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„Es war am Limit“: Tina Weirather haderte ein wenig mit den Pistenbedingungen im Training. Ihre Vorfreude auf die beiden Weltcups am Wochenende ist aber dennoch groß.

Training zum Alpinen Ski-Weltcup: Vollgas war nicht drin

Vorsichtiges Fahren auf "knolliger Piste" 

Garmisch-Partenkirchen - Die Verhältnisse beim Training der Frauen auf der Kandahar waren durchwachsen. Vollgas war nicht drin. Aber die Athletinnen rechnen mit Top-Bedingungen am Renn-Wochenende.

Ein Champagner auf den Sieg? In Cortina d’ Ampezzo hat Lindsey Vonn ordentlich gefeiert. Auch in Garmisch-Partenkirchen gilt sie als Favoritin.

Geschimpft oder gemeckert hat keine. Jede Skifahrerin hat gewusst, worauf sie sich einlässt. Und das würde sein: eine Abfahrt unter widrigen Bedingungen. Zumindest lautete so das einhellige Urteil der Speedfahrerinnen am Donnerstag nach dem Training. Doch sie hatten sich darauf eingestellt: Man habe gemeinsam entschieden, das Training auf jeden Fall durchzuziehen, sagte Lindsey Vonn nach ihrer Fahrt. Denn mindestens ein Training ist Pflicht, um den Abfahrts-Weltcup am Samstag auf der Kandahar starten zu können. Für ein Rennen seien die Verhältnisse nicht akzeptabel“, betonte Vonn. Doch: „Wir haben alle gesagt: Wir fahren vorsichtig runter.“ Bei Vonn kam dabei die zweitschnellste Zeit heraus hinter der Überraschungsersten Romane Miradoli aus Frankreich. Nur, um die Verhältnisse nochmal zurechtzurücken: Vonn habe sich einfach die Linie ein wenig angeschaut. Vollgas war nicht drin bei diesem „knolligem Schnee“.

Knollig – dieses Adjektiv nutzten die Athletinnen unisono, um die Pistenbedingungen zu beschreiben. Auch Tina Weirather. Als „wirklich schwer“ empfand die Liechtensteinerin die Abfahrt, „zum Teil kriminell. Es war am Limit“. Die Vorfreude auf das Rennen aber lässt sie sich nicht nehmen. „Ich bin gerne hier.“ Ihr liegt die abwechslungsreiche Strecke, die mit ihren steilen und flachen Passagen sowie den Sprüngen „den kompletten Skifahrer“ fordert. „Das taugt mir“ – wie Weirather im Vorjahr bewiesen hat, als sie die Abfahrt für sich entschied.

Rebensburgs Formkurve zeigt nach oben

Als unmittelbare Konkurrentin sieht sie nicht nur Vonn, die in dieser Saison die Speed-Disziplinen scheinbar nach Belieben dominiert. Besonders Viktoria Rebensburg (SC Kreuth) hat Weirather auf der Rechnung – zumal deren Formkurve eindeutig nach oben zeigt. Auch die Athletin vom Tegernsee hatte im Training mit den Bedingungen zu kämpfen. Als „schon sehr weich“ empfand sie die Piste. Dabei aber beließ sie es. Wie die übrigen Athletinnen bringt sie den Organisatoren vollstes Vertrauen entgegen. „Die Bedingungen im Rennen werden sicher anders sein.“ So viel steht fest. Denn den Bereich der Hölle – wo im Training laut Vonn „komplett das Eis fehlte“ – präpariert das Team um Pistenchef Mike Bräu noch einmal neu.

Schon zwischen der Besichtigung und dem Training hatte sich offenbar viel getan. Elisabeth Görgl jedenfalls zeigte sich positiv überrascht: Sie habe es sich deutlich schlimmer vorgestellt. „Das Team hat sehr gut gearbeitet.“ Beste Erinnerungen verbindet die Österreicherin mit dem Ort, an dem sie 2011 Weltmeisterin in Abfahrt und Super-G wurde. Doch betont die 34-Jährige: Nicht nur deshalb komme sie gerne hierher. „Ich mag Garmisch-Partenkirchen richtig gerne. Und das war schon vor der WM so.“

Eine Aussage, die Vonn wohl sofort unterschreiben würde. Eine lange Freundschaft verbindet die US-Amerikanerin mit Maria Höfl-Riesch, die mittlerweile in Kitzbühel lebt, und ihrer Familie. Den Kontakt pflegt sie: Mit Höfl-Rieschs Mama Monika Riesch war sie dieser Tage beim Kaffeetrinken. Diese kleine Anekdote untermauert indirekt Vonns Sieg-Ambitionen an diesem Wochenende. Denn eben noch hatte sie der Presse erklärt: Sie müsse sich vor Rebensburg in Acht nehmen. „Sie fährt super momentan.“ Hinzu komme Rebensburgs Heimvorteil. . . Aber richtig, fällt ihr dann auf: Den hat sie ja auch. Und wenn Vonn dann auf einer perfekt präparierten Kandahar auch noch Vollgas gibt, dürfte sie einmal mehr kaum zu schlagen sein.

Katharina Bromberger

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