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Startklar für den Wahlkampf: (hinten v. l.) die „Wir für Uffing“-Kandidaten Gerd Grob, Wilhelm Oppermann, Florian Stredele, Patrick Siegl, Wolfgang Hirschvogel, Monika von Haaren, Jörg Viehweg, Stefan Bärtl, Jakob Warnstorff, (vorne v. l.) Michaela Mück, Brigitte Pudil-Weber, Markus Igler, CHristoph Lutz und Gabriele Gerg-Dürr. 

Spitzenkandidat Markus Igler präsentiert sein Team

„Wir für Uffing“: Frischer Wind mit neuen Köpfen

Die neue Gruppierung „Wir für Uffing“ präsentiert sich als frische Kraft. Dies wurde auf der Aufstellungsversammlung deutlich. Spitzenkandidat Markus Igler setzt auf Transparenz und Offenheit. 

Uffing – Einen Wahlkampf in dieser Form hat Uffing lange nicht erlebt. Drei Kandidaten treten in einem Dorf an, das sich über die Jahre an Zweikämpfe gewöhnt hat. Der ganze Ort fragt sich, wer denn nun als Favorit in das Rennen geht und ob Markus Igler, der aus dem Nichts auftauchte, tatsächlich Chancen hat. Er tritt nicht nur mit einer komplett neuen Gruppierung („Wir für Uffing“) an, sondern auch gegen zwei Schwergewichte des Dorfs: Thomas Hartmann, Gemeinderat und Leiter des Sozialausschusses, sowie Andreas Weiß, der geschäftsleitende Beamte im Rathaus.

Igler interpretiert die Rolle des Quereinsteigers als seinen Vorteil. „Dadurch bin ich unabhängig.“ Auf keinen Fall wollte er sich das Label eines CSU-Bürgermeisters aufdrücken lassen, wo doch die drei Gemeinderäte seiner Liste bislang für die Christsozialen im Gremium gesessen waren. Für eine CSU-Liste „wäre ich nicht bereitgestanden“, betont der Kriminalpolizist. Also eine neue mit neuem Namen und neuen Leuten, darunter auch vielen Neu-Bürgern. Ob die tatsächlich bei den Uffingern ankommt? Ein erstes, sehr kleines Indiz lieferte die Aufstellungsversammlung der Gruppe. Wieder kamen über 200 Interessierte, auch wenn der Saal nicht ganz so gut gefüllt war wie in der Woche davor. Dafür trugen sich exakt 100 Bürger als Unterstützer von „Wir für Uffing“ ein.

Beim Treffen der Wählergemeinschaft WGU, bislang die Platzmacht im Gemeinderat, in der Vorwoche waren es nur zwei mehr gewesen. „Hätte ich nie gedacht, ich war überrascht“, sagt Igler. Die Zahlen belegen seiner Meinung nach das Interesse an der frischen Liste. Die Amerikaner haben für solche Quervergleiche einen Begriff erfunden: Stichproben-Theater. Ob dieses Zahlenspiel tatsächlich repräsentativ ist, weiß keiner.

Die Wahlkampf-Taktik von „Wir für Uffing“ unterscheidet sich schon einmal gewaltig von den WGU-Kollegen. Igler war es wichtig, dem vollen Saal erste Inhalte zu präsentieren. Wahlleiter Georg Pantele hatt davon abgeraten, weil die Aufstellungsversammlung nicht dafür vorgesehen ist. Igler war’s egal. „Ich möchte Transparenz. Ich bin offen und ehrlich.“ Geheimnisse oder Unehrlichkeit könne er nicht leiden. Die Eckpunkte seines Pamphlets für die Kommunalwahl 2020 stehen: ganzflächiger Breitband-Ausbau, neues Ärztehaus samt Parkflächen und viele grüne Themen. Ein Viertel der Uffinger hatte zuletzt bei der Landtagswahl Grün gewählt, besser schnitt die Öko-Partei nur bei den Nachbarn in Seehausen und Murnau ab. Das Potenzial an Grünen-Wählern ist groß. „Mir ist wichtig, dass die Interessen aller großen Parteien mit einfließen“, betont Igler.

Als Gegenentwurf zur WGU kommen auch seine Kandidaten daher. Während die Wählergemeinschaft auf bekannte Größen der Ortspolitik setzt, sammeln sich bei „Wir für Uffing“ viele Neueinsteiger. Die Nachricht an die Wähler ist klar: Diese Liste steht für frischen Wind und neue Wege. Hinter Stimmen-Magnet Wolfgang Hirschvogel schafften es Polizist Stefan Bärtl und der 20-jährige Brauer Jakob Warnstorff auf die nächsten Plätze. „Freut mich wahnsinnig“, sagt Igler. Mit Christoph Lutz, Monika von Haaren, Brigitte Pudil-Weber, Gerd Grob, Gabriele Gerg-Dürr und Jörg Viehweg bietet die neue Gruppierung gleich sechs Neu-Bürger, oder wie man im Dorf gern sagt „Zuagroaste“, auf. 45 Minuten schneller beim Wählen waren sie auch noch als die WGU-Kollegen. Und: Igler knackte die 90-Prozent-Marke bei der Abstimmung. 90,6 Prozent sprachen sich für den Polizisten als Bürgermeister-Kandidaten aus.

Die Liste: 1. Markus Igler (Bürgermeister-Kandidat), 2. Wolfgang Hirschvogel (192 Stimmen), 3. Stefan Bärtl (155), 4. Jakob Warnstorff (141), 5. Michaela Mück (115), 6. Wilhelm Oppermann (89), 7. Christoph Lutz (82), 8. Patrick Siegl (75), 9. Florian Stredele (70), 10. Dr. Monika von Haaren (70), 11. Brigitte Pudil-Weber (51), 12. Gerd Grob (47), 13. Gabriele Gerg-Dürr (38), 14. Dr. Jörg Viehweg (18).

Andreas Mayr

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