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Reagiert mit galligem Humor: Uffings Bürgermeister Rupert Wintermeier.

Nun könnte neuer Ärger drohen

Gewächshaus-Streit: Uffings Widerstand erfolglos

Die Gemeinde Uffing konnte sich im Streit um ein Gewächshaus nicht durchsetzen. Ob das Nein der Räte in puncto Gartengestaltung Bestand hat, wird sich zeigen. Vize-Bürgermeister Josef Diepold schwant jedenfalls nichts Gutes.

UffingDie Geschichte dreht sich „nur“ um ein Gewächshaus. Doch die Meinungen dazu prallten aufeinander. Der Fall landete vor Gericht. Es geht um zwei Klagen: Mit der einen wollten Monika und Professor Dr. Richard Rojek erreichen, dass das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen verpflichtet wird, eine Baugenehmigung zu erteilen. Die Kreisbehörde verschickte eine solche, nachdem einige Änderungen in der Planung vorgenommen worden waren. Gegen diese Genehmigung zog die Kommune zu Felde. Sie war mit dem Gewächshaus, das gerade im Uffinger Westen entsteht, nicht einverstanden. Denn nach ihrer Ansicht ist es relativ groß dimensioniert und verstößt zudem gegen einige Aspekte der örtlichen Gestaltungssatzung. Das Gewächshaus ist je sechs Meter breit, hoch und lang. Das Verwaltungsgericht München rückte zum Ortstermin an.

„Die Parteien haben sich inzwischen in allen Verfahren gütlich geeinigt, nachdem das Gericht im Rahmen der mündlichen Verhandlung zu erkennen gegeben hat, dass die Einwände/Bedenken der Gemeinde dem Vorhaben so nicht entgegengehalten werden können beziehungsweise kein Rechtsgrund sind, das Vorhaben abzulehnen“, teilt Gerichts-Sprecher Florian Schlämmer mit. Dabei ging es beispielsweise um Aspekte wie die Größe/Kubatur, die Ausführung in Form von Glaswänden et cetera.

Der Widerstand der Gemeinde war also nicht von Erfolg gekrönt. Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) kommentiert den Fall im aktuellen Bürgerblatt mit galligem Humor: „Wenn man eine Sukkulentensammlung besitzt, muss dieser Bau möglich sein. Bleibt die Hoffnung, dass das nach Meinung vieler Bürger und Besucher äußerst hässliche neue Wohngebäude durch den Anbau etwas gefälliger wird und sich kein Zirkusdirektor mit seinem Elefanten oder ein Zoowärter mit seiner Giraffe in unserem Ort niederlassen will.“ Bereits im Mai hatte Wintermeier im Rahmen der Bürgerversammlung gepoltert. Damals hatte er gewettert, das Vorhaben sei „immer wieder ein totales Ärgernis, und das Verhalten des Landratsamts ist ein noch größeres“.

Rojeks wollen sich aktuell nicht zu dem Fall äußern. Auch der Gemeinderat befasste sich jetzt noch einmal mit dem Areal. Es ging um einen Tekturantrag der Rojeks im Hinblick auf die Gartengestaltung und einen Rosenteich. Fast alle Mitglieder des Gremiums zeigten sich verwundert, dass sie über ein Vorhaben abstimmen sollen, das bereits fertiggestellt ist. Den Antrag lehnte der Gemeinderat einmütig ab. Denn die gesamte Gartengestaltung und die Teichanlage haben nur durch massive Geländeveränderungen verwirklicht werden können. Die Ortsgestaltungssatzung schreibt jedoch vor, dass die natürliche Geländeoberfläche zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen ist.

Im Vorfeld hatte sich der Bauausschuss vor Ort einen Eindruck verschafft. „Da ist nur Beton zu sehen gewesen“, berichtete Vizebürgermeister Josef Diepold (WGU). Mehrere Räte meinten, dass man der Tektur nicht zustimmen könne, da sich die Rojeks an keine Vorgaben hielten. Anda Grotins-Sanktjohanser (WGU) votierte zwar auch dagegen. Sie vertrat aber die Auffassung, dass hier ein Projekt „exemplarisch durch den Dreck gezogen“ und „Stimmung gegen Leute“ gemacht werde. Diepold gab sich keinen Illusionen hin. Der Vizebürgermeister rechnet damit, dass das Landratsamt das Nein des Gemeinderats nicht bestätigen sondern das Einvernehmen ersetzen wird, wie es im Behördendeutsch heißt.

Roland Lory

Das Landkreiswetter

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