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Illegaler Welpenhandel ist ein Problem, mit dem Tessy Lödermann immer wieder konfrontiert wird. Darüber informiert sie auch Florian Streibl, den Landtagsabgeordneten der Freien Wähler, und stellt ihm zwei Betroffene vor: Fey und Freya, Bretonische Spaniel aus einer Zucht in Bulgarien.

Tierheim Werdenfels derzeit rappelvoll

Das Zuhause der Tiere

Garmisch-Partenkirchen - Tessy Lödermann liegt das Wohl von Tieren am Herzen. Dafür setzen sich die Leiterin des Tierheims Werdenfels und ihre Mitarbeiter mit sehr viel Engagement ein. Momentan ist die Einrichtung in der Schmalenau „rappelvoll“ – mit Pensionsgästen, Fundtieren und Vierbeinern, die dort ihr neues Zuhause haben.

Balu ist alt, nicht mehr ganz gesund und soll nun einen schönen Lebensabend im Tierheim Werdenfels genießen. Dorthin haben seine Besitzer den Rüden gebracht. Den grauen Schnauzer-Mix kennen viele von Spaziergängen, wohl deshalb bewegt sein Schicksal die Garmisch-Partenkirchner. Aufmerksam wurden sie darauf durch einen Facebook-Post der Einrichtung. Und der rief heftige Kommentare hervor: „Was gibt es nur für herzlose Menschen?“ und „Bin entsetzt!!!“ waren nur einige, die unter dem Bild des Hundes gepostet wurden. „Reine Hysterie“, entrüstet sich Tierheim-Leiterin Tessy Lödermann. „Das ist ein ganz normaler Vorgang und die Halter haben es sich nicht leicht gemacht.“

Die Einrichtung in der Schmalenau nimmt jedes Jahr bis zu 1500 Tiere aus den unterschiedlichsten Gründen auf. Einige werden gefunden, andere abgegeben. Oft nur temporär, wenn die Besitzer in den Urlaub fahren oder ins Gefängnis müssen. In anderen Fällen können sich die Frauchen oder Herrchen nicht mehr kümmern, beispielsweise aus Krankheitsgründen. Oder, wie in Balus Fall, wenn das Tier wegen Altersschwäche nicht mehr zu Hause gehalten werden kann.

„Derzeit sind wir rappelvoll“, sagt Lödermann. Sie beherbergt aktuell 25 Hunde, 100 Katzen, 35 Katzenbabys und 50 Kleintiere wie Vögel oder Reptilien. Die meisten davon sind herrenlos. Für sie wird dann ein neues Zuhause gesucht. „Wir vermitteln gut“, betont Lödermann stolz. Sogar bis München oder Tirol hat sie schon Tiere vergeben.

Im Fall des altersschwachen Balu haben die Besitzer ihrer Meinung nach genau das Richtige getan. Hier werde ihm die beste Pflege zuteil. Spezielles Futter, Physiotherapie, großer Auslauf. „Wir denken immer an das Tierwohl.“ Außerdem sei für die Aufnahme reichlich gespendet worden. „Vielleicht findet sich noch jemand, der Balu einen schönen Lebensabend ermöglicht. Wenn nicht, bleibt er eben bei uns“. Die Reaktionen auf Facebook kann die Vorsitzende des Tierschutzvereins im Landkreis auf alle Fälle nicht nachvollziehen.

Weit größere Probleme sind Fälle von wirklicher Tiermisshandlung. Auch in solchen Fällen helfen Lödermann und ihr Team. Zwei Dinge sind in letzter Zeit besonders im Fokus. Zum einen illegale Welpentransporte. Die jungen Hunde werden dabei in viel zu enge Käfige gepfercht und im Alter von nur zwei Wochen schon transportiert, obwohl sie dafür noch zu klein sind. Da sind bayernweit alle Tierheime gefordert. Wie auch im Fall des sogenannten „animal hoardings“. Hier lassen es die Besitzer zu, dass sich Tiere unkontrolliert vermehren, und verwahrlosen dann mit ihnen in ihrer Wohnung. Vor einiger Zeit gab es so etwas im Landkreis Rosenheim. Damals waren 200 Ratten in einer Wohnung. Die kann unmöglich eine einzelne Einrichtung aufnehmen. Darum werden diese dann über die Landkreise verteilt.

Wer persönlich das passende Haustier sucht, soll sich im Tierheim melden. Dort wird jeder Anwärter von Lödermann und ihren Mitarbeitern ausgiebig beraten, um so zu verhindern, dass Leute die Katze im Sack kaufen. „Das ist leider bei vielen Online-Portalen so.“ Grundsätzlich sollte aber erst darüber nachgedacht werden, ob man selbst wirklich ein Tier halten kann. Wären hier mehr Menschen ehrlich zu sich selbst, müsste so manches Tier nicht ins Heim.

Von Magnus Näbauer

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