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Geht’s nach oben? Dr. Thomas Hartmann will Bürgermeister von Uffing werden. 

Uffinger Dreikampf ums Bürgermeisteramt: Thomas Hartmann kandidiert

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Im Krimi ums Uffinger Bürgermeisteramt betritt ein weiterer Protagonist die Bühne: Gemeinderat Dr. Thomas Hartmann will für die Wahlgemeinschaft Uffing (WGU) ins Rennen gehen. Aus dem Duell um die Nachfolge von Rupert Wintermeier (WGU) wird damit ein Dreikampf.

Uffing Die Gerüchte hielten sich hartnäckig. Über Monate orakelte man in Uffing, Dr. Thomas Hartmann könnte als Bürgermeisterkandidat der WGU antreten. Der Betroffene aber ließ offizielle Anfragen nach Ambitionen abgleiten wie Pfannkuchenteig von einer Teflon-Pfanne. Er schwieg eisern – zumindest außerhalb der eigenen Gruppierung, der Familie sowie des Freundes- und Bekanntenkreises. Nun hat sich der 58-Jährige öffentlich zu seinen Ambitionen bekannt: Ja, er werde sich bewerben, im November soll die Aufstellungsversammlung der WGU stattfnden. Für Hartmann, den promovierten Physiker und Projektleiter bei Agfa-Medizin-Technik in München, ging es schlicht darum, den eigenen Arbeitgeber „zu einem vernünftigen Zeitpunkt“ über die Möglichkeit in Kenntnis zu setzen, dass in einigen Monaten eine Stelle vakant werden könnte.

Uffing jedenfalls hat keine Probleme, den Stuhl im Büro des hauptamtlichen Bürgermeisters, den Rupert Wintermeier 2020 räumen wird, ab Mai neu zu besetzen. Neben Markus Igler, den die neue Wahlliste „WIR für Uffing“ als Bewerber aufbietet, hat Rathaus-Geschäftsleiter Andreas Weiß angekündigt, als parteifreier Kandidat ohne eigene Liste anzutreten. Nun stößt Hartmann hinzu, und er muss noch nicht einmal der letzte Anwärter sein, der seinen Hut in den Ring wirft. Uffing wird am 15. März 2020 die Wahl haben, und wie.

Hartmann glaubt, persönlich und von Berufs wegen das Zeug für den Bürgermeisterposten mitzubringen. Als Projektleiter verstehe er sich darin, Gespräche zu moderieren, zu planen und zu entscheiden, sagt der Uffinger, der im Dorf in einer bäuerlichen Großfamilie aufgewachsen ist. Seine bevorzugte Sequenz: nachdenken, zuhören, Betroffene früh einbinden, Menschen zusammenbringen, zielführend moderieren, zu einer guten Lösung kommen. Hartmann ist ein Kopfmensch, der genau analysiert, aber er hält „auch in Sitzungen nicht mit meiner Meinung hinter dem Berg“.

Der verheiratete Familienvater, der drei Kinder (23, 22, 14 Jahre) hat, gehört seit 2008 dem Gemeinderat an. Die Leitung des Sozialausschusses stellt für ihn eine „prägende Erfahrung“ dar: „dass man etwas für die Gemeinde machen, etwas bewegen kann – mit einem Team um sich herum, mit dem man auf gute Entscheidungen hinarbeitet“. Der Entschluss, dies im größeren Rahmen auch als Bürgermeister machen zu wollen, zu gestalten, reifte langsam in ihm; ein Schlüsselerlebnis gab es nicht. Wohl aber einen inneren Antrieb: „Ich bin gerne Uffinger, ich mag die Leute und die Dörfer Uffing und Schöffau.“ Gleichzeitig kann der Physiker für sich in Anspruch nehmen, über den Tellerrand geblickt zu haben. Für mehr als fünf Jahre lebte er eines Jobs beim Unternehmen Carl Zeiss wegen in Thüringen, während des Studiums absolvierte er ein Auslandsjahr in England. Die Wurzeln blieben in Uffing. Hier möchte Hartmann kein Übergangsbürgermeister sein, der sich nach einer Periode auf sein Altenteil zurückzieht. „Ich arbeite grundsätzlich gerne“, sagt er und stellt mit Blick auf sein Alter (58) klar. „In meiner Vorstellung ist diese Sache auf zwölf Jahre angelegt.“

Hartmanns politische Kernthemen bleiben noch Schlagworte. Ihm geht es vor allem um Wohnraum für junge Familien, um weitere Gewerbeflächen für Handwerksbetriebe („keine unmögliche Aufgabe“), und auch die Entwicklung rund ums Maurushaus im Ortszentrum bleibe ein großes Thema, sagt er. Das Wahlprogramm der WGU und die eigene detaillierte Agenda sind noch am Entstehen.

Die kommunalpolitische Arbeit nimmt einen Teil von Hartmanns Freizeit ein, den er „gerne“ macht. Zudem gehört der Zither seine Leidenschaft. Wenn er spielt, „dann bin ich weg, das ist sehr entspannend“. Opa Georg Hartmann lehrte das Musizieren auf diesem Instrument schon dem zehnjährigen Thomas, der den Klang liebte. Heute ist Hartmann nach einem berufsbegleitenden Lehrgang staatlich geprüfter Zitherlehrer, erteilt bisweilen selbst Unterricht. Er begleitet seit Jahren die Seehauser Sängerinnen, spielte im Sonntagsgottesdienst mal anstelle der Orgel oder bei Volksmusikveranstaltungen und absolvierte schon Radio- und Fernsehauftritte.

Nun gilt es, im Wahlkampf den richtigen Ton zu finden.

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