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Alles unterschrieben: Gisela Kieweg mit den Telekom-Vertretern Ralf Niepel (l.) und Klaus Strauß.

Schnelle Datenautobahn kommt

Alles klar fürs Bayersoier Breitband

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Bad Bayersoien - Fortschritt für Bayersoien: Die Gemeinde hat einen Ausbauvertrag mit der Telekom unterzeichnet. Die Kosten für Kommune liegen bei 75 000 Euro.

Der Breitband-Ausbau in Bad Bayersoien ist jetzt endgültig in trockenen Tüchern: Bürgermeisterin Gisela Kieweg unterzeichnete mit Telekom-Vertretern den Vertrag. Der Kommunikationskonzern hatte den Zuschlag erhalten. Allerdings war das Unternehmen auch der einzige Bewerber gewesen, der bei der Ausschreibung ein Angebot eingereicht hatte. Für die Gemeinde wird es fast ein Schnäppchen: 75 000 Euro muss Bayersoien letztendlich bezahlen, der Rest wird über das bayerische Förderprogramm und die Telekom selbst finanziert.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte der Soier Gemeinderat einstimmig die schnelle Datenautobahn für das ganze Dorfgebiet auf den Weg gebracht. Große Diskussionen gab es nicht. Dafür waren die Konditionen aus Sicht der Räte zu günstig gewesen. Wie viel die Telekom letztendlich investiert, darüber schweigt das Unternehmen. Das von der Gemeinde beauftragte Regensburger Ingenieurbüro IK-T hatte die Gesamtkosten anfangs auf rund 800 000 Euro geschätzt, die Kommune wäre auf etwa 180 000 Euro sitzen geblieben. Doch die Telekom legte laut Büro als einziger Interessent, wohl aus Wettbewerbsgründen, dann doch ein wesentlich günstigeres Angebot vor. Die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke – die Summe, die der Konzern nicht finanziert – hätte danach bei rund 375 000 Euro gelegen. Abzüglich fast 300 000 Euro maximaler Förderung, wären der Gemeinde nur noch 75 000 Euro geblieben, hatte Rathauschefin Kieweg erfreut vorgerechnet. Der offizielle Förderbescheid ist noch nicht da, die Gemeinde hat von der Regierung von Oberbayern lediglich den Bescheid zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn erhalten. Aber bei der Summe bleibt es, bestätigt Kieweg nun. Das Geld hatte VG-Kämmerer Ulrich Bertl bereits vorsorglich im Haushalt 2016 bereitgestellt.

Für relativ wenig Geld gibt es einen kompletten Ausbau im gesamten Dorfgebiet. Insgesamt 642 Haushalte kommen laut Unternehmen in den Genuss von schnellem Internet, Telefonie und Fernsehen. Rund 19 Kilometer Glasfaserkabel wird die Telekom verlegen, außerdem drei neue „Multifunktionsgehäuse“, sprich Verteilerkästen, aufstellen. Allerdings wird das moderne Glasfaserkabel nur in den Außenbereichen bis ans Haus verlegt – und zwar in Echelsbach, Geschwendt, Lettigenbichl, Grundbauer, Findenauer, Kirmesau, und vor allem im Kurgebiet. Macht laut Kieweg dort eine Datengeschwindigkeit von bis 100 MBit/s. Im Hauptort nutzt man bestehende Technik: Dort vergräbt die Telekom Glasfaserleitungen bis zu den Verteilerkästen, von dort geht es über die bisherigen Kupferkabel zu den Häusern. Was aber trotzdem je nach Nähe zum Verteiler bis zu 50 MBit/s möglich macht, wie Kieweg vorrechnet.

„Wir werden das Projekt zügig umsetzen“, verspricht Ralf Niepel, kommunaler Ansprechpartner der Telekom für den Netzausbau im Oberland. Man steige nun in die Feinplanung für den Ausbau ein. Gleichzeitig sucht der Konzern eine Tiefbaufirma aus, bestellt Material und holt die nötigen Baugenehmigungen ein. Dass dies so schnell geht, ist allerdings nicht sicher. „Es ist derzeit schwer, einen Tiefbauer zu finden“, ahnt die Bürgermeisterin und hofft, dass die Bagger wenigstens noch heuer anrollen. Problem: Der Markt ist voll. Derzeit starten viele Kommunen im Oberland in ihren Breitbandausbau. Laut Vertrag hat die Telekom zwölf Monate Zeit, die Soier Haushalte ans schnelle Internet anzuschließen. Kieweg ist überhaupt froh, dass das Vorhaben fix ist: „Das ist ein elementarer Schritt in die Zukunft“, sagt sie. „Die Gemeinde ist dann für die nächsten Jahre gut aufgestellt.“

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