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Eine derzeit typische Situation: Auf der Bundesstraße 2 zwischen Oberau und Eschenlohe staut sich der Verkehr hinter einem Traktor. Die Fahrbahntrennung ist durchgezogen. Überholen ist in diesem Fall nicht möglich.

Traktoren auf der B2: Geduldsprobe für Autofahrer

Eschenlohe/Oberau - Es ist zum Haare raufen: Eigentlich wäre Tempo 100 erlaubt, doch das Auto tuckert mit der Hälfte der Geschwindigkeit über die Straße. Eine Situation, zu der es derzeit verstärkt zwischen dem Autobahnende und Oberau und auf der Strecke nach Farchant kommt. Und dann?

Die Krux an der Sache: Auf diesen Abschnitten herrscht grundsätzlich Überholverbot, bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen wird keine Ausnahme gemacht. „Vorfahren geht nur dort, wo es möglich und erlaubt ist“, sagt Johann Ostler von der Polizeidirektion Garmisch-Partenkirchen. Autofahrer können nur auf die Güte der Bauern hoffen.

Denn: „Wer mit einem langsamen Fahrzeug eine schmale Straße befährt, ist verpflichtet, einem nachfolgenden schnelleren Fahrzeug das Überholen durch Anhalten zu ermöglichen, wenn dessen Fahrt sonst unzumutbar verzögert wird.“ So steht es in der Straßenverkehrsordnung. Aber ab wann wird es unzumutbar? „Das ist immer Auslegungssache“, sagt Ostler. Und die gestaltet sich beim Traktoren-Problem schwierig: Immerhin würden es moderne Fahrzeuge auf bis zu 50 Stundenkilometer bringen. Deshalb halte sich in dem Fall, dass ein Auto hinter einem Bulldog fahren muss, der Zeitverlust in Grenzen. Unzumutbar sind andere Dinge. „Einfach Ruhe bewahren“, lautet der einfache Tipp des Polizisten.

Letztlich müssen sich die Verkehrsteilnehmer wohl miteinander arrangieren. „Wenn man gegenseitig ein bisschen Rücksicht nimmt, dann haut das schon hin“, meint dazu Nikolaus Onnich, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV).

Constanze Wagner

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