Warnt vor den Gefahren der Raserei in Westried: Anwohner Michael Haitel. Seiner Einschätzung nach sind viele Auto- und Lastwagenfahrer deutlich schneller als die zulässigen 60 Stundenkilometer unterwegs. Foto: Kolb

Die Tempo-Sünder im Visier

Murnau - Ein Anlieger im Murnauer Ortsteil Westried schlägt Alarm: Er beklagt die Raserei und fordert einen stationären Blitzer.

Michael Haitel ist verärgert und aufgebracht: Der 53-jährige EDV-Spezialist kann es nicht fassen, wie rücksichtslos manche Autofahrer sein können - und ihre Mitmenschen in Gefahr bringen. So richtig bewusst geworden ist ihm dies, seit er in dem Murnauer Ortsteil Westried lebt. Täglich muss er dort über die Staatsstraße 2062, die direkt vor seiner Haustüre verläuft, um mit dem Hund Gassi zu gehen. „Ich habe schon wirklich viele brenzlige Situationen erlebt“, sagt er.

Der Grund: Viele Fahrzeuglenker hielten sich nicht an das Tempo-Limit von 60 Stundenkilometern, das in dem Abschnitt gilt. Für Haitel steht fest: Die Raserei sei ein Problem - und stelle ein Unfallrisiko dar. Viele donnerten seiner Einschätzung nach mit 70 bis 80 Sachen vorbei, einige sogar mit bis zu 120. Einmal habe ihn ein Verkehrsrowdy sogar noch angehupt - ohne den Fuß vom Gas zu nehmen.

Er sei mit seiner Kritik nicht allein, betont Haitel, der bei der Westrieder Firma Kern als Netzwerkadministrator arbeitet. Viele Anwohner aus Westried und Moosrain, vor allem Hundehalter, hätten ähnliche Erfahrungen gemacht. Mit einem Brief hat sich jetzt Haitel an die Murnauer Rathaus-Verwaltung gewandt. Seine Forderung: fest installierte Blitzer in beiden Fahrtrichtungen. Tempo-Sünder könnten dann zur Kasse gebeten und „erzogen“ werden, so Haitels Kalkül. Die mobilen Anlagen der Polizei, die an der Stelle nur hin und wieder für einige Stunden aufgestellt werden, bringen nach Einschätzung des 53-Jährigen nichts. Sein Appell: Die „massiven, notorischen und erheblichen Verstöße gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung“ dürften nicht länger hingenommen werden.

Für die Gemeinde ist das Thema nicht neu. Allerdings seien ihre Möglichkeiten begrenzt, betont Florian Krammer vom Ordnungsamt. Denn die Staatsstraße falle in den Zuständigkeitsbereich des Landratsamtes und des Staatlichen Bauamtes Weilheim. Haitels Schreiben wurde weitergeleitet. Krammer weist darauf hin, dass man heuer bereits eine Entschärfung der Situation bewirkt habe: Die Tempo-60-Zone wurde nämlich verlängert. Sie reicht jetzt bis zur Abzweigung nach Grafenaschau und schließt dort die Bushaltestelle mit ein.

Dem Landratsamt und der Polizei sind in Westried „keine massiven Geschwindigkeitsübertretungen“ bekannt, erklärt die Pressestelle der Kreisbehörde auf Anfrage. Auch handle es sich um keinen Unfallschwerpunkt. Florian Kleiner, der bei der Murnauer Polizeiinspektion für das Sachgebiet Verkehr zuständig ist, kündigt weitere Kontrollen an. Bislang seien diese sporadisch abgehalten worden. Vielleicht mache es Sinn, so der Polizeihauptkommissar, die Geschwindigkeit der Autofahrer mehrere Tage lang mit einem fest installierten Gerät zu messen und auszuwerten. Kleiner: „Wir gehen der Sache nach.“ (as)

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