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Geehrt für langjährige Verdienste um den Tierschutzverein: (v. l.) Zweite Vorsitzende Gitta Wünsch, Franz Oberbauer, Klaus Hilleprandt, Nina Friedrich, Daniel Moghaddass und Tessy Lödermann.

Pauschale für Fundtiere wird erhöht

1262 Tiere in der Obhut

Garmisch-Partenkirchen - Der Tierschutzverein Werdenfels hat seine Jahresbilanz gezogen. Das Ergebnis: Das Heim ist gut ausgelastet. Die Hilfsorganisation plant, das ganz alte Katzenhaus abzureißen, um Platz zu gewinnen. 

Diesmal fing sie mit den schattigen Seiten ihrer Tätigkeit an: „Im Jahr 2015 waren 1262 Tiere in unserer Obhut“, sagte Tessy Lödermann, „denn Tierschutzarbeit ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft: Von finanziellen Notlagen, von Scheidungen, Mietnomaden, Gefängnisaufenthalten und psychischen Erkrankungen sind nämlich nicht nur die Menschen betroffen, sondern häufig auch ihre Tiere, die dann ins Tierheim kommen“.

Die Frau, die seit 1999 Chefin des Tierschutzvereins Garmisch-Partenkirchen ist und ein Tierheim geschaffen hat, das landes- und bundesweit als herausragend gilt, kam kürzlich bei der Jahresversammlung im Gasthof Schatten schnell zur Sache: „Aus dem gesamten Oberland, ja bis aus München und dem benachbarten Tirol kommen Menschen zu uns, die einen neuen tierischen Freund suchen. Und das ist gut so. Denn jedes Tier, das wir in gute Hände geben können, macht Platz für ein anderes Tier, das unserer Hilfe bedarf.“

Während sich der Verein, als Lödermann vor 17 Jahren die Leitung übernahm, noch mit 251 Vierbeinern und anderem Getier befassen musste, waren sie, ihre Stellvertreterin Gitta Wünsch sowie die Vorstandsmitglieder, Mitarbeiter und „Gassigeher“ im vergangenen Jahr mit dem Mehrfachen beschäftigt: mit 263 Hunden, 590 Katzen, 201 Kleintieren, 61 Exoten von der Schildkröte bis zur Natter, 65 Ziervögeln, 48 Wildtieren und 34 Wildvögeln. 325 dieser Bewohner des Gebäudekomplexes unterm Kramer waren Fundtiere, davon 84 Hunde, 192 Katzen, 10 Kaninchen, 8 Schildkröten, 18 Nestlinge und 29 Igel. Für die Betreuung der Fundtiere, die ja als „Fundsache“ eine Pflichtaufgabe der Gemeinden sind, hat man hier im Landkreis eine zweckmäßige Lösung gefunden: „Die Kommunen zahlen uns dafür 60 Cent pro Einwohner und Jahr, ab 2017 sogar 70 Cent“, sagte Lödermann.

Als besonders mühevoll schilderte sie die Arbeit mit dem Einfangen und anschließenden Kastrieren streunender Katzen. 132 waren es im vergangenen Jahr. Die Katzenkinder bleiben im Tierheim zur Vermittlung, die Streuner kehren nach der Kastration zum Fundort zurück – und die Leute dort werden nicht nur gebeten, die Tiere zu füttern, sie erhalten auch gleich Futter. Katzen, die nicht zurückgebracht werden können, bleiben im tierheimeigenen „Freigängerdorf Schnurrhausen“.

Die Vorsitzende wies darauf hin, dass die neue 4675 Quadratmeter messende Hunde-Freilauffläche bereits erfolgreich in Betrieb sei und man sich mit der Bundeswehr wegen des angrenzenden Übungsplatzes darauf geeinigt habe, dass Einsätze auf dem Gelände vorher angemeldet werden und der Verein einen Schrankenschlüssel erhalte. Außerdem sei geplant, das ganz alte Katzenhaus abzureißen und durch ein Kleintier- und Vogelhaus zu ersetzen. Dadurch würde man im Katzen- und Kleintierhaus, das aus allen Nähten platze, mehr Raum gewinnen, berichtete Lödermann.

Über die Finanzen der Organisation gab schließlich der von Schatzmeisterin Christine Führler-Wolf erarbeitete Bericht ausführlich Auskunft: Den insgesamt 502 181 Euro Einnahmen stehen 408 292 Euro Ausgaben sowie 71 329 Euro Abnutzungs-Absetzungen gegenüber, womit ein Überschuss von 22 559 Euro verblieb.

Wolfgang Kaiser

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