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Auf den Knien kredenzen seine Diener dem König nach der Radltour Getränke und ein Handtuch.

Ungewöhnlicher Sportler-Tross

Thailändischer König macht Radl-Ausflug in Unterammergau

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Gekrönte Häupter sind so ungewöhnlich nicht in Unterammergau. Jetzt machte ein schillernder, fremdländischer Monarch in dem kleinen idyllischen Dorf Station. Und zwar in Radl-Kluft.

Unterammergau - Sonntag, später Nachmittag, im Gasthof „Stern“ nimmt alles seinen gewohnten Gang. Gerade ist eine Fußballmannschaft gekommen. Zwei ältere Paare betreten die Gaststube. Plötzlich hektische Betriebsamkeit. Männer mit Funkgeräten, in schwarzer Montur und mit grimmigem Blick, tauchen auf. Bedienungen huschen vorbei, stecken die Köpfe zusammen. Erst allmählich sickert durch – hoher Besuch ist angekündigt: Maha Vajiralongkorn, der neue König von Thailand, heißt es, werde samt Gefolge und Leibwächtern in Kürze in dem Traditions-Gasthof eintreffen, um dort zu speisen. Er kommt von einer Radltour.

Die Vorhut des Trosses bereitet alles generalstabsmäßig vor. Das Nebenzimmer und das Jägerstüberl werden hergerichtet, die Toiletten für andere Gäste gesperrt. Stress pur für die Küche – Töpfe und Pfannen klappern. Es darf nichts schiefgehen.

Wer ist denn nun dieser Maha Vajiralongkorn? Im Dezember vergangenen Jahres nach dem Tod von König Bhumibol wurde der 64-Jährige zum neuen Monarchen von Thailand ausgerufen. Im Gegensatz zu seinem Vater ist Maha in seinem Heimatland nicht sehr beliebt. Partys, Tattoos und drei geschiedene Ehen, aus denen sieben Kinder hervorgingen, verpassten ihm den Ruf eines Lebemanns, der auch schon bauchfrei und in Sandalen am Münchner Airport gesichtet worden ist. Im Stern rückt nun offenbar der Moment der Ankunft von König Rama X., so sein offizieller Titel, immer näher. Die Männer in Schwarz telefonieren pausenlos, Bedienungen tragen die letzten Schalen und Teller in den reservierten Bereich.

Maha Vajiralongkorn, der Sohn und Nachfolger des verstorbenen thailändischen Königs Bhumibol.

Da biegt auch schon eine Kolonne aus rund 30 Radlern, alle ebenfalls im schwarzen Radl-Outfit, um die Ecke. Mittendrin der Thronfolger und seine weibliche Begleitung, Suthida (32), eine frühere Stewardess von Thai-Airways aus München. Im Hof zwischen dem Gasthaus und einem Bauernhaus empfangen die Diener auf Knien ihren Herrn: Einer trägt ein Tablett, auf dem ein weißes Handtuch liegt. Ein anderer hält vier Getränkeflaschen mit Strohhalmen bereit. Als Maha und Suthida auf zwei, mit weißem Stoff überzogenen Stühlen Platz genommen haben, entfernt sich ein Begleiter in Radldress und mit Helm, rückwärts auf den Knien rutschend von seinem Gebieter. Es wird nicht gesprochen, Gesten der Ehrerbietung prägen die Szene. Die hübsche Freundin des Königs trinkt derweil eine heiße Schokolade. Kurz darauf verschwinden beide im Jägerstüberl, um sich zu stärken. Auf dem Menüplan stehen unter anderem Kartoffelröstinchen, Putensteaks, Garnelen und Bratwürste. Derweil fährt vor dem Haupteingang des Gasthofs ein blauer Porsche vor, interessiert beobachtet von einem Stammgast, der gerade eine Zigarette raucht. Zehn Minuten später geht wieder alles ganz schnell: Drei Bodyguards voraus, drei am Ende, mittendrin der Monarch und seine Begleitung. Das Paar steigt in den Sportwagen, der dann in Richtung Ammerbrücke davonbraust. Abgang eines Königs.

Am Starnberger See hat er eine Villa für zehn Millionen Euro

Es war nicht das erste Mal, dass Maha Vajiralongkorn im Landkreis gesehen wurde. Meistens ist er mit seinem Radl-Tross unterwegs, rund um Murnau oder in Eschenlohe, wo er sich auch schon im Gasthof Brückenwirt verköstigen ließ. Ins Oberland bricht der 64-Jährige meist von Tutzing aus auf, wo er am Starnberger See eine Villa für zehn Millionen Euro sein Eigen nennt.

Mit dem lockeren Leben wird es in wenigen Monaten für den König vorbei wohl sein: Nachdem am 13. Oktober das Trauerjahr in Thailand zu Ende ist, dürfte bald der feierliche Akt der Krönung des zehnten Königs der Chakri-Dynastie anstehen. Bei Radltouren im bayerischen Voralpenland wird man den exzentrischen König danach wohl nicht mehr erblicken.

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