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Eine Koryphäe: Dieter Wieland.

Stoiber verlieh ihm den Bayerischen Verdienstorden

Filmemacher Dieter Wieland wird 80

Er hat ein bewegtes Leben hinter sich - als Historiker, Dokumentarfilmer, als gute Seele des Murnauer Seidlparks. Nun feiert Dieter Wieland seinen 80. Geburtstag. 

Uffing – Dass der Historiker und Filmemacher Dieter Wieland heute in Uffing lebt, mag mancher als Zufall ansehen. Es ist aber vor allem ein Glücksfall. So jemanden wie ihn, einen wachen Geist, einen Kritiker und Mahner, braucht eine Gesellschaft, die sich entwickelt. Sein Einsatz für den Murnauer Seidlpark hat viel für Murnau gerettet. Am heutigen Donnerstag wird Dieter Wieland 80 Jahre alt.

Wie kein anderer hat er sich für den Erhalt von Kunst und Kultur, von Schönheiten in Deutschland engagiert. Als kleines Kind hat er die Bombardierung seiner Geburtsstadt Berlin miterlebt. „Dinge, die ich damals schon als schön empfand, waren auf einmal nur noch Schutt und Asche“, erinnert er sich. Er hat erlebt, wie Menschen von einem Moment auf den anderen alles verloren haben. Bald schon kam er zu seiner Großmutter nach Niederbayern, in das Städtchen Landshut, wo er zunächst einmal fremd war. „Ich habe mich mit den Gassenbuben prügeln müssen, um mich durchzusetzen.“

Vielleicht sind es gerade die frühen Erfahrungen, die sein Leben und sein Zukunft geprägt haben. Nach dem Abitur hätte Wieland, so war es geplant, zu seiner Mutter gehen sollen, die inzwischen in Amerika lebte, um dort Architektur zu studieren. „Aus mir wäre sicher ein Hochhausarchitekt geworden“, sagt er schmunzelnd. Aber die in Bayern gerade erst gefundene Heimat, die Liebe zur Schönheit von Kultur und Landschaft ließ ihn die Weichen anders stellen. Das Geld für die Schiffspassage nach New York verwendete er, um mit dem Auto durch Bayern zu reisen. „Damals war auf dem Land ja alles noch da“, schwärmt er. All die alten dörflichen Strukturen, die inzwischen zugebaut und bereinigt wurden, haben ihn begeistert.

Nach seinem Studium der Geschichte und Kunstgeschichte begann Wieland fürs Bayerische Fernsehen zu arbeiten. „Fernsehen war ja mal wichtig. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.“ Er erinnert sich noch an erste Beiträge für die Abendschau. Der Text, den damals noch ein Schauspieler eingesprach, „hat vorne und hinten nicht ausgereicht“. Wieland erhielt nach der Sendung einen Brief, mit dem Rat, doch vielleicht seine berufliche Zukunft in einem anderen Metier zu suchen. So kam es aber nicht. Nur seine Texte, die hat er selbst aus dem Off eingesprochen und damit so etwas wie sein Markenzeichen geschaffen. „Es passiert mir heute noch, dass ich zum Beispiel in einem niederbayerischen Gasthof angesprochen werde, weil die Menschen meine Stimme erkennen“, sagt er.

Bis zum Jahr 2004 hat er – mit 250 Fernsehfilmen – ein Stück Mediengeschichte geschrieben und sich dabei für das Land, die Natur und seine Schönheit eingesetzt. Unermüdlich kritisierte er, mahnte, lobte aber auch. „Es ist ein Wunder, dass ich all das tun konnte.“ Und noch erstaunlicher war für ihn, dass er nach und nach zu einem der „höchstdekorierten“ Filmemacher Deutschlands wurde. Den Bayerischen Verdienstorden bekam Wieland aus den Händen von Edmund Stoiber, den er doch so oft angegriffen hat, bemerkt er vergnügt.

Uffing, wo Dieter Wieland heute zusammen mit seiner Frau Heidi lebt, kennt er durch einen Freund seit den 1950er Jahren. Eigentlich hatte das Paar mit dem Gedanken gespielt, nach seiner Tätigkeit beim Fernsehen nach Kalifornien auszuwandern. Den Plan hat Wieland verworfen. Als er in Murnau den Seidlpark entdeckte, wurde dieser ihm zu einer Aufgabe. Dadurch sei er auch ein wenig zum Murnauer geworden. Nachdem er jahrzehntelang viel theoretisiert hat, wollte Wieland „im Ruhestand etwas Praktisches tun“. Noch heute ist er in verschiedenen Stiftungsräten tätig. Kürzlich erhielt er in Wolfenbüttel den Lessing-Preis für Kritik. Nicht jeder beherrscht das – Wieland schon. Und wie. 

Heribert Riesenhuber

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