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Zerbrochene Freundschaft: SCR-Manager Ralf Bader (r.) und Trainer Toni Krinner trafen sich vor Gericht wieder.

SCR siegt vor Gericht

Kündigung ungültig: Krinner darf nicht zur Konkurrenz

Garmisch-Partenkirchen - Toni Krinner darf nicht als Trainer des EV Landshut arbeiten. Das Gericht hält seine Kündigung als Eishockey-Coach des SC Riessersee für nicht rechtmäßig.

Es gab eine Zeit, da passte kaum ein Blatt zwischen Ralf Bader und Toni Krinner. Der Manager der SC Riessersee Eishockey Vermarktungs GmbH und der Trainer der DEL2-Mannschaft sprachen eine Sprache, marschierten in eine Richtung. Nichts blieb übrig von der Zweisamkeit. Kein Händeschütteln, nicht einmal ein Gruß: Als sich die beiden am Donnerstag am Amtsgericht in Garmisch-Partenkirchen trafen, ignorierten sie sich eisern. Und jeder beharrte vor der Kammer Weilheim des Arbeitsgerichtes München auf seinem Recht.

Krinner sieht seine fristlose Kündigung beim SCR als rechtmäßig an. Diese hatte er Bader am 19. Januar vorgelegt, nachdem dieser den Vertrag von David Brine nicht verlängert hatte - obwohl Krinner dem Spieler das Gegenteil versprochen hatte. Bader begründete dies mit wirtschaftlichen Zwängen. Krinner führt moralische Aspekte ins Feld. „So mit Menschen umzugehen, das hat Toni Krinner nicht mitgetragen“, ließ er durch Anwalt Klaus Zirngibl mitteilen. „Ein Team muss mir vertrauen“, betonte der Coach dann einmal mehr. Nun aber „konnte ich nicht mehr sagen: Jungs, was ich sage, zählt.“

Bader dagegen forderte ein Grundsatzurteil. „Es kann nicht sein, dass man irgendeinen Grund für eine fristlose Kündigung erfindet und dann zum direkten Konkurrenten wechselt.“ Denn die Tinte auf der Kündigung war kaum getrocknet, da wurde Krinner schon als Chefcoach in Landshut präsentiert. Auch wenn er dort nach eigener Aussage noch keinen Vertrag unterschrieben hat, fordert Bader im Namen des SCR: Krinner dürfe ab sofort bis 15. April sowie von 15. August 2015 bis 15. April 2016 nicht als Trainer beim EVL arbeiten.

Der Vorsitzende Richter Dr. Tobias Romeikat fragte vergeblich nach einem Kompromiss. Die Zeiten sind vorbei. Mit Geld hatte man es bereits versucht: 12 500 Euro Schmerzensgeld hatte Bader gefordert - „vollkommen unverhältnismäßig“, fand Zirngibl. Er bot 7500 Euro. „Das schreit doch nach 10 000“, warf ein Beisitzer des Gerichts ein. „Das ist vorbei“, entgegnete Bader. „Wir wollen eine Entscheidung“, stellte SCR-Anwalt Wolfram Cech klar.

Die bekam er. Und sie fiel genauso aus, wie sich der SCR das gewünscht hatte: Die einstweilige Verfügung ging durch. Krinner darf bis zum Auslauf seines Vertrags nicht beim EV Landshut als Trainer arbeiten, also bis 2016. Der Richter beurteilte Krinners fristlose Kündigung als „eindeutig unwirksam“. Er habe keinen wichtigen Grund vorbringen können. Schon während der Verhandlung machte Romeikat keinen Hehl daraus, dass er Krinners Argumentation nicht nachvollziehen konnte. Juristisch sah er die Sache als „ganz einfach“ an. „Die praktische Seite erscheint mir als die schwierige.“

Genau diese wirft nun Fragen auf. Eigentlich muss Krinner ab morgen dem SCR seine Dienste anbieten. Morgens um halb 6 Uhr fährt das Team nach Bremerhaven. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er da am Bus steht“, sagte ein zufriedener Bader nach der Verhandlung. Was aber macht er, wenn Krinner wirklich als Coach kommt? Der Posten ist ja mit Maurizio Mansi besetzt. „Da gibt es viele Aufgaben“, sagt Bader vielsagend. Es kann freilich nicht in seinem Sinne sein, zwei Trainer zu beschäftigen. Immerhin hatte er Brine aus finanziellen Gründen entlassen.

Ohnehin ist das Szenario unwahrscheinlich. Krinner will gehen, unbedingt. Zumindest für 2015/16 signalisiert Bader Gesprächsbereitschaft. Da könne man über einen Auflösungsvertrag reden. Nicht aber in dieser Saison.

Krinner war nicht mehr da, als der Richter seine Entscheidung verlas. Er hat also auch nicht gehört, dass er eine Ordnungswidrigkeit begeht, sollte er doch Trainerpflichten beim EV Landshut nachkommen: Pro Verstoß drohen bis zu 5000 Euro Strafe.

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