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Der Standort: Das alte Raiffeisenhaus an der Hauptstraße 5 in Uffing soll abgerissen und neu geplant werden.

Architektin stellt Pläne vor

Gemeinde Uffing plant Ärztehaus: Dorfzentrum erhält neues Gesicht

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Dieses Projekt kann sich sehen lassen: Im Uffinger Dorfzentrum soll ein neues Ärztehaus entstehen. Eine Architektin stellte jetzt im Gemeinderat erste Pläne vor.

Uffing – Auf ihrer Internetseite, gleich am Anfang ganz oben, preist Vera Winzinger ihre Philosophie an. Im Fokus der Architektin und Stadtplanerin steht der ländliche Raum. In Uffing hat sie nun ein Millionen-Projekt übernommen, das das Aussehen des Dorfzentrums verändert. Man spricht hier nicht – im übertragenen Sinn – von ein paar neuen Wimpern. An der Haupt- und Kirchstraße steht ein operativer Eingriff an. Zwei Häuser, beide in Besitz der Gemeinde, sollen weichen für einen neuen Komplex samt Tiefgarage und Arztpraxen.

Die Idee ist bereits drei Jahre alt. Nun hat Winzinger einen erste Plan im Gemeinderat vorgestellt. Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) ersparte ihr die heiklen Debatten um Mobilfunk-Mast und Straßen-Ausbau. Er packte ihre Ausführungen auf Tagesordnungspunkt eins – gar vor die Bürger-Fragestunde – und entließ sie danach. Winzinger goutierte den Zeitplan und den vollen Saal (angesichts der Themen im Anschluss) mit einer witzigen Bemerkung: „Ich habe mich schon gefreut, dass so viele an der Ortsplanung interessiert sind.“ Den etwa 70 Gästen präsentierte sie erste Skizzen für das neue Gebäude im Zentrum Uffings.

Anstelle des alten Raiffeisengebäudes, das Arztpraxen enthält, tritt ein neues Bauwerk, der Giebel Richtung Hauptstraße gerichtet, höher und schlanker als das bisherige, wie Winzinger beschreibt. Dr. Michael Bader, einer der Ärzte im Haus, erkundigte sich nach Ausweichmöglichkeiten für die Mieter, etwa Container-Lösungen. Mit der Frage beschäftige man sich noch nicht, erklärte die Architektin. „Wir sind erst bei der städtebaulichen Planung.“ Kosten für diesen Teil, für das Ärztehaus: etwa 1,6 Millionen Euro gemäß der ersten Kalkulation.

Hälfte zwei, das alte Maurushaus, das die Kommune vor über einem Jahrzehnt für 300 000 Euro erstanden hat, entsteht in Richtung Kirchstraße – gegenüber dem Saal des Gasthof Post. Als „Geschäftshaus“ bezeichnet es Winzinger. Geschätzte Kosten: 1,1 Millionen Euro. Sollte sich die Gemeinde für weitere Arztpraxen auch in diesem Teil entscheiden, fallen nochmals etwa 250 000 Euro an.

Die Tiefgarage unter dem gesamten Komplex soll 15 Stellplätze bieten, das Parkproblem im Ortskern lindern und etwa 650 000 Euro kosten. Ein zentraler Zugang mit Aufzug wie Treppenhaus verbindet beide Hälften.

Zusammengerechnet verschlingt der Bau (samt Arztpraxen in beiden Teilen) gerundet 3,6 Millionen Euro. „Das sind Brocken an Geldern, die wir nicht auf einmal stemmen können“, sagt Gemeinderat Josef Popp (WGS). Er erkundigte sich, ob sich das Projekt schrittweise realisieren lasse. Winzinger riet davon ab. „In einem bauen, kommt ihnen günstiger.“ Durch das gemeinsame Treppenhaus spare die Gemeinde ohnehin einige Euro. Architekt Bernd Furtmayr, Gast in dieser Sitzung, fragte nach der Größe des neuen Gebäudes, das ihm doch recht mächtig erschien. „Kleiner kann man immer“, bestätigte die Planerin.

Zuletzt interessierte sich Dr. Dieter Heinrich für die Dauer des Baus. Schließlich müsse man sich Gedanken machen, wie lang er gegebenenfalls seine Praxis auslagert. An die zwei Jahre schätzt Winzinger, womöglich gar weniger – abhängig von der Baufirma. Sie stellte aber klar: „Das ist kein Hexenwerk.“

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