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urenabgang am Ferchenbach: Den Schaden, der nach starken Regenfällen entstanden ist, begutachten 2013 Mitarbeiter des Forstbetriebs Oberammergau, des Wasserwirtschaftsamts und der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen.

Das Wetter, ein echtes Phänomen

Tief über dem Landkreis

Landkreis - Ein besorgter Blick gen Himmel gehört dazu, wenn man sich in dieser Woche etwas vornimmt. Das Wetter bleibt wechselhaft – und es kommt immer wieder zu Regen. Für Robert Schardt von der Wetterwarte Garmisch-Partenkirchen ist das aber „völlig normal“ für diese Jahreszeit.

Das Wetter, es gibt kaum ein Thema, das die Menschen mehr bewegt. Zu heiß, zu kalt, zu viel Regen – solche Klagen werden immer laut. Dabei liegen die momentanen Verhältnisse Wetterbeobachter Robert Schardt zufolge „absolut im Normalbereich“. Und zwar sowohl von den Temperaturen, als auch von den Niederschlagsmengen. Dass es in den kommenden Tagen wechselhaft, unbeständig, mit viel Regen bleibt, „liegt an dem umfangreichen Tief über Mittel- und Westeuropa“. Dieses ziehe nur sehr langsam weiter, betont der Experte der Wetterwarte Garmisch-Partenkirchen. „Wenig Wind“ sei dafür verantwortlich, verdeutlicht sein Kollege auf der Zugspitze, Marco Kirchner, das Dilemma. Deshalb war es auch am Wochenende stellenweise zu Starkregen und massivem Hagel gekommen. „In Murnau war alles weiß“, erinnert sich Kirchner. Wenige hundert Meter weiter derweil fast trocken. Ein Phänomen, das er mit der langsamen Zuggeschwindigkeit des Gewitters erklärt.

Niederschlagsmengen von 100 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden seien um diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich, räumt Schardt ein. Zumindest nicht, wenn’s temporär passiert. Allerdings „kann es dann schon zu Schlamm- oder Gerölllawinen kommen, wenn ein Ort am Hang liegt und der nicht komplett bewaldet ist“. Ein Szenario, vor dem der Forstbetrieb Oberammergau bei den heftigen Regenfällen am Wochenende verschont blieb. 540 Kilometer Forststraßen liegen in seinem Zuständigkeitsbereich, der den Großteil des Landkreises Garmisch-Partenkirchen sowie weite Bereiche der Landkreise Weilheim-Schongau und Ostallgäu umfasst. Freilich komme es auch hier immer wieder zu Schäden, sagt Richard Baur, stellvertretender Leiter des Forstbetriebs. Dabei fallen ihm zum Beispiel die Mure in der Nähe von Grafenaschau oder die am Ferchenbach im Gemeindegebiet Garmisch-Partenkirchen ein. Nach enormen Schäden bei den Hochwasserereignissen 1999 und 2005 „haben wir mehrere Millionen Euro in unser Wegenetz gesteckt“. Die zusätzlichen Durchläufe etwa, die ein schnelleres Ablaufen des Wassers ermöglichen, und andere Maßnahmen nennt er „gut angelegtes Geld“.

Das gelte auch für die Investitionen, die im Bereich des Wasserwirtschaftsamts Weilheim geflossen sind. Karlheinz Daamen, in der Behörde unter anderem für die Warndienste zuständig, bestätigt, dass der Starkregen der vergangenen Tage auf die Flüsse und andere größeren Gewässer im Landkreis keinen Einfluss gehabt habe. Das Problem bei den Überflutungen in Peißenberg am Wochenende seien nicht die Bäche gewesen, unterstreicht Daamen. „Vielmehr lag’s hier an der Kanalisation, die überhaupt nicht auf diese Wassermengen ausgelegt ist.“

Den Eindruck, dass sich Dauerregen und andere Extreme mittlerweile häufen, teilt der Vertreter der Weilheimer Behörde. Für Wetterbeobachter Schardt ein Beleg für das „Wetter-Kurzzeitgedächtnis der Menschen“. Für ihn sind die momentanen Bedingungen „eine normale Sache“. Wer allerdings seine Blumentöpfe auf dem Balkon oder der Terrasse aufgestellt hat, sollte derzeit Pflanzen, die zu viel Nässe nicht vertragen, eher unters Dach stellen. Eine Möglichkeit zu reagieren, stellten auch Unwetterwarnungen dar, wie sie zuletzt am Wochenende für den Landkreis herausgegeben worden waren. Vor Gewittern werde nur kurzfristig gewarnt, so dass noch Blumen und anderes in Sicherheit gebracht und Fenster geschlossen werden können. Mehr Vorlauf gebe es im Fall von Starkregen – und der interessiert auch Daamen. Fallen über mehrere Tage große Mengen an Niederschlägen, dann bestehe die Gefahr von Überschwemmungen. Die aktuellen Bedingungen, bei denen es zwischendurch immer wieder Trockenphasen gibt, bergen diese Gefahr nicht.

Auch Rainer Zurwesten, der in Krün eine private Messstation betreibt, bestätigt, dass alles im grünen Bereich liegt. Dafür, dass das Wetter die Menschen immer sehr bewegt, hat er derweil eine simple Erklärung: „Wenn man schöne Tage nicht richtig nutzen kann, dann vergisst man das schnell wieder.“

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