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In Uffing werden Weichenstellungen in der Vorbereitung auf die Kommunalwahl 2020 vorgenommen.

Aktuelle Gemeinderäte planen eigenes Projekt 

Wahlen: Uffings CSU verzichtet auf Liste

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In Uffing endet eine politische Tradition: Die CSU, einst Bürgermeister-Partei, wird bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr antreten. Die drei Gemeinderäte, die für die CSU/parteifreie Bürgerliste im Gemeinderat sitzen, planen eine neue Wahlliste.

Uffing – Lorenz Kraus gilt als große Persönlichkeit in Uffing. Der Ehrenbürger verfügt über riesige kommunalpolitische Reputation; 48 Jahre saß das CSU-Mitglied im Gemeinderat und hat vieles erlebt sowie bewegt in dieser langen Zeit. Eine Entscheidung im Ortsverband seiner Partei aber „kann ich nicht verstehen“, sagt Kraus auf Tagblatt-Anfrage. In einer CSU-Versammlung, der er nicht beiwohnte, müsse beschlossen worden sein, „dass im Namen der CSU nicht mehr aufgestellt wird, weil das in Uffing nicht zieht“. Das will Kraus nicht in den Kopf, „ich halte das nicht für gut“.

Doch es entspricht der Realität. Wolfgang Mayr, Vorsitzender des 72 Mitglieder starken Uffinger CSU-Ortsverbands, bestätigt: „Wir werden keine CSU-Liste aufstellen.“ Parteipolitik spiele im Dorf keine Rolle. Mayr glaubt, dass „sich Freie Wähler leichter tun, weil sie an nichts gebunden sind. Die sind auch immer sehr schnell und picken sich ihre Leute raus“. Der Orts-Chef glaubt, dass es nichts bringt, „mit Gewalt“ eine Liste zusammen zu zimmern – mit Kandidaten, die man im Ort nicht kenne und die keine Chance besäßen. Das bedeutet in der Praxis: Die Christsozialen, eine etablierte politische Größe mit Tradition im Dorf, verzichten auf die Möglichkeit, künftig noch mit einer Liste im Uffinger Gemeinderat vertreten zu sein.

Die amtierenden drei Gremiumsmitglieder der CSU/parteifreie Bürgerliste, die zuletzt bis 2008 in Johannes Piegsa den Bürgermeister stellte, wollen der Ortspolitik indes nicht den Rücken kehren. Wolfgang Hirschvogel, Michaela Mück und Willy Oppermann planen, bei den Kommunalwahlen 2020 mit einer neuen Liste ins Rennen zu gehen. Kein einziger dieses Trios besitzt ein CSU-Parteibuch. Und da sich bei den Christsozialen keine Kandidaten für die Gemeinderats- und Bürgermeisterkür fanden, „haben wir uns entschlossen, mit einer eigenen Liste anzutreten“, sagt Hirschvogel. Ein Schritt, den Mayr „nachvollziehen kann“; und er sei auch niemandem böse. Übrigens: CSU-Mitglieder gibt es im Gemeinderat aktuell sehr wohl – allerdings in den Reihen der beiden anderen Gruppierungen WGU und WGS, so Mayr.

Hirschvogel, ein 63-jähriger Unternehmer, der in der zweiten Periode dem Kommunalparlament angehört, weiß, dass es generell kein Spaziergang wird, ausreichend Bewerber zu finden – doch er zeigt sich überzeugt, dass ihm und seinen Mitstreitern dies gelingen wird. Seit rund zwei Monaten spricht er mögliche Listen-Kandidaten an. Ein erstes Informationstreffen, zu dem Interessierte eingeladen sind, steht am Montag, 18. März, ab 20 Uhr im Seerestaurant Alpenblick (Stüberl) an. In der Folge soll es darum gehen, einen Namen zu finden und gemeinsam ein Programm zu erstellen. Nicht ausgeschlossen ist, dass die neue Liste auch einen Bewerber ums Bürgermeisteramt küren wird. „Stellt sich jemand zur Verfügung, der Chancen hat, sagen wir ja“, erklärt Hirschvogel – und schränkt im selben Atemzug ein: Von den drei amtierenden Gemeinderäten der CSU/parteifreie Bürgerliste „macht’s keiner“.

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