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Bleibt im Eigentum der Unternehmensgruppe: das Tengelmann Center am Murnauer Untermarkt.

Supermarktkette in der Krise

Tengelmann im Landkreis: Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

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Murnau - Die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann soll zerschlagen werden. Davon betroffen sich auch die vier Filialen im Landkreis. 

Die deutschlandweit rund 16 000 Mitarbeiter der verlustreichen Supermarkt-Kette Kaiser’s Tengelmann blicken einer unsicheren Zukunft entgegen. Der Einzelhandelsriese wird ab der kommenden Woche wohl zerschlagen – nachdem Rettungsgespräche gescheitert sind. Im Raum stand eine Übernahme durch Edeka. Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub rechnet laut einer Pressemitteilung der Unternehmensgruppe, die ihren Sitz in Mülheim an der Ruhr hat, mit den Verlust vieler Arbeitsplätze, denn: „Leider müssen wir davon ausgehen, dass für zahlreiche Filialen kein Supermarktbetreiber gefunden werden kann.“

Von dieser traurigen Entwicklung betroffen sind auch die vier Tengelmann-Läden im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Zwei davon befinden sich im Kreisort (Zugspitzstraße und Von-Brug-Straße), einer in Murnau (Tengelmann Center am Untermarkt) und einer in Oberammergau (Rottenbucher Straße). Konkrete Mitarbeiterzahlen hierzu waren von der Pressestelle des Konzerns nicht zu erfahren. Nach Tagblatt-Recherchen dürften es zusammen gut 100 sein. Es läuft wohl auf zwei mögliche Szenarien hinaus: Entweder es finden sich ein oder mehrere Mitbewerber, die die Standorte unter neuem Namen weiterbetreiben und das Personal übernehmen. Oder es stehen Kündigungen und Sozialplanverhandlungen an.

Manfred Schick, Betriebsratsvorsitzender für die Region München und Oberbayern, will die Hoffnung nicht aufgeben. Er glaubt weiter an die Edeka-Lösung. „Wir kämpfen bis zum Schluss“, sagt er. Ein Sonderfall ist das besagte Murnauer Tengelmann Center. Das markante Gebäude mit den vielen Läden und Büros gehört einer Immobilientochter des Handelsunternehmens. Die Liegenschaft in bester Lage soll laut einer Sprecherin nicht verkauft werden, die Fläche des Tengelmann-Marktes werde man vermieten. Die milliardenschwere Tengelmann-Gruppe, die ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert hat, hat neben den besagten Supermärkten – insgesamt sind es rund 450 – viele weitere Geschäftsfelder und Beteiligungen. Zum Firmenverbund zählen etwa der Textildiscounter KiK und die Baumarktkette Obi.

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