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Rollen in einer Tour: In schöner Regelmäßigkeit biegen Lkw von der Bundesstraße 2 in die Oberauer Tunnel-Baustelle ein, um tonnenweise Material aufzuladen und abzutransportieren.

Lastwagen fahren bis nach Zirl

Tunnel Oberau: 80 Lkw-Fuhren pro Tag

Oberau - 2000 Tonnen Material werden jeden Tag von der Großbaustelle Oberau wegtransportiert. Der Tunnel-Bauschutt wird sogar bis ins Schwäbische gefahren.

Sie rollen seit Monaten ununterbrochen – acht Lastwagen pro Stunde, 80 Lkw pro Tag. Unmengen von Gestein, das aus dem Bergstock herausgesprengt und -gebrochen wird, transportieren die nimmermüden Brummifahrer mit ihren schweren Maschinen in alle Himmelsrichtungen.

Ja, auf der Tunnelbaustelle in Oberau rührt sich was, da ist buchstäblich in jeder Hinsicht Bewegung drin. „Pro Tag werden derzeit rund 2000 Tonnen Material abgefahren“, teilt Josef Seebacher, Pressesprecher der federführenden Autobahn-Direktion Südbayern, mit. Insgesamt transportiert man für beide Tunnelröhren rund 600 000 Kubikmeter Schutt ab. Was einer Menge von 1,5 Millionen Tonnen entspricht. Bildhaft ausgedrückt: Wenn man sich ein Fußballfeld vorstellt, würde diese gigantische Menge an Abraum reichen, um darauf ein 84 Meter hohes Gebäude mit 23 Stockwerken zu errichten. Zum Vergleich: Der Turm der Oberauer Ludwigskirche ragt 27 Meter in den Himmel.

Doch wo landet eigentlich das ganze Oberauer Geröll? Nicht im Landkreis. Denn eines ist klar: „Es macht keinen Sinn, sämtliche Kiesgruben im Umkreis damit dichtzumachen“, betont Seebacher. Also entschlossen sich die Tunnel-Strategen für eine dezentrale Lösung des Schutt-Problems. So werden beispielsweise von den beauftragten Fuhrunternehmen tonnenweise Material nach Königsdorf (Landkreis Bad Tölz/Wolfratshausen) transportiert – einfache Wegstrecke 46 Kilometer. Eine andere Spedition bringt die Oberauer Fracht in den Weilheimer Raum, eine andere wiederum begibt sich laut Seebacher sogar auf eine regelrechte Odyssee in den „schwäbischen Raum“. Seit einigen Tagen tuckern die voll beladenen Lkw auch Richtung Süden. Genauer gesagt: Zu einer Deponie in Zirl in Tirol. Für diese Ochsentour müssen 55 Kilometer einfach bewältigt werden – inklusive der berüchtigte Zirler Berg.

Aus umweltpolitischen Gesichtspunkten sind diese Zielorte allein schon wegen des unglaublichen Dieselverbrauchs, gelinde gesagt, eine Katastrophe. Das weiß auch Seebacher. Doch eine Alternative zu diesen Standorten gibt es ihm zufolge nicht. Denn es ist gar nicht so einfach, den Oberauer Aushub wieder loszuwerden.

Seebacher erklärt das mitunter zeitintensive Prozedere: Von dem ausgebrochenen Material muss jeweils eine Probe genommen werden. Das Gestein könnte ja in irgendeiner Form mit Schadstoffen belastet sein. „Bis die Ergebnisse vorliegen, wird es auf einem Haufen gelagert, der gekennzeichnet ist.“ Stehen die Daten zur Verfügung, kann der Tunnelschutt je nach dem „weiterverwendet, aufbereitet oder in einer für die jeweiligen Werte zugelassenen Grube“ gelagert werden. Und diese finden sich allesamt nicht in der Region.

Christof Schnürer

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