Genügend Platz: das Gelände am Schachmoos, auf dem die Photovoltaikanlage entstehen soll.
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Genügend Platz: das Gelände am Schachmoos, auf dem die Photovoltaikanlage entstehen soll.

Spatenstich-Feier steht an

Neuer Solarpark: Uffings Beitrag zur Energiewende

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Nach rund zweijähriger Planungsphase ist es am Donnerstag, 8. Oktober, endlich so weit: Im Uffinger Weiler Schachmoos wird der Spatenstich für den Bau eines Solarparks gesetzt. Das Besondere daran: Die Gemeinde beteiligt sich an der Anlage – und will auch die Bürger mit ins Boot holen.

Uffing – Die Gemeinde Uffing setzt auf sauberen Strom aus der Sonnenenergie – und steigt in ein ambitioniertes Projekt ein, das über die Ortsgrenzen hinaus Beachtung findet. Im Weiler Schachmoos entsteht auf rund 1,25 Hektar eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit 2740 Modulen, die im Endausbau 1000 Kilowatt-Peak (Höchstleistung in Kilowatt) schafft. Das reicht rein rechnerisch für 330 Haushalte. Hinzu kommen eine Elektro-Tankstelle und ein Stromspeicher. Am Donnerstag, 8. Oktober, wird Spatenstich gefeiert. Voraussichtlich nächstes Jahr im Februar oder März soll die Einrichtung ans Netz gehen. Diesen Termin nennt Florian Schönberger, Geschäftsführer der Münchner Firma Vis-piron, die den Solarpark geplant hat und errichtet.

Neu gegründete Betreibergesellschaft

Interessant ist das Konstrukt, das dahintersteht. Denn an der neu gegründeten Betreibergesellschaft sind die Gemeinde Uffing und die Stadtwerke Penzberg mit jeweils 37 Prozent beteiligt. Vispiron selbst hält nur 26 Prozent. Der Kommune gehe es darum, einen kleinen Beitrag zur Energiewende zu leisten, erläutert Uffings Bürgermeister Andreas Weiß (parteifrei). „Die Energie wird vor Ort produziert und muss nicht von weit her geleitet werden“, nennt der Rathauschef einen wichtigen Vorteil.

Umsonst gibt es den Geschäftsanteil natürlich nicht. Rund 750 000 Euro kostet die gesamte Anlage (inklusive Grund). Uffing muss also fast 280 000 Euro beisteuern – gut angelegtes Geld, wie Weiß findet. Denn über den Stromverkauf fließen auch wieder Einnahmen in die Kasse. Und nach etwa 20 Jahren, wird kalkuliert, hat sich die Investition amortisiert.

Damit nicht genug: Weiß und der Gemeinderat wollen auch die Bürger teilhaben lassen, um, so das Kalkül, mehr Akzeptanz für erneuerbare Energien zu schaffen. An diesem nächsten Schritt wird gerade getüftelt. „Wir sind am Schauen, wie wir das realisieren können“, berichtet der Bürgermeister. Denkbar wären etwa die Ausgabe von Anteilsscheinen oder eine Form der Gruppenfinanzierung („Crowdfunding“). Spannend dürfte dabei vor allem die Frage sein, welches Modell im Zeitalter der Niedrigzinsen eine halbwegs interessante Rendite abwirft.

Zweijährige Planungs- und Genehmigungsphase

Frei von Kritik war das Schachmoos-Projekt in der rund zweijährigen Planungs- und Genehmigungsphase nicht. Und dem Vernehmen nach sehen einige Schöffauer das Ganze nach wie vor skeptisch und warnen vor einer Verschandelung der Landschaft. Eine Befürchtung, die Weiß nicht teilt. Denn das Areal soll seinen Angaben zufolge mit Sträuchern eingegrünt werden. „Mir gefällt das besser als jedes Atomkraftwerk“, betont der Gemeindechef.

Für Vispiron – das Unternehmen betreibt in ganz Deutschland über 50 solcher Solarparks, darunter auch welche in Penzberg und Eschenlohe – stellt Uffing eine Premiere dar: Denn zum ersten Mal sei eine Kommune direkt mit von der Partie, freut sich Schönberger. Bislang habe man es allenfalls mit Gemeinde- oder Stadtwerken zu tun gehabt. Dieser Trend ist in seinen Augen richtig – auch wenn die bürokratischen Hürden sehr hoch seien. „Der Aufwand ist enorm. Wir haben viel Papier produziert“, bilanziert der Wirtschaftsingenieur. Könnte das Uffinger Konzept Nachahmung finden? „An uns wird es nicht scheitern“, sagt Schönberger. Man sei jedenfalls in der Region an weiteren potentiellen Standorten dran: „Es wird noch einiges kommen.“

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