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Ortsentwicklung

Tempo 30 in ganz Altenau?

Saulgrub/Altenau - Beim Einheimischenmodell bereitet der Verkehr am Ortsausgang Sorgen – Neues Baugebiet auch in Saulgrub geplant.

Der Weg ist für Saulgrubs Bürgermeister Rupert Speer klar vorgegeben: Die Gemeinde möchte junge Familien in der Gemeinde halten. Deshalb stehen Einheimischenmodelle ganz oben auf der Agenda. Während für ein neues Baugebiet in Saulgrub die Planung noch läuft, sind in Altenau schon die ersten Häuser entstanden. „Die Nachfrage ist da“, sagt Speer. Probleme gibt es aber auch. Deswegen wird nun über eine Temporeduzierung für das ganze Dorf nachgedacht. Eine offizielle Beschwerde bei der Gemeinde gab es nicht, Thema am Stammtisch ist er aber schon: der andauernde Verkehrslärm an der Saulgruber Straße, verursacht durch zu schnelle Autos. „Ich habe davon gehört“, sagt Speer. Auch davon, dass Fahrzeuge extra so am Straßenrand geparkt werden, um zum Abbremsen zu bewegen. Besonders nervig seien in den vergangenen Wochen wohl auch die vielen Lastwagen gewesen, die vom Holzlager bei Unternogg kamen und mit Vollgas aus dem Dorf fahren, um die dortige Steigung gut zu bewältigen. „Das war schon schwierig“, sagt Speer mit Blick auf den Lärm zu allen Tag- und Nachtzeiten. Zwar hat sich dieses spezielle Problem mit dem derzeitigen Abbau des Lagers bald gelöst. Trotzdem werde in dem Bereich kurz vor dem Ortsende oft schnell gefahren. „Da müssen wir etwas machen“, sagt der Bürgermeister auch wegen der dortigen Turnhalle, zu der Schüler und Kindergartengruppen gehen. Eine Reduzierung der Geschwindigkeit in einem solchen Bereich ist Speer zufolge „aber gar nicht einfach“. Deshalb gibt es Überlegungen, den gesamten, oft engen Ortsbereich mit einer Zonenregelung für Tempo 30 zu versehen. Außerdem plant der Rathaus-Chef Gespräche mit der Bahn wegen des unbeschrankten Bahnübergangs zu führen. Denn seit einiger Zeit fällt das notwendige Pfeifen der Züge als Warnung für ihr Heranfahren extrem schrill aus. „Das ist wirklich heftig.“ Speer mutmaßt, dass es an den neuen Triebwagen liegen könnte. Zugleich sieht er wenig Spielraum. Schließlich sei eine Schranke auch eine Kostenfrage. Unkomplizierter dürfte es für die künftigen Bewohner des Einheimischenmodells Kirchfeld West in Saulgrub werden. Denn eines ist klar: Bis die Häuser am Dorfende in Richtung Bad Bayersoien stehen, ist die Ortsumfahrung längst eingeweiht – und der Verkehr verbannt. Derzeit läuft die Planung für das neue Baugebiet. Dort werden 13 Plätze zur Verfügung stehen – sieben davon stellt die Gemeinde. Noch ist der Bebauungsplan nicht rechtskräftig. Ist das der Fall, folgt die Ausschreibung für die Erschließung und der Bau der Straßen. Dann erst können die Grundstücke ausgeschrieben werden. Speer geht davon aus, dass das „tendenziell im Frühjahr 2017“ geschehen wird.

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