Tatort Josefibichl: Passend zu seinem Krimi bietet Marc Ritter Wanderungen zu den Schauplätzen an. Foto: Thomas Sehr

Der Traum vom Schreiben

Garmisch-Partenkirchen - Der Garmisch-Partenkirchner Marc Ritter fiebert der Veröffentlichung seines ersten Krimis „Josefibichl“ entgegen. Die Recherche für zweiten Fall läuft bereits.

Schreiben wollte Marc Ritter schon immer. Als Bub stand für den Garmisch-Partenkirchner bereits fest, „dass ich das beruflich machen möchte, das war völlig klar“. Über einige Umwege - „ich bin relativ früh, noch während des Studiums, Vater geworden und hab’ dann regelmäßige Einkünfte gebraucht“ - hat der 43-Jährige dieses Vorhaben nun wahrgemacht. Am Freitag, 7. Oktober, erscheint sein erstes Buch: der Heimatkrimi „Josefibichl“. Ein Datum, das Ritter regelrecht herbeigesehnt hat. „Ich wusste gar nicht, wie lange man Lampenfieber haben kann“, verrät er schmunzelnd und räumt ein, „ein etwas ungeduldiger Mensch“ zu sein.

Nachdem die ersten Reaktionen von Verlag und Freunden gut waren, wartet er nun „mit großer Spannung“, wie sein Erstlingswerk bei den Lesern ankommt. Die Einstiegsszene - ein Jogger entdeckt eine Leiche - habe er sich beim Laufen oft ausgemalt, erzählt Ritter. Im Urlaub in Sardinien hat er dann die ersten Seiten niedergeschrieben, auf denen der in seinen Heimatort zurückgekehte Polizeireporter Karl-Heinz Hartinger einen toten Mönch am Josefibichl findet. Aber erst ein Treffen mit einem Bekannten aus der Verlagsbranche ermutigte den früheren Medienmanager, das Manuskript nach fünf Jahren aus der Schublade zu holen.

„Ihm hat’s gefallen“, sagt Ritter, der sich drei Jahre Zeit gibt, um seinen Traum vom Schreiben zu realisieren. „Im Oktober 2010 hatte ich den Vertrag mit dem Verlag und am 1. Dezember habe ich mein Manuskript abgegeben.“ In der Zwischenzeit schrieb er freilich Tag und Nacht, um seiner Einstiegsszene in eine runde Geschichte einzubauen.

Herausgekommen ist ein spannender Fall mit viel Lokalkolorit, in dem auch arabische Immobilien-Haie nicht fehlen. Mit dem Reporter habe er nur wenig gemein, erklärt Ritter. „Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit beim Aussehen, ich versuche auch giftige Substanzen zu vermeiden und wir haben beide unsere Kindheit in Garmisch-Partenkirchen verbracht.“

Während Hartinger allerdings in den Markt zurückkehrt und gleich einmal Hauptverdächtiger in dem Mordfall wird, lebt der fünffache Familienvater in München und schreibt schon eifrig an seinem nächsten Buch: einem Thriller, in dem die Zugspitze eine wichtige Rolle spielt. Parallel dazu recherchiert Ritter, der nebenbei noch in einer Unternehmensberatung arbeitet, für Hartingers zweiten Fall. „Die Geschichte von Garmisch-Partenkirchen, wie aus zwei Dörfern eine halbstädtische Gemeinde wurde, ist sensationell“, findet er.

„Der Kontrast zwischen Moderne und Tradition ist enorm, aber sehr faszinierend.“ Für seine Spurensuche legt der Autor vor allem Wert darauf, die Örtlichkeiten persönlich unter die Lupe zu nehmen. Kein Wunder also, dass er Hartingers Jogging-Strecke selber abgelaufen ist - mit Stoppuhr. „Bei allen Schauplätzen bin ich sehr genau, nur die Personen sind erfunden, das ist mir ganz wichtig.“

Tanja Brinkmann

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