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Der Abbruch droht: der ehemalige Tengelmann-Markt am Lindenthal.

Das ist am Lindenthal geplant

Tengelmann-Areal: Wohnungen statt Supermarkt

Murnau - Die Tage des Einkaufsmarktes an der Lindenthalstraße sind wohl besiegelt: Auf dem ehemaligen Tengelmann-Areal sollen Mehrfamilien- und Doppelhäuser entstehen. Auch Gewerbe ist vorgesehen. 

An der Fassade bröckelt die Farbe, der „Tengelmann“-Schriftzug ist längst abmontiert. Nun sind wohl auch die Tage des ehemaligen Einkaufsmarktes an der Lindenthalstraße 10 in Murnau besiegelt, das einer Münchner Privatperson gehört. So hatte der Murnauer Bauausschuss bei seiner von Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) geleiteten Sitzung auf Vorbescheid für eine Neubebauung des etwa 3500 Quadratmeter großen Areals zu befassen.

Nachdem die Pläne eines benachbarten Autohauses, dort eine Werkstatt nebst Ausstellungshalle und Wohnungen aus Emissionsschutzgründen zu errichten, nicht verwirklicht werden konnten, ist nunmehr auf dem Grundstück eine Mischbebauung aus Wohnungen und Gewerbe vorgesehen. Wobei das Wohnen überwiegt.

„Wir befinden uns mit dem Vorhaben im Innenbereich, die Erschließung ist gesichert“, stellte dazu Marktbaumeister Klaus Tworek fest. Geplant seien im südwestlichen Bereich ein Dreispänner, nördlich davon ein Gebäude mit einer gewerblichen Einheit und Wohnen im Obergeschoß, dazu im Osten zwei Doppelhäuser. Die Zufahrt zu eben jenen soll über eine Stichstraße am Nordrand des Grundstücks erfolgen, wobei kein Wendehammer vorgesehen ist.

Insbesondere für die Entsorgung durch die Müllfahrzeuge ist dies von Bedeutung: „Die Hinterlieger müssten ihre Mülltonnen bis vor zur Lindenthalstraße ziehen, zumal die Müllfahrzeuge wegen der Unfallvorschriften nicht rückwärts in die Stichstraße einfahren dürfen“, erklärte der Marktbaumeister. Damit ein solches Fahrzeug umkehren könnte, müsste der Wendehammer mindestens eine Größe von 14 mal 20 Meter aufweisen: „Nur geht damit eine Menge wertvolle Fläche verloren. Ich würde nicht so weit gehen, ihn zu fordern.“ Johann Scherrer (CSU) warnte davor, mehr und mehr das Gewerbe zugunsten von Wohnbebauung zu verdrängen. Und Gremiumsmitglied Stefan Lechner (ÖDP/Bürgerforum) störte sich an der seiner Meinung nach wenig glücklichen Anordnung von Gewerbe und Wohnen bei dem neuen Projekt. „Die Wohnbebauung wird vom Gewerbe ja regelrecht in die Zange genommen“, beanstandete er, auf die Autowerkstatt im Süden anspielend. Sinnvoller wäre es, bei den vorgesehenen Neubauten das Gewerbe im Süden und das Wohnhaus im Norden anzuordnen. 

Beuting gab ihm recht. Und so wurde der Beschlussvorschlag dahingehend erweitert, dass eine Bebauungsvariante erarbeitet werden soll, die im südwestlichen Bereich die Gewerbeeinheit, und im nordwestlichen eine reine Wohnnutzung vorsieht. Wie das Tagblatt vom Leiter der Bauverwaltung, Ingo Presuhn, erfuhr, werden die Pläne erst nach der Überarbeitung an das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen weitergereicht. Die Verdrängung von Gewerbe aus den Murnauer Mischgebieten sieht auch Anwohner Alexander Herber mit Sorge: „Ich kenne das Problem gut, und finde es bedauerlich, dass immer mehr Firmen ihre oft traditionsreichen Betriebe auf die grüne Wiese verlagern. Das ist ein Trend, der nicht aufzuhalten ist“, sagte der Unternehmer, der im Lindenthal eine Kartonagenfabrik betreibt. „Die Grundstückspreise in Murnau sind in den vergangenen Jahren so stark gestiegen, dass eine Wohnbebauung aus wirtschaftlicher Sicht attraktiver ist als eine gewerbliche. Nichtsdestotrotz werden wir bleiben.“

Heino Herpen

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