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Im Trend: Große Freiflächen-Photovoltaikanlagen wie auf diesem Agenturbild. 

Entscheidung des Uffinger Gemeinderats

Aus für Solarfeld-Projekt bei Schöffau

An der Kreisstraße bei Schöffau wird keine Freiflächen-Photovoltaikanlage entstehen. Der Uffinger Gemeinderat lehnte das Projekt mit 9:5 Stimmen ab.

Uffing – Wäre alles nach Plan gelaufen, hätte der Mühldorfer Unternehmer Alexander Sommer heuer sein Projekt bei Schöffau in Angriff genommen. Bis 2020 wollte er in mehreren Abschnitten eine Freiflächen-Photovoltaikanlage an der Kreisstraße im Bereich Guggenberg/Schachmoos errichten. Jedes der drei anvisierten Felder sollte eine Spitzenlast von 750 Kilowatt haben. Doch daraus wird nichts. Der Uffinger Gemeinderat hat das Vorhaben am Donnerstagabend nach längerer Diskussion mehrheitlich abgelehnt.

Der Hauptgrund: Die Schöffauer Bürger wollen die Anlage tendenziell nicht. Für die Einleitung eines nötigen Bauleitplanverfahrens stimmten am Ende fünf Gremiumsmitglieder, nämlich Bürgermeister Rupert Wintermeier, Gisela Spensberger, Dr. Thomas Hartmann, Maximilian Schweiger und Anda Grotins-Sanktjohanser (alle WGU). Der Rest war dagegen. Mancher Volksvertreter war hin- und hergerissen, wie etwa der Rathauschef. Die Notwendigkeit einer solchen Anlage sei vor dem Hintergrund des Atomausstiegs hundertprozentig gegeben. Daran, dass sie funktionieren würde, hatte Wintermeier keinerlei Zweifel. Den landwirtschaftlichen Schaden hielt er für „verhältnismäßig gering“. Eine große Verschandelung der Landschaft konnte er nicht erkennen, da die Fläche „kaum einsehbar“ sei. Solche Anlage „werden zunehmen“, prognostizierte der Bürgermeister. „In Niederbayern gibt es schon ganze Massen.“ Es werde auch ein gewisser Gewöhnungseffekt eintreten. Bezüglich der Gäste meinte er: „Ich bin mir nicht sicher, ob die das gravierend wahrnehmen. Die sehen das eventuell positiv.“

Regina Schuster (WGS) bezweifelte das. „Die Touristen möchten keine Freiflächenanlage beim Radlfahren sehen.“ Das Landschaftsbild würde „sehr negativ beeinträchtigt“. Einen Bau an dieser Stelle lehnte sie ab. Skeptisch äußerte sich auch Michael Gretschmann (WGS), der wie Schuster nahe Schöffau Ferienwohnungen anbietet. Hubert Schwingshandl (WGU) betonte, dass die Solartechnik die Atomkraft nicht ersetzen könne. Eine PV-Anlage würde keine Grundlast erzeugen, sondern nur Strom produzieren, wenn die Sonne scheint. Er sehe auch den Nutzen für die Bevölkerung nicht. Nicht nur Schwingshandl warnte davor, mit einem Ja ein Fass aufzumachen. Und dass die Attraktivität Uffings steigen soll, weil der Ort „grün angestrichen“ wird, wollte ihm nicht eingehen. „Uffing ist attraktiv genug.“ Einer der hin- und hergerissen war, war Wolfgang Hirschvogel (CSU). Allerdings sei die Mehrheit der Schöffauer gegen das Vorhaben. „Daher bin ich auch dagegen.“ Der Schöffauer Dorfrat lehnte das Projekt mit 7:1 Stimmen ebenfalls ab.

Antragsteller Sommer machte hingegen deutlich, dass er nach Ende der Bürgerversammlung im Lieberwirth auch „viel Zustimmung“ erhalten habe, und zwar von Jüngeren, die sich nicht zu Wort gemeldet hatten. Er zeigte sich überzeugt: „Die Anlage wird den Planeten nicht retten, aber es ist ein Schritt.“ Nun kommt sie nicht, wobei ohnehin erst einmal hätte geprüft werden müssen, ob sie an der besagten Stelle überhaupt möglich wäre. Angeblich soll es sich bei der in Privatbesitz befindlichen Fläche um eine ehemalige Deponie handeln, doch in Schöffau bezweifelt man das. Trotz seines Neins will sich das Uffinger Kommunalparlament dem Thema Freiflächen-Anlagen nicht komplett verschließen. Am Ende beschloss das Gremium einmütig, dass im Zuge einer Neuaufstellung des Flächennutzungsplans über mögliche Grundstücke beraten werden soll.

Roland Lory

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