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Dem Vernehmen nach sollen der Eisplatz und das Vereinsheim des EC Partenkirchen der neuen Anlage weichen müssen.

Welche Rolle spielt der Eisstockclub?

TSVP-Sporthalle: Die große Standort-Frage

Garmisch-Partenkirchen - Der Traum des TSV Partenkirchen von einer neuen Sporthalle könnte schon bald Realität werden. Eine Lösung zeichnet sich am Kainzenbad ab. 

Geht es um den Standort des geplanten Sportzentrums wird die Garmisch-Partenkirchner Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) sehr vage. „In der Nähe des Kainzenbads“ solle die moderne Dreifach-Turnhalle entstehen, verkündete sie unlängst beim Neujahrsempfang im Kongresshaus. Zwar teilte sie den Zuhörern mit, dass die Kommune eine große Lösung mit Klinikum (Landkreis), Psychatrie (Bezirk), TSV Partenkirchen und Olympia-Stützpunkt anstrebe, doch bei einer präzisen Positionierung des Projekts – die Rede ist von zehn Millionen Euro – blockt die schlaue Akademikerin ab. Aus gutem Grund. Denn das Thema Grundstück ist sehr delikat. Ja, es birgt sogar lokalpolitischen Sprengstoff: Denn dem Vernehmen nach sollen der Eisplatz und das Vereinsheim des EC Partenkirchen der neuen Anlage weichen müssen.

Eine brisante Angelegenheit, die auch dem einen oder anderen Volksvertreter Schweißperlen auf die Stirn zaubert. „Da ist nix fix“, wiegelt Gemeinderat Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen) ab. Wie die Bürgermeisterin lässt er sich nicht in die Karten schauen und belässt es bei politischen Allgemeinplätzen. „Momentan ist alles offen.“ Dann fügt er aber noch hinzu: „Ich scheue mich nicht, Position zu beziehen – wenn es so weit ist.“

Der Vorsitzende des betroffenen Eisstockclubs, Florian Krempl (25), wird da schon ein bisschen konkreter. „Die Pläne kenne ich schon“, bestätigt er nach etwas Zögern, wohlwissend was das für den Klub und seine 370 Mitglieder im schlimmsten Fall bedeutet: den Verlust der sportlichen Heimat, das Ende einer Sportstätte an idealer, weil schattiger Stelle. Krempl, der 2011 als gerade mal 20-Jähriger den ECP übernommen hatte, spürt den Druck, der jetzt auf ihm lastet. Von seinem Verhandlungsgeschick hängt nicht zuletzt der Fortbestand des 1923 gegründeten Vereins ab.

Doch auch Krempl versucht, den Ball flach zu halten. Er verweist auf Gespräche mit der Bürgermeisterin, bei denen auch von einer Ausgleichsfläche die Rede gewesen sein soll. „Da hoffe ich auf ihr Wort.“

Mögliche Eröffnung 2018?

Fakt ist: Das lauschige Fleckerl des ECP mit angegliederter Vereinswirtschaft gehört der Marktgemeinde. Sie kann letztlich entscheiden, was darauf geschehen soll. Das heißt: Über kurz oder lang müssen die Gemeinderäte Farbe bekennen. Vielleicht schon im kommenden Monat. Dann soll – natürlich nicht-öffentlich – der zugrundeliegende Bebauungsplan im Bau-Ausschuss eingehend diskutiert werden. Klappt alles reibungslos – wovon unter den genannten Rahmenbedingungen eher nicht auszugehen ist –, könnte die Turnhalle vielleicht 2018 eröffnet werden. Gerade rechtzeitig zum 50-jährigen Bestehen des Klinikums. „Das wäre natürlich super“, meint Meierhofer, „aber das wird knapp“.

Das Klinikum möchte wie die Psychiatrie des Bezirks in Form eines Reha-Bereichs an dem Sportzentrum partizipieren und sich ergo finanziell einbringen. Gedacht ist dabei auch an ein kleines Schwimmbad. Eine vom Leichtathletikclub gewünschte Laufbahn, die zu einer enormen Kostensteigerung führen würde, scheint hingegen illusorisch. „Da reden wir von einem Differenzbetrag von mehreren Millionen Euro“, verdeutlicht die Bürgermeisterin. Da verweist sie lieber auf die Partnerschaft zwischen Olympia-Stützpunkt, Landkreis, Bezirk und Sportverein, die künftig in einer Eigentümer- und Betreiber-Gesellschaft gleichberechtigte Partner werden sollen. Vier starke Interessensverbände – ein Ziel. Da wird’s der kleine EC Partenkirchen schwer haben.

Christof Schnürer

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