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Heizt Zuschauern und Fans ein: der Murnauer Franz-Xaver Lausch, der für Uffing spielt.

Fußball-Relegation: Rekord-Zuschauerzahlen und Emotionen pur

Derby Uffing gegen Murnau: So war das Volksfest für die Ewigkeit

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Rekorde hat das Staffelsee-Derby gesprengt. Etwa 2000 Zuschauer sahen den Murnauer Erfolg in Uffing. 

Uffing – Die Zuschauerzahl. Nur noch die hat Klaus Staltmeier, Abteilungsleiter beim SV Uffing, nach der 0:1-Niederlage gegen Murnau interessiert. Philipp Destek, der Mann der Finanzen, klärte auf: 1509 zahlende Besucher. Staltmeier rechnet 70 Helfer, 30 Musiker der örtlichen Blaskapelle sowie viele, viele Kinder unter 14 hinzu. Macht um die 2000 Besucher. „An dieser Zahl werden wir knapp dran sein“, sagt der Sparten-Chef des SVU. Auf dem Spielbericht trug Schiedsrichter Michael Kögel 1946 Zuschauer ein – ein Gag und eine Hommage an die pfeifende Gilde: 1946 hatte sich die Schiedsrichter-Gruppe Weilheim gegründet.

Uffing gegen Murnau: Das Fußballfest in Bilder

Damit überbietet das Staffelsee-Derby die bisherige Rekordmarke der jüngeren Vergangenheit. 2008 verfolgten etwa 1400 Fans das Bezirksliga-Entscheidungsspiel zwischen Garmisch-Partenkirchen und Ohlstadt in Oberammergau. Diejenigen, die beide Partien gesehen haben, sagen: Uffing hat eine neue Dimension erreicht. „Auf diesen Ort kann man stolz sein – die Mannschaft ist es“, betont der Uffinger Trainer Thomas Neumeier. „Das ist keine Selbstverständlichkeit.“ Etwas mehr als 3000 Menschen wohnen im Dorf. Selbst Uffinger, die noch nie ein Fußball-Spiel in ihrem Heimatort verfolgt haben, kamen an den Platz an der Rigistraße.

Am Vortag zum Aufbauen getroffen

Auf der einen Seite, gegenüber der Uffinger Bank, bildete sich die rote Kurve. Am Vorabend hatten sich die SVU-Fans zum Aufbauen getroffen. Sie stellten ein Baugerüst auf, das etwa 50 Zuschauern einen exklusiven Blick von oben ermöglichte. An den Zäunen hinter den Toren platzierten sie wie schon die Murnauer Spruchbänger. „Kreisliga – Wir kommen“, stand da zum Beispiel. Oder: „Der wahre TSV trägt blau und weiß.“ Ein bisschen Schmäh muss sein. Die Rolle des Einpeitschers übernahm Franz Lausch, einer der Murnauer, die beim SVU kicken. Mit einem Megafon bewaffnet stürmte er rauf und runter, rannte den Linienrichter beinahe über den Haufen, motivierte gar die trägere Sitzplatzfraktion und brüllte den SVU 90 Minuten nach vorne. Am Schluss schrien die Hausherren nur noch verzweifelt: „Auf geht’s, Uffing, schieß ein Tor.“ Ehe der Schlusspfiff und der Murnauer Jubel alles erstickten.

Der TSV hatte aufgerüstet. Im Hinspiel habe man die Uffinger unterschätzt, räumt Co-Trainer Jan Tischer ein. „Das war eine brutale rote Wand.“ Michael Adelwart, Abteilungsleiter und Trainer, ergänzt: „In Murnau hatte ich das Gefühl, dass viele da waren, die uns verlieren sehen wollten. Das drückt schon.“ Aber man müsse im Sport immer wieder aufstehen. Im Hintergrund mobilisierten die Drachen. Fabian Hirschler, der verletzte Torjäger, und Philipp Mann riefen zum Anfeuern auf. Im grünen Block standen Reserve-Spieler, das Frauen-Team, die Handballer, die Murnauer Zukunft: zig Jugendspieler, die sich mit dem TSV identifizieren. Benedikt Zwerger stimmte die Lieder an und brachte die Drachen zum Feuer-Spucken.

„In der Masse noch nie erlebt“

Vor dieser Kulisse zu coachen – eine Herausforderung, sagt Tischer. Adelwarts Kommandos – der Mann kann mächtig brüllen – hörte man kaum 20 Meter weit. Kollege Neumeier sagt: „In der Masse habe ich das noch nie erlebt.“ Und der Uffinger hat schon diverse Relegationsspiele mitgemacht. „Wenn 600 oder 700 Zuschauer kamen, waren es viele“, sagt der SVU-Trainer. Nun das Dreifache. „Ein Volksfest.“ Neumeiers Rat an die Fußballer: genießen – egal, wie die Partie am Ende ausgeht. „Das soll jeder aufsaugen. Es wird kein Spieler allzu oft erleben.“

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