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Die gelungene Renovierung der Vereinsfahne freut Vorsitzenden Toni Fritz (l.) und Fähnrich Walter Klotz.

Trachtenverein feiert Einweihung

Fahne in neuem Glanz

Grainau - Feierliche Einweihung nach der Renovierung an diesem Sonntag

„Totalschaden.“ Dieses Urteil fällte der Experte, nachdem er die Vereinsfahne der „D‘ Höllentaler“ begutachtet hatte. Damit schockte er für den Moment die Delegation der Grainauer Trachtler. Ein Jahr ist das her. Damals hatten sie ihre 38 Jahre alte Fahne dem Fachmann präsentiert. Denn Mängel waren nicht zu übersehen. „Der Grundstoff beider Seiten zeigte Falten, die meist aufbrachen. Manche Goldfranse fehlte“, sagt Fähnrich Walter Klotz. Er gab der Anstoß, das Vereinssymbol zum 110-jährigen Bestehen grundlegend zu renovieren. „Mit ein paar Ausbesserungen war es nicht mehr getan“, bekräftigt Vorsitzender Toni Fritz. Nun erstrahlt es in neuem Glanz: Die blauen und beigefarbenen Grundstoffe wurden ebenso wie die Fransen komplett ersetzt, die wertvollen Bildnisse ausgeschnitten und übertragen. An diesem Sonntag wird sie bei einem feierlichen Gottesdienst vor der Grainauer Pfarrkirche mit allen Ortsvereinen und dem Paten, dem Volkstrachtenverein Garmisch, sozusagen wieder in Dienst gestellt.

Erstmals gab der damalige Ortspfarrer Karl Geisinger im Juli 1977 der Fahne den kirchlichen Segen. „Dies war nicht immer so“, weiß Fritz. Die Vorgängerfahne von 1914 wurde bei einer Feldmesse lediglich enthüllt. Ein Streit zwischen dem erzbischöflichen Ordinariat und den Trachtlern hatte dazu geführt, dass sich die Kirche über Jahre hinweg weigerte, Fahnen von Trachtenvereinen einzuweihen. Die Zeiten sind vorbei.

Nachdem neun Monate lang die alte Fahne zum Einsatz kam, wird Klotz nun wieder das frisch renovierte Prachtexemplar voraustragen. Des Öfteren bekamen die Grainauer zu hören, dass die von der Paramentenstickerei der Schlehdorfer Dominikanerinnen in Handarbeit gefertigte Fahne etwas Besonderes ist. Gravurmeister Georg Kaufmann lieferte damals den Entwurf: Die eine Seite zeigt ein Trachtenpaar vor dem Feldkreuz, die Rückseite Obergrainau mit der Kirche und den Waxensteinen. Michael Schäffler fertigte den vergoldeten und in Kronenform geschmiedeten Fahnenspitz. Klotz weiß: „Die Fahne braucht man daher bei keinem Gaufest lange zu suchen, selbst wenn 30 Fahnen beisammen stehen.“

Klaus Munz

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