Anprobe: Ludbor Dibelka (l.) hat bei SCR-Ausrüster Thomas Meyer bereits seine neue Arbeitskleidung getestet. foto: Sehr

Topscorer mit Charakter

Garmisch-Partenkirchen - Lubor Dibelka kommt vom EC Peiting zum SC Riessersee und schwärmt: „Die ideale Lösung für mich“

Das Olympia-Eissport-Zentrum, Garmisch-Partenkirchen, der SC Riessersee - irgendwie war Lubor Dibelka davon gleich begeistert. „Als ich damals 2008 nach Deutschland gekommen bin, hab’ ich als erstes ein Freundschaftsspiel hier in Garmisch-Partenkirchen zwischen Riessersee und Augsburg angeschaut.“ Was er rund ums Eisstadion alles zu sehen bekam, gefiel dem 28-Jährigen. „Ich habe mir gedacht, hier würde ich gerne mal spielen.“ Und nach drei Jahren in Peiting ist es nun soweit: Der Stürmer wird ein Weiß-Blauer.

„Ich möchte es in der 2. Bundesliga versuchen, nachdem ich nun drei Jahre Topscorer in der Oberliga war“, nennt Dibelka den Hintergrund für den Wechsel zum Erzrivalen der Peitinger Elche. „Den Fans wird das nicht gefallen. Viele haben schon gesagt: ,Du kannst überall hingehen, bloß nicht nach Garmisch‘“, erzählt er. Doch darauf kann er keine Rücksicht nehmen. „Ich denke, die Leute werden es verstehen. Eishockey ist eben mein Job. Schlimmer wäre es gewesen, wenn ich in der Oberliga zum SCR gegangen wäre.“

Vor dem Absprung aus Peiting war Dibelka schon vor der vergangenen Saison gewesen. „Ich wollte in die zweite Liga.“ Doch die Angebote deckten sich nicht mit dem Interesse. Der Tscheche, der mit Frau und Kind in Peißenberg lebt, will nicht weg aus der Region. Angebote wie aus Weißwasser lehnte er daher dankend ab. „Ich möchte einfach nicht so weit weg von Peißenberg.“

Daher verfolgte er genau, was beim SC Riessersee vor sich ging. „Kontakt hatten wir schon vor sechs oder sieben Wochen“, blickt SCR-Manager Ralph Bader zurück. „Da kam eine lose Anfrage seines Agenten.“ Konkret wurde es dann, als die Meldung rausging, dass der Oberliga-Meister tatsächlich aufsteigen würde. „Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass der SCR die Lizenz bekommt. Denn das ist für mich die ideale Lösung.“ Bader sieht das nicht anders. „Ich glaube, dass er wirklich ein sehr guter Ausländer in der 2. Bundesliga sein kann.“ Vor gut zwei Wochen gab es das erste Treffen. In finanziellen Dingen wurde übrigens nicht groß verhandelt. „Beim Vermittler habe ich damals angefragt, was er sich als Minimum beim Gehalt vorstellt. Dann hab’ ich eine Zahl von ihm bekommen, die ich sofort akzeptiert habe.“ Bader weiß, dass Dibelka „bei anderen Vereinen sicher mehr hätte verdienen können“. Dass der Oberliga-Topscorer dennoch beim SCR angeheuert hat, wertet der GmbH-Chef als echten Charakterbeweis. „Hut ab vor einem Spieler, der da sogar Einbußen in Kauf nimmt, um hier zu bleiben.“

Bader ist sicher, einen guten Fang gemacht zu haben. „Ich habe keinerlei Bedenken, dass er nicht Zweitliga-tauglich ist.“ Im Gegenteil: „Ich hab’ mich immer gefragt, warum er nicht schon früher hoch gegangen ist. Aber das ist jetzt unser Glück.“ Auch Trainer Marcus Bleicher ist glücklich über dem Transfer-Coup: „Viele Leute haben ihn mir wärmstens empfohlen“, betont er. Und: „Der weiß, wo das Tor steht.“

Das will Dibelka den Fans beim SCR in jedem Fall zeigen. „Ich möchte die gleiche Arbeit leisten wie in Peiting“, nennt er als persönliches Ziel. Weiter gedacht heißt das: Er wird Topscorer der 2. Bundesliga. Da lacht er nur und winkt ab. „Wir sind Aufsteiger, das wird bestimmt schwierig.“ Dinge, die auch Bader von seinem Neuzugang nicht erwartet. „Er hat mir gesagt, dass er die Chance zweite Liga nutzen will, und die können wir ihm bieten.“ Nun ist Dibelka ein Weiß-Blauer. (cf)

Der aktuelle Kader

Tor: Hardi Wild, Daniel Huber (Passau Black Hawks/Oberliga).

Verteidigung: Sepp Staltmayr, Andreas Feuerecker, Marcus Weber, Matthias Mayr.

Sturm: Florian Vollmer, Justin Zilla, Tobias Biersack, Maximilian Kastner, Tim Richter (EV Füssen/Oberliga), Martin Pfohmann (EC Peiting/Oberliga), Lubor Dibelka (EC Peiting/Oberliga).

Trainer: Marcus Bleicher (wie bisher).

Abgänge: Josef Lehner (Karriereende), Patrick Zimmermann (ESV Königsbrunn/Bayernliga), Sebastian Weiß (EHC Klostersee), Simon Maier (Deggendorfer SC/Oberliga), Christian Mayr, Michael Rimbeck (beide Ziel unbekannt).

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