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Großer Auftritt auf dem Rollrasen: Die Biberl kommen auf dem Rechenmacherhof an (l. Nick Lisson von Antenne Bayern). Zum Empfangskomitee gehört Bürgermeister Rupert Wintermeier (mit Krawatte).
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Wie die Stars: Im überlangen Fahrzeug und mit Bodyguards werden die Viecherl im Karton vorgefahren.
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Flauschig – und einfach nett: Helga Gretschmann mit 3 der insgesamt 16 gut entwickelten Biberl aus dem Sende-Studio.
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Da ist’s kuschlig warm: einige der Biberl am Dienstag unter der Wärmelampe in ihrer Schöffauer Aufzuchtbox.

Tierisches Experiment glückt

Wo Horst Seehofer und Roger Federer in einem Stall sitzen

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Lady Gag-Gag oder Karl Theodor zu Gluckenberg - sie sind im  Rechenmacherhof in Schöffau eingezogen. Der kommt in diesen Tagen groß raus:  nicht als High-Society-Treffpunkt, sondern als neue Heimat der Küken, die bei einem Experiment in einem Radio-Studio geschlüpft sind.

Schöffau – Der Rechenmacherhof in Schöffau/Sallach bietet pure bayerische Idylle: Ruhe, Bergpanorama, wunderbare Landschaft. Zuletzt aber herrschte ein Zirkus, als käme mindestens ein gekröntes Haupt vorbei. Publikum harrte am Hof aus, eine rund zehn Meter lange Stretch-Limousine fuhr vor, Bodyguard-ähnliche Männer in dunklen Anzügen stiegen aus. Helga Gretschmann sowie ihre älteren Söhne Matthias (18) und Andreas (15) spielten auf, und Uffings Bürgermeister Rupert Wintermeier machte seine Aufwartung, um die 16 neuen Mitbewohner in seiner Gemeinde willkommen zu heißen. „Das war schon ein Aufzug“, sagt Landwirt Michael Gretschmann.

Doch statt eines roten Teppichs wurde grüner Rollrasen für die Prominenz ausgelegt, und der führte zur Stalltür des Bio-Hofs. Auf dem schritten dann weder der echte Ministerpräsident Seehofer noch Tennis-Star Federer zu Rössern und Rindern. Vielmehr hüpften 16 flauschige Biberl aus einer Kiste – die Küken, die in der vergangenen Woche in einer Aufsehen erregenden Aktion im Studio desRadiosenders Antenne Bayern aus Supermarkt-Eiern geschlüpft waren. Sie bekamen mitunter spaßige Namen: Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) fand, das erste und stärkste Küken könne in Bayern „definitiv nur Horst“ (Seehofer) heißen, außerdem zogen unter anderem Karl Theodor zu Gluckenberg, George Schnabeljuh Busch oder Lady Gag-Gag bei Familie Gretschmann ein. Nun lassen sie es sich auf dem Hof unter der Wärmelampe in ihrer Aufzuchtbox bei biologischem Küken-Futter gut gehen. Michael Gretschmann verspricht: „Sie werden auf alle Fälle ein schönes Leben haben“ – neben den anderen 35 Legehennen, zu denen sie später stoßen werden, 35 Kühen mit ihrer Nachzucht, vier Rössern, Hasen, Meerschweinchen, Katzen und Enten.

Den Umzug im warmen Stretch-Gefährt mit der spektakulären Ankunft in Schöffau, den die Bauernhof-Urlauber gebannt verfolgten, hat das kleine Federvieh bestens überstanden. Seitdem entwickeln sich die 16 prächtig weiter: „Sie sind schon annähernd doppelt so groß wie am Anfang“, sagt Michael Gretschmann. Er und seine Frau Helga können’s mit den Viecherln, heben sie vorsichtig hoch, sprechen sie sanft an. Ihre Legehennen kaufen sie in der Regel mit 18 Wochen. Küken sind auch für die Bauern nicht alltäglich, schon gleich nicht diese prominenten. Da gab es durchaus mal den Gedanken: Was, wenn eines sterben sollte – was durchaus vorkommen kann?

Doch bislang ist alles entspannt. „Die Küken sind einfach nett“, sagt Helga Gretschmann. Zwei, drei Wochen bleiben die Kleinen noch in der Box, dann können ihnen die Hofkatzen nichts mehr anhaben und sie dürfen nach draußen. „Auf der großen Wiese können sie laufen, wie sie wollen“, sagt Michael Gretschmann. Seine Frau ergänzt: „mit Bergblick.“

Sie war es, die sofort zusagte, als Antenne Bayern angefragt hatte: „Ich fand das lustig, das ist eine nette Sache mit den Biberln.“ Auch die drei Söhne reagierten begeistert. Dabei hatten die Gretschmanns nicht geglaubt, dass aus den rund 40 Eiern tatsächlich so viel Nachwuchs schlüpfen würde. Die Kehrseite des Erfolgs: entsetzte Menschen, die nach Angaben Helga Gretschmanns angesichts der aus Supermarkt-Ware stammenden Tiere fragten, „was sie da essen“. Dabei sei das alles natürlich. Ihr Mann betont: Diesen Eiern fehle gar nichts, sie ließen sich ohne Probleme verzehren.

Der Nachwuchs brachte es in seinem rund einwöchigen Leben schon zu großer Prominenz, unzählige Radiohörer verfolgten die Entwicklung im Brutkasten, nun setzte ein kleiner Biberl-Tourismus zum Rechenmacherhof ein. Die Küken-Fans kamen unter anderem aus Nürnberg und Kaufbeuren, fast täglich wurde jemand vorstellig, um sich die Biberl anzuschauen. Etwa zweieinhalb Jahre können die Legehennen auf dem Bio-Hof ihr Dasein genießen. Gretschmanns werden fotografisch festhalten, wie die Kleinen gedeihen. Irgendwann wird der Rummel in der Idylle wohl abnehmen. Dann können Seehofer und Federer in Ruhe ihr Leben verbringen. Mit Bergblick – und ganz inkognito.

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