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Das Uffinger Walch-Haus – mit dem Anbau, in dem früher der Edeka-Markt und heute das Trachtenlager Daller untergebracht ist. In dem Gebäude sollen ab Januar 2020 Flüchtlinge einziehen.

Landkreis mietet Wohnung an

Das alte Walch-Haus: Uffings erste Asylunterkunft

  • Andreas Mayr
    VonAndreas Mayr
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Bislang steht in der Uffinger Spalte der Asyl-Statistik die Zahl null. Das soll sich nächstes Jahr ändern. Der Landkreis hat nämlich eine Wohnung im alten Walch-Haus angemietet, um dort Flüchtlinge unterzubringen.

Uffing – Früher kauften die Uffinger im alten Walch-Haus ihre Lebensmittel. Nun lagern im Erdgeschoss Lederhosen und Dirndl. Im neuen Jahr wohnen im ersten Stock an der Bahnhofstraße Asylbewerber. Der Landkreis hat zum 1. Dezember eine Wohnung angemietet. Damit verschwindet in der monatlichen Asyl-Statistik die Zahl null aus der Uffinger Spalte.

Bislang gehört der Ort zur Liste von sieben Gemeinden (Unterammergau, Schwaigen, Seehausen, Spatzenhausen, Riegsee und Großweil), in denen es noch nie Asylunterkünfte gegeben hat. Ohlstadt – aktuell auch ohne – stellte früher immerhin Quartiere. Wie viele Flüchtlinge und vor allem welche die Räumlichkeiten beziehen, weiß auch das Landratsamt noch nicht. Florian Hibler, Leiter des Sachgebiets, sagt: „Vor Januar mache ich mir keine Gedanken darüber.“ Zwei sollen mindestens kommen. Zunächst läuft alles wie bei einem gewöhnlichen Umzug ab. Der Landkreis sieht sich nach Interieur um, richtet die Wohnung ein. Danach weist die Regierung von Oberbayern ihren Kollegen Asylbewerber zu.

Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) wünscht sich eine Familie. „Kinder wären ganz gut“, sagt er. Die Wohnung, die sich über zwei Stockwerke zieht, eignet sich dafür. Seine Vorstellungen hat Wintermeier bereits an Hibler herangetragen. Versprechen kann der Chef der Ausländer-Behörde aber nichts. „Das läuft nicht wie im Supermarkt ab“, betont er. Trotz aller Bitten entscheidet der Bezirk. Die künftigen Mieter sind jedoch nicht die ersten Flüchtlinge in Uffing. Wintermeier weiß von einem Syrer, einer Eritreerin samt Nachwuchs im Kindergartenalter sowie zwei afghanischen Familien. Ein kleiner Afghane besucht mit Wintermeiers Enkelkindern derzeit die zweite Klasse der Uffinger Grundschule. „Die unterhalten sich, die spielen miteinander“, findet der Bürgermeister. Er glaubt nicht, dass sich im Ort Widerstand gegen die Neuankömmlinge regt.

Uffing gehörte zuletzt bei der Landtagswahl mit 25 Prozent zu den Hochburgen, die die Grünen samt ihrer zuwanderungsfreundlichen Flüchtlingspolitik unterstützen. „Ich würde es nur problematisch finden, wenn 30 Männer im Ortskern umeinandersitzen würden“, betont der Bürgermeister. Den Willen zur Integration hält er für unabdingbar. „Wenn sie sich entsprechend beteiligen, ist das eine tolle Sache.“ Warum die Uffinger Flüchtlinge nicht im Zahlenwerk auftauchen, ist schnell erklärt. Als anerkannte Flüchtlinge beziehen sie keine Wohnungen des Landkreises. „Anerkannte gibt es mittlerweile in jedem Ort“, betont Hibler. Im gesamten Gebiet Garmisch-Partenkirchen schätzt er die Zahl aller Menschen mit Asylhintergrund auf 1600 bis 1700 Personen – etwa die Hälfte (887) untergebracht in den Kreis-Unterkünften. Erstmals nach drei Jahren suchen Hibler und seine Kollegen wieder nach Wohnungen. In der Regel tragen Makler und Besitzer ihre Angebote an die Behörden heran. Das Amt entscheidet dann, „was zu uns passt“. Preis und Räumlichkeiten müssen geeignet sein, betont Hibler. Das Uffinger Walch-Haus erfüllte beide Voraussetzungen.

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