Möglicher Standort: Der Platz neben dem Feuerwehrhaus in Uffing, auf dem früher ein Skateplatz war, kommt wie andere infrage für einen Skatepark.
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Möglicher Standort: Der Platz neben dem Feuerwehrhaus in Uffing, auf dem früher ein Skateplatz war, kommt wie andere infrage für einen Skatepark.

140 Unterschriften gesammelt

Junge Uffinger machen für Skaterplatz mobil

140 Unterschriften haben junge Leute aus Uffing gesammelt. Ihr Ziel: Sie wollen, dass ein Skaterpark im Ort entsteht. Im Gemeinderat stoßen sie auf offene Ohren. Doch zunächst gilt es zwei Dinge zu klären: die Kosten – und vor allem auch den Standort.

  • Junge Leute in Uffing wünschen sich einen Skaterplatz. 140 Unterschriften gibt es für das Projekt.
  • Zwei Sechstklässler formulieren einen Antrag an den Gemeinderat, der dieser Idee positiv gegenüber steht.
  • Nun sollen zwei wichtige Punkte geklärt werden: die Kosten sowie der Standort.

Uffing – Zu den ersten Schritten der politischen Bildung gehört in der Uffinger Grundschule ein Besuch beim Bürgermeister. Die Schüler dürfen dann für ein paar Stunden Gemeinderat spielen, wobei die Idee gar nicht abwegig ist: Bürgermeister Andreas Weiß möchte ohnehin ein Jugendparlament im Ort einführen. Jedenfalls saß kürzlich die vierte Klasse im Rathaus und debattierte wie die Großen – oder eher: wie die Älteren. Denn zuletzt verpufften ja selbst die Wünsche der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, wie das gescheiterte Sportplatzprojekt zeigt. Die Sitzung der Uffinger Kinder bewirkte tatsächlich etwas. Sie sammelten danach 140 Unterschriften für einen Skaterpark und erhielten nun eine eindringliche Botschaft des Gemeinderats: „Wir müssen jetzt was für die Jugendlichen schaffen“, sagt Michaela Mück („Wir für Uffing“), die Dritte Bürgermeisterin. Eine Pleite wie bei früheren Projekten „darf nicht nochmals passieren“, stellte Regina Schuster (WGS) klar.

Für Uffinger Skaterpark: Sechstklässler formulieren ausführlichen Antrag

Was zwei Uffinger Buben – ihre Namen nennen wir aus Datenschutzgründen nicht – hingebracht haben, sieht man selbst im Ortsparlament selten. Sie formulierten einen langen wie ausführlichen Antrag, hefteten Bilder, Modelle und Baupläne von Skateparks an, damit die Ratsmitglieder sich diese Spielwiese auf Asphalt besser vorstellen können. Bislang üben die beiden Antragsteller aus der sechsten Klasse, die von ihren Brüdern für das Projekt begeistert wurden, auf den Nebenstraßen des Dorfes ihre Tricks. Besonders die Seestraße halten sie auf ihren Scootern für geeignet. Allerdings ist die Zufahrt zum Gemeindebad kein ungefährliches Terrain, gerade im Sommer.

Bürgermeister Weiß findet: Nachdem sich junge Leute Arbeit machten, sollte dies auch der Gemeinderat tun

An manchen Tagen vor dem Lockdown zog es die Kinder zu acht nach Weilheim, in den großen Skatepark. Aber das geht nicht immer. Sie finden deshalb: „Uffing braucht unbedingt einen Skatepark.“ Einen Platz für Skater, Scooter-Fahrer, BMX-Piloten, Rollschuhfahrer oder einfach für die Kinder des Ortes. Bürgermeister Weiß sagt: „Sie haben sich wirklich Arbeit gemacht. Jetzt sollten wir uns auch Arbeit machen.“

Für neuen Skaterpark: Gemeinderat Uffing bildet eine Arbeitsgruppe

Bedeutet konkret: Zunächst bildet der Rat eine Arbeitsgruppe. Die Jugend- und Sportreferenten Albert Huber, Jakob Wanrnstorff und Stefan Bärtl sowie zwei Eltern, die selbst gerne in solchen Parks unterwegs sind, gehören ihr an. Sie sollen eine Machbarkeitsstudie anstoßen und begleiten. Zwei Dinge gehören zuvorderst geklärt: Kosten und Standort. „Wenn astronomische Summen rauskommen, kann man sich das sparen“, sagt Marcus von Bechtolsheim. Üblicherweise bewege man sich zwischen 50 000 und 100 000, erklärt Weiß. An die 60 Prozent würden über das Leader-Projekt der Europäischen Union fließen. Zudem hat sich Weiß ein Finanzierungsmodell aus Füssen vorstellen lassen. Für den dortigen Premiumpark fand die Stadt Sponsoren aus der Skaterszene, wie etwa Red Bull. „Das ist der Lifestyle, der mitschwingt.“

Skaterplatz: Nicht ganz einfache Suche nach dem richtigen Standort

Schwieriger dürfte die Suche nach einem Platz verlaufen. Nicht zu nahe an der Wohnbebauung soll das Areal entstehen, wegen des Lärms. Die Räte schlugen den alten Sportplatz und den Bereich am Feuerwehrhaus vor, an dem vor etwa 20 Jahren schon einmal ein Skateplatz entstanden war. Allerdings bauten die Jugendlichen ihre Geräte damals selbst. „Die Gemeinde hat da wenig dazugetan“, räumt Weiß ein. Diesmal stehen die Räte hinter den Jugendlichen.

Andreas Mayr

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