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Beliebtes Fotomotiv: der Ehrenwagen des Partenkirchner Volkstrachtenvereins „Werdenfelser Heimat“.

4500 Trachtler beim großen Festzug durch Partenkirchen

Kraftvolles Bekenntnis zur Heimat

Garmisch-Partenkirchen - Bei Bilderbuchwetter haben festlich gekleidete Trachtler und Musiker am Sonntag rund 7000 Zuschauer in ihren Bann gezogen. Der Festzug durch Partenkirchen war wieder einmal eine eindrucksvolle Demonstration für Brauchtum, Tracht und Heimatfreude.

„Ich habe nicht gedacht, dass auch bei Euch die Bräuche so gepflegt werden“, sagt Daniel Flores begeistert. „Genauso wie bei uns.“ Daniel kommt aus der Papst-Heimat Argentinien und war restlos hingerissen vom großen Festzug anlässlich des 71. Trachtler-Gaufestes: Aus sämtlichen 31 Vereinen der Oberländer Vereinigung waren schätzungsweise 4500 Frauen, Männer und Kinder nach Partenkirchen gekommen und marschierten in einem gut zwei Kilometer langen Zug in einer großen Schleife vom Festzelt über die Münchner, Ludwig- und Hauptstraße zum Hotel Mercure und wieder zurück durch die Ludwigstraße. Vorbei ging’s dann im Defilee am Podium der Ehrengäste zum Festzelt am Schützenhaus.

Nach dem rund vier Kilometer langen Marsch bei praller Hochsommer-Sonne war dort die ersehnte Maß fällig. Außerdem galt es, erneute Anstrengungen zu bewältigen: Traditionsgemäß sind das die Ehrentänze, die für jede örtliche Trachtlergruppe von vornherein festgeschrieben sind, beispielsweise „Söchering – Wendlstoana-Plattler“ oder „Mittenwald – Werdenfelser“. Immerhin waren die Teilnehmer mit ihrem nicht gerade kühlen G’wand schon vorher gut zwei bis drei Stunden unterwegs. Trachtler brauchen bei ihren Festen einige Kondition.

Bilder: So schön war das Gaufest in Partenkirchen

Schätzungsweise 6000 bis 7000 Zuschauer waren sicher ebenso fasziniert wie der Gast aus Südamerika. Der Gau-Festzug ist alle Jahre eine ebenso prächtige wie machtvolle Demonstration für Brauchtum, Tracht und Heimatfreude, auch wenn man vom Publikum vielleicht ein wenig mehr lautstarke Freude hätte hören mögen. Doch diese eher stille Begeisterung hat Tradition in Garmisch-Partenkirchen. Erfreulich, dass die weitaus meisten der 31 Vereine ihre Musikkapellen und Trommlerzüge mitgebracht hatten - insgesamt 43 waren vertreten: Partenkirchen hallte nur so wider von flotter Marschmusik. Und besonders freuten sich die Zuschauer natürlich über die zahlreiche Kinderschar sämtlicher Vereine: Nachwuchssorgen muss sich Gauvorsitzender Sepp Mayr (Schöffau) beileibe nicht machen.

Für den, der näher hinschaute, war es im Übrigen interessant, die bunte Vielfalt in der trachtlerischen Einheit zu betrachten: Mal breit paspelierte Jacken, mal ganz schmal oder auch gar nicht, mal das Eichenlaub am Revers nach oben, mal nach unten, mal die Lederhosen kürzer oder länger bei den Männern. Und bei den Frauen gab’s weiße Schürzen, schwarze Mieder und hell- oder dunkelrote Röcke, die einen mit, die anderen ohne Hüte, aber auch hellblaue Schürzen zu sehen. Die Aidlingerinnen stachen mit ihren blauen Röcken heraus. Feinheiten, die von Ort zu Ort abweichen.

Murnau zeigt in seiner Fahne den König Ludwig II., bei Peißenberg marschiert voran die Knappschaftskapelle, Frauen und Männer in der Alten Tracht haben Garmisch, Partenkirchen, Murnau, Krün, Ohlstadt und Mittenwald mitgebracht und in der Ehrenkutsche, die voran fuhr, sah man Staatskanzlei-Minister Marcel Huber – „die Werdenfelser geben mit ihrem feschen G’wand ein kraftvolles Bekenntnis zu ihrer Heimat ab“ –, die beiden Abgeordneten Martin Bachhuber (CSU) und Florian Streibl (Freie Wähler), Landrat Anton Speer (Freie) sowie Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Ihr Vize Wolfgang Bauer (CSU) marschierte bei „seinem“ Jubelverein „Werdenfelser Heimat“ mit.

Wolfgang Kaiser

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