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Der Biber ist in unseren Breiten wieder heimisch geworden. Das passt nicht jedem.

Tierschützerin Tessy Lödermann fordert ein Einschreiten der Behörden

Üble Tierquälerei: Biber in Gefahr

Murnau/Seehausen - Nicht jeder Mensch findet Biber putzig, manche halten sie für Schädlinge, weil sie Bäume anknabbern. Unbekannte versuchen jetzt, die Nager mit drastischen Methoden daran zu hindern. 

Tierquälerei: An einem Baum, den ein Biber am Staffelsee annagte, hat ein Unbekannter Glasscherben drapiert.

Das ist einfach unglaublich. Feinsäuberlich sind um drei von Bibern bereits leicht angenagte Bäume am südlichen Staffelseeufer in der Nähe des Naturfreundehauses Glasscherben drapiert worden. Laut Tessy Lödermann vermutlich, um den Bibern das weitere Nagen unmöglich zu machen. „Die Tier ziehen sich dabei aber Schnittwunden zu“, empört sich die Vorsitzende des Tierschutzvereins Garmisch-Partenkirchen. „Die Scherben wurden bewusst ausgelegt, um dem Biber Schnittwunden zuzufügen. Damit wird nicht nur üble Tierquälerei, sondern auch ein Verstoß gegen das Bundesartenschutzgesetz bewusst in Kauf genommen. Es handelt sich hier um eine Straftat. Die Bäume wären sehr einfach mit Drahthosen zu schützen.“

Das Bild, dass Tessy Lödermann der Tagblatt-Redaktion übermittelt hat, stammt nach ihren Angaben von Urlaubern, die diese Entdeckung am Staffelsee vor zirka einer Woche gemacht hätten. „Auf dem Bild ist klar zu erkennen, dass die Scherben gezielt ausgelegt worden sind, noch dazu, wenn dies an drei Bäumen der Fall ist“, sagt Lödermann. „Dazu kommt, dass auch andere Wildtiere oder Hunde sich schwer verletzen können.“

Lödermann wünscht sich, dass die Scherben umgehend beseitigt werden, gegebenfalls durch die Gemeinde. Außerdem sollte ihrer Meinung nach die Polizei gegen Unbekannt ermitteln.

Im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen weiß man Bescheid. Der Unteren Naturschutzbehörde sei der Fall durch eine Mitteilung eines Bürgers seit wenigen Tagen bekannt, teilt Sprecher Stephan Scharf mit. Die Kreisbehörde werde „die Polizeiinspektion Murnau um Ermittlung des Verursachers bitten“. Die Erstattung einer Strafanzeige bleibe noch offen. Soweit ermittelbar, werde der Verursacher aufgefordert, die Scherben zu beseitigen. „Wenn dies in der Kürze nicht möglich ist, wird die Gemeinde Seehausen als Sicherheitsbehörde um Beseitigung gebeten.“ Weitere Fälle dieser Art seien im Landkreis nicht bekannt, ergänzt Scharf.


Michaela Sperer und Roland Lory

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