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Gisela Spensberger spricht sich für Solarstrom aus heimischer Produktion aus.

Diskussion um Freiflächen-Photovoltaikanlage in Uffing

Entscheidung nicht ohne die Bürger

Wie stehen die Uffinger zu der geplanten Freiflächen-Photovoltaikanlage, die im Bereich Guggenberg-Schachmoos auf einer ehemaligen Deponie entstehen soll? Das will der Gemeinderat wissen, bevor er über das Projekt entscheidet.

Uffing – Das Projekt spaltet den Gemeinderat. Was die Uffinger Bürger über die geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage denken, die der Mühldorfer Unternehmer Alexander Sommer im Bereich Guggenberg-Schachmoos auf einer ehemaligen Deponie bauen will, bleibt weitgehend im Dunkeln. Der Aufruf, den Uffings Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) gestartet hatte, zeigte nur begrenzte Wirkung. Wie Wintermeier in der Sitzung des Gemeinderats sagte, meldeten sich lediglich drei Bürger auf die Frage, ob sie sauberen Solarstrom aus einer Photovoltaikanlage (PV) wollen. Alle drei sprachen sich dafür aus, einer mit dem Hinweis, dass seine Eltern dagegen seien. Um nicht möglicherweise gegen die Bürger zu entscheiden, hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, eine Bürgerversammlung einzuberufen. Diese soll in Schöffau stattfinden, weil die von Sommer geplante Anlage näher an diesem Ortsteil liegt als an Uffing.

In der Versammlung sollen ein Vertreter der Bürgerstiftung Energiewende Oberland, ein Solarstrom-Gegner und Sprecher von Firmen, die am Bau von PV-Anlagen in Uffing interessiert sind, ihre Argumente vorbringen und den Besuchern Rede und Antwort stehen. Der Termin der Bürgerversammlung wurde in der Sitzung noch nicht genannt.

Im Gemeinderat gibt es sowohl Befürworter einer sauberen Stromproduktion vor Ort als auch Gegner. Hubert Schwingshandl (WGU) hält die Nutzung von Solarenergie für unsinnig, weil die Sonne nicht permanant scheine. Mehrere Räte pflichteten ihm bei. Andere unterstützten Gisela Spensberger (WGU), die sich für Solarstrom aus heimischer Produktion aussprach. Eine längere Diskussion brachte kein Ergebnis. So wurde auf eine Abstimmung über die von Sommer geplante PV-Anlage verzichtet, die in drei Abschnitten in den Jahren 2018 bis 2020 gebaut werden und aus drei Feldern mit einer Spitzenleistung von je 750 Kilowatt bestehen soll. Man will die Entscheidung erst nach der Bürgerversammlung fällen.

Wintermeier zufolge könnte nur eine Standortanalyse Klarheit schaffen, wo solche Freiflächenanlagen gebaut werden dürfen. Dafür müssten alle alten Deponien und die Areale an der Bahn untersucht werden. Er lehne aber eine solche Untersuchung ab, die nach seiner Einschätzung bis zu 25 000 Euro kosten würde. „Wozu sinnlos Geld rausschmeißen“, meinte der Bürgermeister – wenn man hinterher sage, dass man dort gar keine Anlage wolle. Die Antwort auf die Frage aus dem Rat, ob es noch andere Deponieflächen gebe, die für PV-Anlagen in Frage kämen, verschob Wintermeier in den nichtöffentlichen Teil.

In der öffentlichen Sitzung wurde noch eine weitere Möglichkeit für den Bau einer PV-Anlage vorgestellt. Die Weilheimer Firma „actensys“ hat den Bereich entlang der Bahnlinie, in dem Freiflächenanlagen gebaut werden können, untersucht und festgestellt, dass es im Südosten eine vom Ort aus nicht einsehbare Fläche gibt, die sich eignet. Nach Ansicht von Geschäftsführer Martin Pape ist es sinnvoll, wenn jede Gemeinde ihren Beitrag zur umweltfreundlichen Stromerzeugung leistet. Dabei könnten auch die Bürger beteiligt sein.

Alfred Schubert

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