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Temperaturen wie in Verona

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Eine Broschüre zu den Folgen des Klimawandels für die Unternehmen haben erarbeitet: (v. l.) Manfred Hoke (IHK-Umweltreferent), Dirk Vogt (Umweltwissenschaftler bei der IHK), Dr. Michael Schneider (Direktor des Bifa Umweltinstituts in Augsburg), Ruth Berkmüller (wissenschaftliche Assistentin am Bifa) und Dr. Anja Soboll (LMU München). © Sehr

Garmisch-Partenkirchen - Der Klimawandel steht vor der Tür und er hat Folgen. Wie Unternehmer in der Region damit am besten umgehen, haben Experten bei der Regionalkonferenz des IHK-Gremiums Garmisch-Partenkirchen erklärt.

Mit Temperaturerhöhungen von 1,5 bis vier Grad im Sommer muss der Landkreis Garmisch-Partenkirchen in Zukunft rechnen. Eine beunruhigende Erkenntnis, die am Dienstag bei der Regionalkonferenz des Gremiums der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Garmisch-Partenkirchen deutlich wurde. Dass der Klimawandel kommt, darin waren sich alle Teilnehmer einig. Die Frage ist nur, wie damit umgehen? Antworten für Unternehmer haben fünf Experten auf der Konferenz geliefert. „Das Thema ist bereits im vergangenen Jahr bei einer Sitzung aufkommen“, sagte Gremiums-Geschäftsführer Albert Berghofer. „Es muss jetzt einmal los gehen.“

Daher freute er sich, dass nun Vertreter der IHK für München und Oberbayern, des Bifa Umweltinstituts in Augsburg sowie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) den Weg in das Kurpark-Restaurant Adlwärth gefunden hatten. Die Experten stellten eine Studie vor, die die drei Einrichtungen in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Umweltministerium erstellt haben. Bei der Untersuchung wurden nicht nur die Folgen des Klimawandels für Bayern zusammengetragen, sondern auch dessen Auswirkungen auf die Branchen Tourismus, Verkehr und Energieversorgung erforscht.

Mögliche Klima-Entwicklungen zeigte Dr. Anja Soboll vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung an der LMU auf. Sie schickte aber vorweg: „Es gibt keine Gewähr, dass es so kommt.“ So soll in der Region Garmisch-Partenkirchen ab den 2030er neben den Durchschnitts-Temperatur im Winter auch die Zahl der Tage mit über 30 Grad von jetzt null bis zwei auf bis zu acht steigen. „München wird die Jahres-Durchschnitts-Temperatur von Verona haben“, sagte Soboll. Sie hatte noch eine positive Nachricht für die Region: „Wasserknappheit wird nur sehr lokal und zeitlich begrenzt herrschen.“

Die Chancen und Risiken, die sich daraus für die drei Branchen ergeben, stellte Ruth Berkmüller vor. Zwar bekomme der Wintertourismus Probleme, im Sommer lassen sich jedoch zusätzliche Gäste gewinnen, sagte die wissenschaftliche Assistentin am Bifa Umweltinstitut. „Italiener kommen jetzt schon, weil es bei uns gemäßigter ist.“ Energieversorger können neue Technologien erproben, und Verkehrunternehmen haben mit einem deutlichen Fahrgastzuwachs durch ein gestiegenes Ökobewusstsein zu rechnen.

„Die Unternehmen sind gut beraten, wenn sie sich frühzeitig damit beschäftigen“, sagte daher Dr. Michael Schneider, Direktor des Bifa Instituts. Ihnen bietet die IHK Unterstützung an. Umweltwissenschaftler Dirk Vogt berät Firmen kostenlos bei Energiesparmaßnahmen und der Antragsstellung von Fördermitteln. Gremiums-Geschäftsführer Berghofer ermunterte die Teilnehmer abschließend: „Wenn man das Thema nicht wegschiebt, sondern angeht, ergeben sich Chancen.“

Julia Pawlovsky

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