Fördert Laienschauspieler: der Murnauer Willi Manske. Foto: Archiv sj

Theaterfestival Murnau: Feste Größe im Kulturbetrieb

Murnau - Das Murnauer Theaterfestival findet heuer im Frühjahr vom 28. April bis 1. Mai zum zweiten Mal statt - und wartet mit einem Spitzen-Programm auf.

Sowohl einheimische als auch auswärtige Gruppen, Laien und Profis, werden an den vier Spieltagen auf der Bühne stehen und kulturelle Leckerbissen servieren.

Festival-Initiator und Schauspieler Willi Manske, bekannt aus zahlreichen Spielfilmen und Fernsehproduktionen wie etwa „Dahoam is Dahoam“, hat Großes vor: „Das Theaterfestival soll eine feste Einrichtung werden“, kündigt er an - nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr. Damals sahen sich insgesamt rund 800 Theaterfans die Aufführungen an. Offen sei noch, so der Murnauer weiter, ob die Veranstaltung künftig jedes Jahr oder alle zwei Jahre stattfindet. Dies hänge davon ab, wie heuer die Zuschauer-Resonanz ausfällt. Der Traum des 59-Jährigen ist es, dass sich das Projekt eines Tages zu kleinen Seefestspielen entwickelt. Dafür müsste man freilich die Termine in den Mai oder Juni verlegen, wenn es im Freien wärmer ist.

Die Chancen stehen gut, dass sich heuer der Erfolg des Auftakts wiederholt. Das siebenköpfige Organisationsteam - Veranstalter ist das von Manske 2005 gegründete Freie Theater Murnau - hat ein vielversprechendes Paket mit insgesamt 13 Vorstellungen geschnürt. Diese finden nicht nur abends, sondern auch vormittags, nachmittags und zu später Stunde („Late Night“) statt - vorwiegend im Kultur- und Tagungszentrum, aber auch im Nobelhotel Alpenhof, in der Kaffeerösterei, im Café Krönner und im Restaurant Auszeit.

„Es werden alle Bereiche abgedeckt“, verspricht Manske. Die Palette reicht von der Komödie über inhaltsschwere Kost bis hin zur Kinder-Unterhaltung. „Das Theaterfestival Murnau hat sich rumgesprochen. Wir haben bereits viele Anfragen von Gruppen, die bei uns auftreten möchten“, sagt Mitorganisator Florian Perchtold.

Der Ohlstädter Grafikdesigner ist in einer interessanten Inszenierung des Freien Theaters zu sehen. Er schlüpft in dem Klassiker „Der Bockerer“ in die Hauptrolle. Darin wird mit Wiener Schmäh das Schicksal des Fleischhauers Karl Bockerer während der NS-Zeit in Österreich erzählt. Premiere feiert das Stück im März, während des Festivals wird es wiederholt.

Ein weiteres Highlight dürften die Auftritte der Marburger Waggonhalle werden. Die Truppe präsentiert unter anderem die Komödie „Ladies Night“. Der Stoff war unter dem Titel „Ganz oder gar nicht“ ein Kinokassen-Knüller. Im Mittelpunkt: eine Gruppe arbeitsloser Männer, die versuchen, als Stripper ihr Geld zu verdienen.

Ernster wird es bei der szenischen Lesung „Tannöd“. Es handelt sich um die bekannte und mehrfach aufgegriffene Geschichte eines sechsfachen Mordes auf einem Einödhof in den 1950er Jahren. In Murnau nehmen sich die Schauspieler Heinz Braun und Johanna Bittenbinder des schwierigen Themas an.

Manske stellt das Künstlerdrama „Der Theatermacher“ von Thomas Bernhard vor. Zudem liest er aus den Werken Oskar Maria Grafs - zusammen mit Ursula Erber, die in „Dahoam is Dahoam“ seine Mutter spielt und Schirmherrin des Festivals ist. (as)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare