foto: brinkmann

Tausende Blumen zu Ehren von Michael Ende

Garmisch-Partenkirchen - Garmisch-Partenkirchen und Genzano di Roma, Geburtsort und Wahlheimat von Michael Ende, schließen eine Kooperation. Sichtbar wird sie durch das Blumenbild, das die Italiener im Garmischer Zentrum gestalten.

7500 Nelken, in allen nur erdenklichen Farben - daraus gestaltet Arianna Salustri vor der Spielbank am Michael-Ende-Platz ein Blumenbild. „Am Samstag ist es fertig“´, verspricht die Meisterin ihres Fachs. Im Garmischer Zentrum erstellen sie und ihre Helferinnen das Werk, das auf einem Bild von Fritz Hörauf basiert. „Der Turm mit der Mondsichel symbolisiert meinen Heimatort, die Schildkröte steht für Michael Ende und Momo“, erklärt Flavio Gabbarini, Bürgermeister von Genzano di Roma. Er ist mit einer Delegation aus Italien nach Garmisch-Partenkirchen gereist, um die Eröffnung des Kultursommers und der Michael-Ende-Woche mitzuerleben. Hintergrund dieses Besuchs ist, dass Gabbarini und sein Werdenfelser Amtskollege Thomas Schmid eine grenzübergreifende Kooperation unterzeichnen.

Beide Gemeinden spielten im Leben des weltberühmten Schriftstellers eine bedeutende Rolle: In der einen erblickte er das Licht der Welt, in der anderen, 30 Kilometer von Rom entfernt in den Albaner Bergen, lebte der Autor 20 Jahre lang. „Das ist für uns ein Geschenk, eine große Ehre“, betont Gabbarini. Die Geschichte über das Mädchen, das es mit den Zeitdieben aufnimmt, verfasste Ende in seiner Wahlheimat. Die Berge um den 25 000-Einwohner-Ort, insbesondere der Monte Giove, seien seine Inspiration für die Schildkröte Kassiopeia gewesen, sagt der Bürgermeister.

In den 1970er Jahren, als Ende die Villa Liocorno (Einhorn) in Genzano bezog, hätten mehrere Deutsche dort gelebt, erzählt Kämmerer Bruno Romagnoli. Er lernte Ende, seinen Freund und Lektor Roman Hocke, der den Kontakt zwischen den beiden Gemeinden auch hergestellt hatte, und weitere Künstler damals kennen. „Michael Ende war sogar mein Trauzeuge“, verrät Romagnoli. Welch’ bedeutenden Autor sie in ihren Mauern beherbergen, ahnten die Bürger damals noch nicht. Erst später, als dieser mit Momo und der „Unendlichen Geschichte“ weltweit Erfolge feierte, wurde ihnen Endes Bedeutung klar. Mittlerweile gibt es immer mehr Initiativen zu seinen Ehren. Ein Park soll ähnlich dem Michael-Ende-Kurpark im Garmischer Zentrum mit fantastischen Wesen belebt werden, und beim großen Blumenfest im Juni, das seit 1778 stattfindet, gestalteten die Künstler ein von Momo inspiriertes Bild.

Damit erfreuen die Italiener nun auch die Garmisch-Partenkirchner. „Bei unserem Treffen wollen wir außerdem weitere gemeinsame Projekte besprechen“, verrät Gabbarini. Schon jetzt ist er überzeugt, dass für dieses Vorhaben auch Zuschüsse aus EU-Töpfen fließen. Neben Ausstellungen kann er sich auch vorstellen, einen Literaturpreis zu initiieren. Zunächst konzentrieren er und seine Begleiter sich aber ganz auf Momo - und das Blumenbild aus 7500 Nelken. (tab)

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