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Helmut Hackl, Technischer Leiter der Gemeindewerke, zeigt die Schäden im Dachbereich der Tiefgarage.

Tiefgarage unter Murnauer Münter-Platz ein Sanierungsfall

Undichte Decke, verrosteter Stahl

Fachleute sind sich einig: Die Tiefgarage unter dem Murnauer Münter-Platz muss nächstes Jahr saniert werden. Die Kosten hierfür werden auf mindestens 350000 Euro geschätzt.

Murnau – Von der Decke der Tiefgarage unter dem Gabriele-Münter-Platz in Murnau tropft Wasser, kleinere Stücke der Betondecke sind bereits herausgebrochen, und auf einem Abflussrohr gleich daneben haben sich Rost und Schimmel breitgemacht. Selbst jedem Laien dürfte auf den ersten Blick klar sein, dass hier Sanierungsbedarf besteht. „Nach meinem Kenntnisstand ist die Tiefgarage 1984 gebaut worden“, sagt Helmut Hackl, Technischer Leiter der Gemeindewerke, die für das Bauwerk zuständig sind.

    Das Kernproblem stellt nach seinen Worten die nicht funktionierende Ableitung des Regenwassers auf der Dachkonstruktion dar. „Die Garage hängt nach Südwesten, und man hat bereits beim Bau in den so genannten Kaskadenfeldern Abläufe geschaffen, durch die das Wasser abgeführt wurde“, erklärt Hackl. „Damals war die Garage hundertprozentig dicht. Allerdings wurde sie 2001 umgestaltet, und da ist meines Erachtens nach einiges schief gelaufen“, bedauert der Werkleiter. „Nach dem Motto ‚Das Wasser wird schon irgendwo weglaufen’ hat man damals auf diese Abläufe nicht mehr geachtet und sie teilweise herausgerissen oder zubetoniert.“ Dies habe fatale Folgen gehabt: „Man muss sich das so vorstellen, dass an den Oberzügen zwischen den Kaskadenfeldern zwei Betonfugen aneinander laufen. Jetzt staut sich das Wasser und läuft über diese Fugen drüber, die im Laufe der Zeit brüchig und porös geworden sind. Im Winter friert das Ganze noch zusätzlich – und dann kommt es zu Abplatzungen.“ Durch das Streusalz, das bis 2001 im Winter von den parkenden Autos herabtropfte, verschärfte sich das Problem und verursachte laut Hackl beim Stahl in den Betondecken und -wänden Korrosion. Das heißt: Er begann zu rosten.

    Inzwischen hat eine Sachverständige ein Gutachten als Grundlage für eine Sanierung erstellt; und ein Ingenieurbüro wurde beauftragt, diese zu planen. Anstelle der ursprünglich vorgesehenen Lösung, den ganzen Gabriele-Münter-Platz komplett abzuräumen und das darunter liegende Dach der Tiefgarage großflächig abzudichten, favorisieren die Gemeindewerke nach Auswertung der Messergebnisse ein etwas weniger aufwändiges und kostengünstigeres Vorgehen. „Wir haben die Betonüberdeckung geprüft und in vielen Bereichen mittels Bohrungen die Chloridbelastung durch Streusalz gemessen. Diese Untersuchungen haben ergeben, dass wir im oberen Bereich relativ wenig machen müssen. Wir werden versuchen, die Abläufe wieder einzubauen, damit ein Großteil des Wassers wieder ablaufen kann.“ Überdies müsste der Sockelbereich, wo die Betonstützen in die Fundamente übergehen, freigelegt werden, da dort offensichtlich Schäden durch Chlorideinträge aufgetreten sind: „Denn dort wird ja nach wie vor geparkt, und die Autos bringen in jedem Winter jede Menge Streusalz mit.“ Die Stahlarmierungen müssten demzufolge teilweise freigelegt und mit Rostschutz beschichtet werden, zudem steht die Verpressung von Rissen und undichten Stellen an.

    Hackl schätzt die Gesamtkosten der Sanierung auf mindestens 350 000 Euro, mit weiteren 40 000 Euro schlage das Planungshonorar für Tragwerk und Statik zu Buche. Das Jahr 2017 werde für die Vorbereitungen benötigt, 2018 sollen dann die Arbeiten beginnen. Parallel dazu wird in der Bahnhofstraße mit der Sanierung der Kanäle begonnen, wobei die Bürger davon wenig mitbekommen werden: „Das wird von den Revisionsschächten aus mit Robotern erledigt“, berichtet Hackl. Diese Vorgehensweise helfe außerdem, fährt er fort, Kosten zu sparen.

Heino Herpen

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