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Auftritt in der Landeshauptstadt: Die Archivaufnahme zeigt den Trommlerzug aus Uffing beim traditionellen Schützen- und Trachtenumzug in München, gefolgt von der Musikkapelle.

Oktoberfest 2016

Terror-Angst? Die meisten sind gelassen in Sachen Wiesn-Umzug

Landkreis - Die Teilnehmer des diesjährigen großen Wiesn-Trachtenumzugs aus dem Landkreis wollen sich nicht verrückt machen lassen. Bisher hat keine Gruppe wegen Terror-Angst abgesagt.

Zwei Vereine aus Bernried und Loshausen (Hessen) wollen aus Angst vor einem etwaigen Terroranschlag beim Umzug am ersten Wiesn-Sonntag nicht mitwirken. Für einen solchen gibt es allerdings keine Hinweise. 

Zum Kreis der Mitwirkenden zählt hingegen erneut das Haupt- und Landgestüt Schwaiganger. Eine Teilnehmerin hat jedoch abgesagt. Terrorangst sei allerdings nur ein „kleiner Teilaspekt“, betont die freiberufliche Gestütsmitarbeiterin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Ein anderer Grund: Das Ganze sei ihr zu zeitaufwändig. Und: „Ich bin eh nicht so ein Fan von großen Menschenansammlungen.“ Sie habe sich einfach vorgenommen, heuer nicht auf die Wiesn zu gehen. 

Gestütschef Dr. Eberhard Senckenberg findet es „schade“, dass die Reiterin nicht mitmachen will. „Aber wir akzeptieren das.“ Es wird jemand anders einspringen. „Das müsste hinzubringen sein.“ Senckenberg will an einer Teilnahme nicht rütteln. „Wir sind dabei.“ Denn: „Es kann immer und überall etwas passieren“, sagt der Landstallmeister. Man könne nicht immer nachgeben. 

Er selber reitet übrigens nicht mit – „nur wenn Not am Mann ist“. Mit circa 16 Reitern ist das Pferdezentrum beim Umzug dabei, eine von rund 60 Gruppen. Beim Zentral-Landwirtschaftsfest ist Schwaiganger ebenfalls vor Ort. 

Auch bei der Musikkapelle Uffing gibt man sich tendenziell gelassen. „Wir tun da nicht groß rum“, erklärt Vorstand Wolfgang Klimmer junior. Über das Thema sei gesprochen worden. „Es hat aber keiner gesagt, dass er deswegen nicht mitgeht.“ Am Mittwochabend war Musikprobe. Klimmer wollte die Angelegenheit bei dieser Gelegenheit nochmals ansprechen. Musikkapelle und Trommlerzug werden mit rund 70 Personen beim Umzug am Sonntag, 18. September, mit dabei sein. 

Gar 94 Aktive umfasst eine Gruppe aus Seehausen. Der Trommlerzug, die Blaskapelle und ein historischer Wagen mit „Eisern“. Erreichbar war am Mittwoch niemand von den Verantwortlichen. Vergangene Woche hatte es ein Treffen gegeben. Dem Vernehmen nach gab es keine Bedenken. „Wir sind voll begeistert“, sagt ein Teilnehmer. Die Gruppe zählt insgesamt 40 Musiker, 30 Trommler, 20 Eiser und vier Taferlbuben. 

„Volles Verständnis für die Absagen“ der erwähnten Vereine hat Karl-Heinz Knoll, Präsident des Festrings München. Dieser organisiert den Trachtenumzug zum Oktoberfest. Knoll sieht die Situation als gesellschaftliches Problem. „Es muss jeder selbst wissen, ob er sich so beeindrucken lässt, dass er auf solche öffentlichen Auftritte verzichtet.“ Konsequenterweise müsste man dann aber auf absolut jede Öffentlichkeit verzichten. „Wir müssen uns jetzt eben damit auseinandersetzen. Wir haben die Situation nicht verursacht, aber wir müssen mit ihr leben." 

Roland Lory

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