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Beim Rundgang mit dabei: (v.l.) Edi Schieder, Herbert und Christine Killermann, Helmut Klose, Karl-Heinz Moser, Gisela Spensberger, Sybille Moser, Reinhold Nöth, Rupert Wintermeier und Erich Wawacek.

VDK-Aktion zur Barrierefreiheit in Uffing

Mit Wasserwaage und Zollstock durchs Dorf

Mit der Kampagne „Weg mit den Barrieren!“ macht sich der Sozialverband VdK für eine barrierefreie Gesellschaft stark. Der Ortsverband Uffing hat nun eine Ortsbegehung organisiert, um neuralgische Punkte ausfindig zu machen.

Uffing – Die Vorbereitungen zogen sich über einen längeren Zeitraum hin. Doch im November war es dann soweit. Auf Initiative des Zweiten Vorsitzenden des VdK-Ortsverbands Uffing Karl-Heinz Moser und seiner Ehefrau Sybille (Vertreterin der Frauen im Ortsverband) organisierte man eine Ortsbegehung zum Thema Barrierefreiheit. Sie fand im Rahmen der VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren“ statt.

Bezüglich Stellen, wo es in Uffing hapert, hält sich Karl-Heinz Moser aktuell noch bedeckt. Er will abwarten, bis ein detailliertes Abschlussprotokoll an die Gemeinde übergeben wurde. Nur soviel: „Es sind keine gravierenden Sachen.“ Aber es gebe zwei bis drei Mängel, „die ganz leicht zu beheben sind“. Einen Knackpunkt nennt der Vizevorsitzende aber doch: „Leider musste auch festgestellt werden, dass keine Arztpraxis am Ort barrierefrei ist.“

Nach Einweisung durch die beiden Berater Edi Schieder und Reinhold Nöth starteten die Teilnehmer mit Blindenstock, Sehbehinderten- und Simulationsbrillen, Wasserwaagen, Zollstock, Rollstuhl und Rollator zur Tour durchs Dorf. Vom Rathaus ging es zur Ecke Murnauer Straße–Seestraße, VR-Bank, Apotheke, Sparkasse, Krankengymnastik-Praxis, Poststelle-Edeka, zum Heimatmuseum, zur Kirche und zum Gasthaus zur Post. Das Seerestaurant Alpenblick hatten Schieder und Nöth bereits vorab mit dem Rollstuhl in Verbindung mit einer Schifffahrt auf dem Staffelsee auf Barrierefreiheit getestet.

„Sehr hilfreich bei der Begehung war die Erfahrung von Frau Killermann als Rollstuhlfahrerin und Testerin an diversen neuralgischen Punkten“, erzählt Karl-Heinz Moser. „Überall trafen die Teilnehmer auf interessierte und teilweise verständnisvolle Gesprächspartner.“

Zudem gab es Lob für die Gemeinde: für „die gelungene Dorferneuerung, das vorbildliche gelungene Gemeindebad und die schöne neue Weggestaltung an der Kirche“. Berater Schieder bezeichnete die Behindertentoilette im Gasthaus zur Post als vorbildlich.

Wie Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) gestern mitteilte, soll der Eingang des Rathauses demnächst barrierefrei gestaltet werden – mit einer Rampe und einem automatischen Türöffner. „Das wollten wir eigentlich heuer im Sommer machen.“ Aber wegen des Gaufestes entschied man sich, das Projekt zu verschieben. Zudem soll am Rathaus ein Behinderten-Parkplatz ausgewiesen werden. Früher hatte es dort schon mal einen gegeben.

Wintermeier machte jedoch klar, dass viele Stellen auf Privatgrund liegen. Er nennt beispielsweise Zugänge zu Geschäften, „wo wir keinen Einfluss haben“. Man wolle aber versuchen, „die Privatleute mit ins Boot zu holen“.

Roland Lory

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