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Tote Silberkarpfen: Diese verendeten Tiere wurden 2013 aus einem Thüringer Gewässer geholt. Im Fall Uffing wird derzeit Ursachenforschung betrieben. 

Problem an der Ach

Fischsterben an der Ach: Analysen ziehen sich

Uffing - Das rätselhafte Fischsterben an der Ach in Uffing sorgt im Ort für Unruhe – und auch für Kritik. Denn die Analysen, die beim Landesamt für Umwelt laufen, ziehen sich bereits einige Wochen hin. Gestern gab die Behörde bekannt, dass die Ergebnisse „in Bälde“ vorliegen würden.

In den vergangenen Tagen sind zwar an der Ach in Uffing keine toten Fische mehr angeschwemmt worden. Das Ganze sei „am Abebben“, sagt Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU). Doch ob es auch so bleibt, muss man abwarten.

Derweil betreiben die Experten des Landesamts für Umwelt (LfU) weiter Ursachenforschung. Sie sind schon seit ein paar Wochen damit befasst. Für Wintermeier ist das „ein bissl unverständlich“. Bei einer so akuten Sache „sollte das etwas schneller gehen“, betont der Gemeinde-Chef.

LfU-Sprecher Claus Hensold erklärt, der Fall Uffing gleiche der „Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen“. Es müssten „verschiedenste Analysen“ gemacht werden, man sei einer Vielzahl von Spuren nachgegangen. Deshalb dauere das ganze Verfahren etwas. Man sei demnächst fertig. „Die Ergebnisse gehen in Bälde ans Wasserwirtschaftsamt“, verspricht Hensold.

Aus dem WWA war bisher lediglich die Vermutung verlautet, dass jemand einmalig eine größere Menge tensidhaltige Mittel in die Ach eingebracht hat. Dies teilte Johannes Riedl, der für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen zuständig ist, Mitte Mai mit (wir berichteten).

Es wurden Wasserproben entnommen. Auch die Fische selbst werden untersucht. Und der Boden. Laut Riedl wird geschaut, ob in den Sedimenten Stoffe enthalten sind, die etwas mit dem Fischsterben zu tun haben könnten.

Bis Mitte Mai waren insgesamt rund rund 20 tote Tiere an der Wasseroberfläche getrieben. Sie wurden vor allem im Ortszentrum an der Achbrücke herausgeholt. Dabei handelte es sich um Karpfen, Brachsen, Aiteln, Aale, Barben und Rotaugen.

In den Fachbehörden geht man allen Spuren nach. Inzwischen hat sich auch eine Anwohnerin gemeldet, die von einer Zuleitung aus einer Straßenentwässerung berichtete. Dort hinein läuft anscheinend auch Wasser, das aus einem Moorgebiet stammt. Eine natürliche Ursache also? Auch diesem Hinweis wird nachgegangen.

In Fischereikreisen zeigt man sich unterdessen erleichtert, dass zuletzt keine toten Fische mehr gefunden wurden. Alles in allem sei das Problem nach aktuellem Stand „nicht ganz so schlimm wie befürchtet“, sagt einer, der mit der Angelegenheit befasst ist. Sobald die Ursache bekannt sei, werde man die Ach wieder mit Fischen besetzen, wobei man das aber ohnehin jedes Jahr mache.

Rathauschef Wintermeier, der auch schon mit WWA-Chef Roland Kriegsch telefoniert hat, sagt, dass der Fisch-Bestand „deutlich“ zurückgegangen sei.

Roland Lory

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