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Überraschung: Dieses Murmeltier tauchte auf einem Bauernhof in Uffing auf. 

Exotischer Gast in Uffing

Murmeltier als blinder Passagier

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Da staunte eine Uffinger Landwirtin nicht schlecht: Auf ihrem Hof fand sie ein Murmeltier – eine Spezies, die eigentlich im Gebirge zuhause ist. Vermutlich ist es als blinder Passagier an den Staffelsee „gereist“.

Uffing – An Artenvielfalt mangelt es der Tierwelt in der Staffelsee-Region nicht. Aber was eine Uffinger Landwirtin kürzlich hinter einem Absperrgitter an ihrem Stall entdeckte, passte überhaupt nicht hierher: Dort war nämlich gerade ein Murmeltier damit beschäftigt, ein Loch zu buddeln. „Ich war schon überrascht. Aber es muss alles mal gegeben haben“, erinnert sich die Bäuerin, die namentlich nicht genannt werden will. Die niedlichen Erdhörnchen, die bekanntlich einen Winterschlaf halten und sehr ausgedehnte Gangsysteme bauen, leben normalerweise in den unbesiedelten Gebirgshöhenlagen. Die Frau handelte nach Rücksprache mit einem befreundeten Jäger richtig: Sie lotste den Nager in eine Hundebox und brachte diese nach Garmisch-Partenkirchen zur Wildtier-Auffangstation des Tierheims.

Dessen Vorsitzende Tessy Lödermann traute ihren Augen nicht: „Das war ein sehr exotisches Tier für uns“, erinnert sie sich. Ihr sei jedenfalls bislang noch kein Exemplar untergekommen. Und das will was heißen: Immerhin engagiert sich Lödermann seit rund 35 Jahren im Tierschutz und hat schon allerhand erlebt. Pro Jahr werden in dem Heim um die 100 Wildtiere versorgt, auch sehr seltene. Beispielsweise musste mal ein Schreiadler auf dem Weg nach Afrika notlanden. Ein andermal päppelten Lödermann und ihrer Mitstreiter Wildschwein-Frischlinge auf. Sie habe nur einmal von einem Murmeltier-Fund in München gehört.

Im aktuellen Fall machte sich auch die erfahrene Tierexpertin zuerst schlau, was sich genau in der aus Uffing angelieferten Hundebox befand. Die Garmisch-Partenkirchnerin konnte eine Verwechslung mit einem optisch ähnlichen Tier, etwa mit einem Biber oder einer Bisamratte, ausschließen. Was also tun? Die Antwort war klar: Der Gast – es handelte sich um ein junges Männchen – musste zurück ins alpine Gelände, wo es seinen natürlichen Lebensraum und Artgenossen vorfindet. Lödermann fuhr mit dem kleinen Gesellen ins benachbarte Tirol und übergab ihn einem Berufsjäger. Der schleppte das Murmeltier in dem Transportbehälter auf einer Kraxe in ein hochgelegenes Tal im Karwendel und ließ es dort frei. „Es hat gute Chancen, dass es eine Frau findet und eine Familie gründet“, berichtet Lödermann. Es handle sich um sehr soziale Tiere, die in Kolonien lebten und sich hauptsächlich von Gras und Kräutern ernährten.

Bleibt die Frage: Wie kam es in den Nordlandkreis? Lödermann hat eine Theorie: „Junge Murmeltiermännchen, auch Bären genannt, machen sich auf die Wanderschaft und suchen ein neues Revier. Dabei ist das Tier scheinbar als blinder Passagier in einem Auto nach Uffing gelangt.“

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