Bedenken wegen der Strahlenbelastung

Uffing bekommt Wlan-Hotspots - doch nicht jeden freut‘s

Wie schädlich ist elektromagnetische Strahlung für den Menschen? Dazu gibt es unterschiedliche Ansichten. Im Uffinger Gemeinderat wurde jetzt Kritik an der Schaffung öffentlicher Wlan-Hotspots laut.

Uffing – Der Freistaat Bayern plant, bis Ende 2020 insgesamt 20.000 Wlan-Hotspots zur Verfügung zu stellen. Die Öffentlichkeit kann diesen Internetzugang gratis nutzten. Je ein Hotspot soll auch in Uffing am Rathaus sowie in Schöffau am Feuerwehrhaus installiert werden. Doch darüber ist nicht jeder Bürger glücklich. Der Gemeinderat hatte jetzt einen Antrag eines Uffinger Ehepaars vorliegen. Darin heißt es: „ Von der Gemeinde wurde bisher viel Zeit und Geld investiert, um die Strahlenbelastung möglichst gering zu halten. Wlan-Hotspots bedeuten jedoch permanente Strahlenbelastung für die Anwohner.“ Um dies zu untermauern, legte der Antragsteller dem Gremium mehrere Schriften vor, darunter das Magazin „Raum und Zeit“. Dabei handelt es sich allerdings um kein Fachblatt. Kritiker sehen die Publikation vielmehr als pseudowissenschaftliche Zeitschrift. Laut dem Internet-Lexikon Wikipedia werden in „Raum und Zeit“ auch „Theorien aufgegriffen, die als verschwörungstheoretisch gelten“.

Die genannten Eheleute finden jedenfalls, es wäre zu einfach, sich in Sachen Wlan „an den Vorgaben und Entwarnungen zu orientieren, die von staatlichen Behörden und Mobilfunkkonzernen bezüglich der Gesundheitsgefährdung veröffentlicht werden“. Wer sich genauer und kritischer mit dem Thema auseinandersetze, werde feststellen, „dass hier auf äußerst unverantwortliche und grob fahrlässige Weise Unwahrheiten verbreitet werden. Diese Technologien sind so, wie sie derzeit genutzt werden, alles andere als unbedenklich.“ Daher richtete das Ehepaar die eindringliche Bitte an den Gemeinderat, „bei der bisher verantwortungsvollen Linie zu bleiben und den Ball in Sachen Strahlung so flach wie möglich zu halten“.

Im Gremium war der Tenor, dass ein öffentlicher Wlan-Standort in Uffing und in Schöffau vertretbar sei. „Man kann es in der heutigen Zeit nicht ganz vermeiden“, meinte etwa Robert Fischer (WGU). Wolfgang Hirschvogel (CSU/Bürgerliste) fand, dass Wlan am Rathaus „selbstverständlich Sinn“ mache, nämlich wegen der Touristen, aber auch wegen der Schulbushaltestelle. Und Rathauschef Rupert Wintermeier (WGU) betonte: „Wir müssen schauen, dass wir nicht in der Steinzeit bleiben.“ Vizebürgermeister Josef Diepold (WGU) verwies ebenfalls auf den Tourismus. Eine der ersten Fragen, die Gäste dem Vermieter stellen, sei: „Haben Sie Wlan im Haus?“ Diepold: „Ich glaube nicht, dass die Gemeinde Uffing das technische Rad aufhalten, geschweige denn zurückdrehen kann.“ Das sei klar, entgegnete der Antragsteller. Der Uffinger machte aber deutlich, dass es um die „Grundrechte der Anwohner“ gehe. Er meinte damit den im Grundgesetz verankerten Schutz der Gesundheit. Am Ende beschlossen die Kommunalpolitiker einmütig, dass die Gemeinde weiterhin verantwortungsvoll und kritisch mit Mobilfunk und öffentlichem Wlan umgehen wird.

Die beiden genannten Hotspots werden laut Bürgermeister Wintermeier „jetzt dann irgendwann“ installiert. Zur Debatte steht, zusätzlich einen am Gemeindebad zu schaffen. In der Regel beträgt die Reichweite im Außenbereich circa 150 Meter.

Roland Lory

Rubriklistenbild: © dpa

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