Unendliche Weiten: Ein großes Loipennetz steht Langläufern im Isartal zur Verfügung. foto: fkn

Über 100 Kilometer Langlaufstrecke

Krün/Wallgau - Die Langlauf-Loipen in Krün und Wallgau sind mittlerweile fast alle gespurt, pünktlich zur Hochsaison um Weihnachten. Die warmen Winter der vergangenen Jahre haben allerdings die Gästezahlen sinken lassen.

Gerade noch rechtzeitig, kurz vor Weihnachten, der Hochbetriebszeit in den Isartaler Hotels und Pensionen, konnte die Wintersaison auch im Tal starten. Zunächst liefen die Lifte im Mittenwalder Kranzberg-Gebiet, dann rollten die Pistenraupen über die Loipen in Krün und Wallgau. Weit über 100 Kilometer Langlaufstrecken stehen Einheimischen und Gästen in beiden Orten zur Verfügung. Nur die Route von Wallgau nach Vorderriß und die Tour von Krün nach Gerold sind noch nicht befahrbar. „Da braucht’s noch ein bissl Schnee“, sagt Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU). Denn letztere Loipe führt über einige Gräben und die Buckelwiesen. Im Moment beträgt die Schneehöhe rund 30 Zentimeter.

Trotzdem sind er und sein Wallgauer Kollege Hansjörg Zahler (CSU) mit der Situation zufrieden. Angst, dass der warme, trockene November den Langläufern einen Strich durch die Rechnung macht, hatten sie nicht - im Gegensatz zu den Liftbetreibern in der Region. „Für uns ist entscheidend, dass wir das Loipennetz zur Weihnachtszeit öffnen können“, sagt Schwarzenberger. Das ist in beiden Orten gelungen. Zur Not hätte die gemeinsame Schneekanone nachhelfen können. Auf Kunstschnee setzen auch die Tiroler Nachbarn: Mit zwölf Schneekanonen werden in der Olympiaregion Seefeld die Routen des 280 Kilometerumfassenden Loipennetzes beschneit. Dort ist Langlaufen bereits seit einigen Wochen möglich.

Möglicherweise auch ein Grund, warum es nicht mehr so viele Wintersportler in die beiden Langlauf-Destinationen Krün und Wallgau zieht wie noch vor einigen Jahren. „Uns macht die Entwicklung der vergangenen drei Jahre zu schaffen“, sagt Zahler. Sinkende Gästezahlen beschäftigen beide Gemeinden. Zwar kann Wallgaus Bürgermeister keine exakten Zahlen nennen, den Rückgang merkt er aber deutlich.

Aber er sieht die Ursache woanders: Die warmen, schneearmen Winter der vergangenen Jahre hätten einige Urlauber abgeschreckt. „Noch dazu gab es im Norden Deutschlands, dem Hauptherkunfts-Gebiet unserer Gäste, mehr Schnee als bei uns“, weiß Zahler. Sie packten die Langlaufskier zuhause aus und sparten sich die weite Reise ins Obere Isartal. Auch in diesem Jahr „ist noch die ein oder andere Lücke bei den Beherbergungsbetrieben da“, stellt Schwarzenberger fest.

Vielleicht spielt der Winter heuer den Bürgermeistern in die Hände. Denn bis vor wenigen Wochen war fast nirgendwo in Deutschland Skifahren oder Langlaufen möglich. Nördlich von Bayern fiel kaum Schnee. Da dürften sich die ein oder anderen daheimgebliebenen Wintersport-Freunde der vergangenen Jahre nun überlegen, spontan doch noch die Skier einzupacken, um die Loipen im Oberen Isartal zu nutzen.

Janine Tokarski

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