Auf der Suche nach der perfekten Kameraposition: Die Technikexperten des ZDF, Thomas Krost (l.), Hans Bäumker (r.) und Mike Bierod (knieend), begutachten die Anlaufspur auf der Olympiaschanze. Hier wird eine TV-Kamera installiert. foto: sehr

Das Team hinter dem Großereigniss

Garmisch-Partenkirchen - Das Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen wird zum Neujahrsspringen auf Hochglanz gebracht - 200 Menschen sind dafür im Einsatz

Große Lastwagen stehen vor dem Skistadion in Garmisch-Partenkirchen. Sie liefern das Material für den Aufbau der Imbiss-Buden und Zelte beim Neujahrsspringen. Am kommenden Wochenende sind die besten Skispringer im Rahmen der 60. Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen zu Gast. Fleißige Hände sorgen im Vorfeld dafür, dass sich Sportler und Zuschauer auf der Anlage wohlfühlen. Viele der rund 200 Beschäftigten arbeiten in diesen Tagen ehrenamtlich an der Schanze.

Einer von ihnen ist Hans Saller. Der 75-Jährige hilft bereits seit über 20 Jahren beim Aufbau. „Ich hab das nie bereut“, sagt er. „Ich bin an der frischen Luft, die tut mir gut.“ Seit über einer Woche ist er beinahe täglich auf dem Gelände. Nur an den Weihnachtsfeiertagen hatte Saller frei. „Zum Glück war gutes Wetter, sonst hätten wir Schnee räumen müssen.“ Ungefähr zehn Stunden am Tag sorgt er mit den anderen Helfern des SC Partenkirchen (SCP) dafür, dass alles rechtzeitig fertig wird.

Mit Staplern werden an diesem Tag die Holzhütten von den Anhängern gehoben und an ihren Aufbauort gefahren. Dort steht Saller mit seinen Kollegen und hilft beim Aufstellen. Neben den Verkaufs- und Fanartikelständen müssen er und die anderen Helfer auch die Zäune für Parkplätze und die Absperrung im Stadion errichten. „Das war früher schwerer“, erzählt der Burgrainer. „Da haben wir vieles noch per Hand abgeladen und getragen.“ Damals hat er auch mal die Mitarbeiter der Fernsehsender unterstützt. „Beim ZDF hab ich als Kabelträger für die Kameraleute gearbeitet“, erinnert sich der Senior stolz.

Der Mainzer Sender überträgt auch in diesem Jahr das Springen live. Insgesamt 34 Kameras sorgen dafür, dass die Fernsehzuschauer spannende und attraktive Bilder zu sehen bekommen. Damit die Technik richtig aufgebaut und installiert wird, begeht Produktions-Ingenieur Hans Bäumker mit seinen Kollegen Mike Bierod und Thomas Krost die Sprung-Anlage. Direkt am Schanzentisch soll eine Highspeed-Kamera stehen. „Damit können die Springer im Studio genau analysiert werden“, sagt Bäumker. Zwei weitere Kameras - eine davon an einem Schwenkkran - sorgen beim Absprung für gute Bilder. Die Führungskamera, die das Hauptbild für die Zuschauer produziert, steht auf dem Kampfrichterturm. Um die Signale der Geräte in den Übertragungswagen zu leiten, haben die Arbeiter insgesamt 15 Kilometer Glasfaserkabel im Stadion verlegt. Ein gewaltiger Aufwand, um die Skispringer ins richtige Bild zu rücken. „Bei meinem ersten Springen haben wir mit zwölf Kameras gearbeitet“, erzählt der ZDF-Mitarbeiter, und blickt auf seine Premiere beim Skispringen zurück. Diese war 1970 in Oberstdorf.

Lange sind auch die Helfer im Garmisch-Partenkirchner Stadion mit von der Partie. Dadurch geht der Aufbau zügig voran. „Noch ist alles im grünen Bereich“, stellt SCP-Aufbauchef Florian Sponsel fest. Er selbst hat für die aufwändigen Vorbereitungen im Olympia-Skistadion extra drei Wochen Urlaub genommen: „Der Verein hat viel für mich getan. Das gebe ich ihm jetzt zurück.“ mst

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