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Ob das Eier-Experiment funktioniert? Familie Gretschmann vom Rechenmacherhof ist schon gespannt.

Es wird spannend

Küken-Aktion im Radio: Landwirte aus Schöffau machen mit

Können aus Supermarkt-Eiern Küken schlüpfen? Der Radiosender Antenne Bayern will es genauer wissen. Gut 40 Stück liegen momentan im Brutkasten im Münchner Studio. Glückt das Experiment, finden die Biberl ein Zuhause am Staffelsee: auf dem Rechenmacherhof in Schöffau.

Schöffau – Familie Gretschmann vom Rechenmacherhof im Uffinger Ortsteil Schöffau ist schon ziemlich gespannt. Um die 10 Tage wird’s wohl noch dauern, bis die Küken aus den Eiern geschlüpft sind. Das alleine wäre für die Uffinger, die ihren Bauernhof über Generationen am Staffelsee betreiben, nichts Besonderes. Im heimischen Hühnerstall haben sie die Geburt kleiner fluffiger „Biberl“, wie man in Bayern so schön sagt, schon oft erlebt. Doch dieses Mal sind die drei Burschen von Michael und Helga Gretschmann aufgeregt. Schlüpfen die Küken, bekommen Matthias (18), Andreas (15) und Leonhard (11) nämlich Besuch: Von Antenne Bayern. Der Radiosender hatte vor einigen Tagen ein Experiment gestartet, um der Frage auf den Grund zu gehen, ob man Bio-Eier aus dem Supermarkt ausbrüten kann. Fällt der Test positiv aus, wird der Rechenmacherhof die neue Heimat der kleinen Tiere.

Der Brutkasten steht im Radiostudio

Um die 40 Eier liegen momentan im Brutkasten im Münchner Radiostudio. Dort haben sie es kuschelig warm. 38 Grad misst die Temperatur. Idealbedingungen, damit Hühner-Embryos gedeihen können. „Eine Leserin hat uns auf die Idee gebracht“, sagt Pressereferent Marcus Sell. Die wollte dieses Experiment nämlich zum ersten Mal ausprobieren. Schon war die Aktion „Antenne Bayern Küken“ geboren.

Ob der Versuch tatsächlich funktioniert? Das kann auch der Landwirt Michael Gretschmann nicht voraussagen. „Wenn ja, ist es auf jeden Fall nur mit Bio-Eiern möglich“ sagt er. Die Hühner auf den Bio-Höfen, von denen die Eier kommen, dürfen nämlich frei herumlaufen. Da dort im Gelände häufig auch Gockel herumstolzieren, könnte es durchaus zu der ein oder anderen Befruchtung gekommen sein, glaubt er. „Wir werden es ja bald sehen“, sagt Gretschmann und lacht.

29 Küken schlüpfen - das sagt zumindest das Pendel

Auch im Antenne-Bayern-Studio ist man schon sehr gespannt, ob die Eierschalen in den nächsten Tagen von kleinen Schnäbeln aufgebrochen werden. Mittels der Küken-Cam – einer Kamera mit Live-Schaltung ins Internet – können Neugierige täglich beobachten, was sich im Brutkasten tut. Eine Hörerin war vor Kurzem sogar zu Gast, um auszutesten, ob sich im Inneren der Schalen heranwachsendes Leben befinden. Ihre Prognose war positiv. Bei 29 Eiern schlug ihr Pendel aus – folgerichtig müsste das bedeuten, dass genau so viele Küken schlüpfen werden.

Über den Nachwuchs im Hühnerstall würden sich die Gretschmanns auf jeden Fall freuen. „Genügend Platz haben wir zumindest“ sagt der Landwirt und muss schmunzeln. Dass ausgerechnet die Schöffauer Familie den Biberln aus dem Supermarkt Unterschlupf bieten darf, kam für sie unerwartet. „Antenne Bayern hat eines Tages angerufen und uns gefragt“, sagt Gretschmann. Die Familie war einverstanden. Seitens des Radio-Senders heißt es, dass Zuhörer den Rechenmacherhof vorgeschlagen hätten. Ein Besuch vor Ort hat überzeugt, sagt Sell: „Hier bekommen die Küken ein wunderschönes Zuhause.“

Magdalena Kratzer

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