Sponsorentreffen der Initiative Oberland für Tibeter im Mittenwalder Rathaus: (v. l.) Khenpo Janyang Tenzin aus Mundgod, Stefan Rahim, Gabriele Lechl, Alexander Rahim, Eva Aschenbrenner, Gundula Cominotto und die Vorsitzende Angelika Lechl-Rahim. foto: habersetzer

Tibethilfe: 2,8 Millionen für die Ärmsten der Armen

Mittenwald - Die Augen vor dem Elend niemals verschließen. Dieser Maxime ist Heinz Lechl aus Mittenwald stets treu geblieben. Im Dezember 2011 starb er, seine Initiative Oberland lebt weiter.

„Wir können nichts bewegen, wenn Ihr uns nicht unterstützt.“ Das war die zentrale Botschaft der Vorsitzenden Angelika Lechl-Rahim beim Sponsorentreffen der Initiative Oberland im Mittenwalder Rathaus. Vor 13 Jahren hatten der Mittenwalder Architekt Heinz Lechl (1932 bis 2011) und seine Frau Gabriele aufgrund eigener Erfahrungen das Hilfsprojekt für tibetische Flüchtlinge ins Leben gerufenen. Seitdem haben Lechl und Co. sehr viel bewegt, wie Schatzmeisterin Barbara Netter anhand beeindruckender Zahlen zu berichten wusste.

Mit dem sagenhaften Betrag von 2 786 000 Euro unterstützte die Initiative Oberland die Ärmsten der Armen, die vor den chinesischen Invasoren ins Exil nach Indien geflüchtet sind, in Form verschiedener sozialer Projekte. In Anbetracht der enormen Summe nimmt man Netter durchaus ab, dass sie bei ihrem Vortrag eine Gänsehaut bekam.

Seit dem vergangenen Treffen vor zwei Jahren brachten die 850 Patenschaften 368 000 Euro für ihre Schützlinge in die Kasse. 205 000 Euro flossen in dieser Zeit in diverse Projekte. Dazu zählten der Bau von Wasserleitungen, die Renovierung von baufälligen Wohnhäusern, die Unterstützung einer Armen-Apotheke sowie die Bildung von Notfall-Fonds und Soforthilfen für die Hochwassergeschädigten in Ladakh (Nordindien).

Meilensteine waren zudem die Realisierung eines Alten- und Sterbehauses sowie einer Schule. Diese kostete 65 000 Euro, bezuschusst mit 31 000 Euro durch die Aktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks und die Sparkassen. „Die Einweihungszeremonie war für mich beeindruckend, weil es weit und breit die schönste Schule geworden ist. Darauf sind wir stolz“, meinte Lechl-Rahim.

Für die Finanzierung des Hospizgebäudes überzeugte die Tochter von Heinz Lechl den Garmisch-Partenkirchner Rotary Club mit seinen Kontaktclubs Newport, Wavre und Vernon zur Übernahme der Gesamtkosten von 22 000 Euro. Wobei die Werdenfelser den Löwenanteil trugen.

Geplant ist auch eine Patenreise nach Nordindien und ins südindische Kloster Mundgod, dem Zentrum der Tibet-Hilfe. Diese Reise hat Gundula Cominotto bereits hinter sich. Sie zeigte Bilder einer Exkursion ins Sakkya Nonnenkloster. Dort werden mittellose Flüchtlingskinder aufgenommen, betreut und ausgebildet. Cominottos Aufnahmen zeigten durchwegs glückliche, zufriedene und hoffnungsvolle Kinder.

Khenpo Janyang Tenzin, der maßgeblich die Umsetzung der Hilfsmaßnahmen in Indien managt, dankte namens der Flüchtlinge für die großzügigen Spenden.

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