Beängstigendes Verschwinden von Mutter (41) und Tochter (16): Wie vom Erdboden verschluckt

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Immer mehr Gäste aus dem arabischen Raum verbringen ihren Urlaub in Garmisch-Partenkirchen und Umgebung.

Zell am See als Negativbeispiel

Kein Knigge für arabische Gäste

Garmisch-Partenkirchen - Die Marktgemeinde ist bei Urlaubern aus den Golfstaaten ein äußerst beliebtes Reiseziel. Auf eine Werbeoffensive im arabischen Raum verzichtet GaPa-Tourismus aber. 

Erst vergangene Woche hat Peter Ries, Tourismus-Chef von Garmisch-Partenkirchen, die Anfrage eines Fernsehsenders bekommen. Ein Team wollte in der Marktgemeinde drehen. Thema war der Ansturm arabischer Urlauber, der in diesem Sommer wieder zu beobachten war. Doch Ries musste die Fernsehleute enttäuschen. Die Hauptsaison ist vorbei. „Ich konnte ihnen nicht versprechen, dass sie noch arabische Urlauber antreffen“, sagte Ries im Tourismus-Ausschuss.

Über mangelndes Interesse seitens der Medien konnte sich die Gemeinde heuer nicht beschweren. Eine dicke Mappe mit allen Zeitungsberichten der vergangenen Monate haben Mitarbeiter der Tourist-Info angelegt. Auch im Ausschuss machte die Sammlung die Runde. Plakative Überschriften wie „Arabisch-Partenkirchen“, fielen ins Auge. Über den Inhalt der teilweise recht zugespitzten Berichte könne man sich nach Ansicht der Tourismus-Direktoren Ries und Peter Nagel streiten. Dennoch sei es Publicity für den Ort.

Einen Medienwert von rund sechs Millionen Euro hat diese Werbung. Diese Summe hätte die Marketing-Abteilung von GaPa-Tourismus investieren müssen, um mit Anzeigen eine ähnliche Aufmerksamkeit für den Ort zu erzielen. „Ein kluger Mann hat einmal gesagt, ,Jede Nachricht ist gut’“, erklärte Ries.

Fokus nur auf Golfstaaten zu richten, ist zu riskant

Dass immer mehr arabische Gäste nach Garmisch-Partenkirchen kommen und auch dort übernachten, zeigen die Zahlen. Trotz dieses Erfolges wolle man nicht ausschließlich auf diese Urlauber setzen. „Wir sind ein internationaler Ort und für alle Nationen offen. So wollen wir uns auch präsentieren“, sagte Nagel. Sich ausschließlich auf die Golfstaaten zu fixieren, sei zu riskant. Schließlich könne der Trend auch bald abreißen.

Auf Werbeoffensiven auf dem arabischen Markt wollen Ries und Nagel auch weiterhin verzichten. Im nächsten Jahr soll zwar ein allgemein gehaltener Flyer auf Arabisch erscheinen. „Für diejenigen, die kein Englisch können“, sagte Stefanie Vogel von der Tourist-Info. Dieser werde jedoch nur bei GaPa-Tourismus erhältlich sein und nicht auf Urlaubs-Messen ausgelegt.

Ein umfangreiches Informations-Angebot für die exotischen Gäste fände Michaela Nelhiebel, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Garmisch, dennoch sinnvoll. Sie hatte die umfangreiche Musterbroschüre eines Anbieters zur Sitzung mitgebracht. Auch Gemeinderat Peppi Braun (Freie Wähler) plädierte dafür, erst einmal mit den Kollegen in Österreich über ihre Erfahrungen zu sprechen“, bevor man beschließt, werbetechnisch nichts mehr zu unternehmen. Doch Ries und Nagel winkten ab. Man wolle keine Verhältnisse wie im österreichischen Zell am See, wo die Zahl der arabischen Urlauber seit Jahren sehr hoch ist. „Die hatten die Situation irgendwann nicht mehr unter Kontrolle“, sagte Nagel. Einheimische haben sich wegen des immensen Zustroms und den kulturellen Gepflogenheiten der Gäste beschwert. Vor einigen Jahren brachte der Ort sogar einen Knigge für seine arabischen Gäste heraus. In diesem wurde zum Beispiel empfohlen, dass man nicht vom Boden essen solle. Davon habe man inzwischen jedoch Abstand genommen.

Richtlinien für den Aufenthalt hat Direktor Christian Wolf vom Hotel Obermühle in Garmisch-Partenkirchen aufgestellt. Die Gäste müssen die auf arabisch übersetzten Hinweise bei ihrer Ankunft unterschreiben. „Das wird sehr gut angenommen,“ teilte er den Ausschussmitgliedern mit. „Die Gäste wissen meist nicht, was erlaubt ist und was nicht.“ GaPa-Tourismus möchte sich daran nicht orientieren, betonte Vogel. Der geplante Flyer enthalte zwar allgemeine Empfehlungen, man wolle die Urlauber jedoch nicht belehren.

Magdalena Kratzer

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