Um die Versorgung mit Trinkwasser ging es in der Uffinger Ratssitzung (Symbolbild).
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Um die Versorgung mit Trinkwasser ging es in der Uffinger Ratssitzung (Symbolbild).

Notverbund mit Seehausen geplant

Kapazitätsgrenze in zehn Jahren erreicht: Uffing muss in puncto Wasserversorgung dringend nachrüsten

  • Andreas Mayr
    vonAndreas Mayr
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Die Gemeinde Uffing muss in den nächsten Jahren viel Geld in die Wasserversorgung stecken. Unter anderem ist ein Notverbund mit Seehausen geplant.

  • Die Gemeinde Uffing muss viel Geld in die Wasserversorgung investieren.
  • Im Gemeinderat gab es einen ersten Überblick zu den Projekten.
  • Bürgermeister Andreas Weiß rechnet mit vielen Fragen der Bürger.

Uffing – Die Uffinger haben gut aufgepasst auf ihre Wasser-Anlagen im Ort. Sonst hätten die Bauten aus den 1960er Jahren niemals so lange überlebt. Allerdings musste die Gemeinde stets damit rechnen, dass das Verfallsdatum überschritten wird. So weit ist es nun gekommen. Voriges Jahr, im Herbst 2020, hat ein Ingenieurbüro das Sanierungskonzept vorgestellt. Seitdem wird geplant. Und zwar im großen Stil. Mehrere Millionen Euro fließen in den nächsten fünf Jahren in die Anlagen und die Technik. Die einzelnen Beträge haben es längst in den Finanzplan geschafft.

Im Gemeinderat gab Andreas Weiß (parteifrei) einen ersten Überblick zu den Projekten. Zunächst sprach der Bürgermeister über den Notverbund Uffing-Seehausen, also eine Trasse zwischen den Orten, die beide Kommunen so dringend benötigen. Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Während die Seehauser in erster Linie ihre Wasserversorgung im Schadensfall absichern, sind die Sorgen der Uffinger weit dramatischer. In zehn Jahren, so steht es im Schreiben der Ingenieure, dürfte die Kapazitätsgrenze erreicht sein. An verbrauchsreichen Tagen liefern die Brunnen in Uffing dann nicht mehr genug Wasser. Der Jahresbedarf steigt bis 2029 um geschätzt 28 000 Kubikmeter (von 222 000 auf 250 000).

Abhängig von Seehausen?

„Heißt das, dass wir ab 2029 von Seehausen abhängig sind?“, fragte Gemeinderat Stefan Bärtl (Wir für Uffing). Nun, nein, die Nachbarn müssen nur an manchen Tagen aushelfen. „Das Seehauser Gebiet ist ergiebiger als unseres“, erklärte Bürgermeister Weiß. Beide Staffelsee-Kommunen zeigen sich kooperationsbereit. Auch die Grundstücksverhandlungen laufen „bisher sehr erfolgreich“, wie der Ortschef betonte. Etwa 540 000 Euro kostet die Verbundleitung, hinzukommen kommen 81 000 Euro Planungskosten.

Die Liste an Projekten ist aber deutlich länger. Erneuert oder neu gebaut gehören das Wasserwerk, die Hochbehälter in Uffing wie Schöffau sowie das Pumpwerk in Luketsried. Die Ausgaben für alle Maßnahmen dürften irgendwo zwischen vier und fünf Millionen Euro liegen.

Wie viel Förderung die Gemeinde erhält, lässt sich noch nicht genau sagen. Fest steht aber längst, dass ein Teil an die Bürger weitergegeben wird. Entweder steigen die Wasserkosten pro Kubikmeter, oder die Kommune erhebt Sonderbeiträge. Deshalb hält es Weiß für zwingend notwendig, die Bürger früh und ausführlich zu informieren. „Uns werden viele Fragen erreichen“, weiß der Bürgermeister bereits.

Bürger-Info anvisiert

Demnächst verteilen die Rathaus-Verantwortlichen einen Flyer mit den wichtigsten Informationen zur Wasserversorgung. Zudem hat die Verwaltung eine Internetseite zu dem Thema eingerichtet, die in Zukunft unter www.generationen-netz.de zu erreichen ist. „Wir müssen detailliert über alles informieren“, findet Weiß.

Denn die Bauvorhaben werden sich lang hinziehen. Unter anderem, weil maximal eine Anlage außer Betrieb gesetzt werden kann. Sonst steht ein Teil Uffings plötzlich ohne Wasser da. Ende 2021 laufen die ersten Schritte bei der Verbundleitung mit Seehausen sowie beim Wasserwerk an. Aktuell erstreckt sich der Zeitplan bis 2025. Doch der Bürgermeister betont schon: „Der Plan ist nur eine ungefähre Richtlinie.“ Verschiebungen um bis zu ein Jahr hält er für normal. Angesichts des straffen Programms erkundigte sich Vize-Bürgermeister Josef Diepold (WGU), ob das beauftragte Büro heuer wirklich schon mit Plänen und Vergaben beginnen könne. „Ich möchte uns nicht unter Druck setzen“, sagte Weiß. Doch vonseiten der Konzept-Ersteller gibt es positive Signale, dass man zumindest mit der Entwurfsplanung starten könne. Ein größerer Faktor sei die Suche eines Planungsbüros. Der Rathauschef setzt auf Sorgfalt. Schließlich sollen die Anlagen wiederum 50 bis 60 Jahre halten. „Das haben die Generationen vor uns schon gemacht. Das sollten wir wieder so sehen.“

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